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Maintaler Musiktheater "Apocaluther" wird in Magdeburg aufgeführt

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In Ulrike Streck-Plaths Musiktheater "Apocaluther" wird Luthers Tun auch bei seiner Wiederkehr auf die Erde von den Mächtigen argwöhnisch beäugt. Und genauso wie vor 500 Jahre stellen sie den Reformator vor ein Tribunal. Archivfoto: Dieckmann
In Ulrike Streck-Plaths Musiktheater "Apocaluther" wird Luthers Tun auch bei seiner Wiederkehr auf die Erde von den Mächtigen argwöhnisch beäugt. Und genauso wie vor 500 Jahre stellen sie den Reformator vor ein Tribunal. Archivfoto: Dieckmann

Maintal. Es ist schon eine besondere Auszeichnung, dass das Musiktheater „Apocaluther“ von Ulrike Streck-Plath im Lutherjahr beim „Kirchentag auf dem Weg“ in Magdeburg aufgeführt wird. Für die Dörnigheimerin und ihr Ensemble bedeutet dies aber zugleich einen logistischen Kraftakt.

Von Lars-Erik Gerth

Ulrike Streck-Plath hatte die Geschichte um Luther, der nach 500 Jahren wieder auf die Erde kommt, um zu sehen, wie die Menschen mit seinen 95 Thesen umgegangen sind, selbst geschrieben und dazu auch die Musik komponiert. Und auch die Produktion, die im vergangenen Juli zweimal im Evangelischen Gemeindezentrum in Dörnigheim zu sehen gewesen ist, hat unter ihrer Leitung gestanden.

Mit dabei waren rund 20 Kinder (ihr Kinderchor sowie Mädchen und Jungen des Horts Berliner Straße) im Alter von fünf bis elf Jahren, elf erwachsene Darsteller und vier Musiker. Und mit dieser Personenzahl wird Streck-Plath am Freitag, 26. Mai (dem Brückentag nach Christi Himmelfahrt), auch die Fahrt nach Magdeburg in Angriff nehmen.

Kleinere Änderungen„Es werden im Großen und Ganzen jene Kinder und Erwachsenen sein, die auch bei der Premiere im vergangenen Sommer dabei gewesen sind. Einige wenige Änderungen wird es geben, da nicht alle an diesem Tag Zeit haben“, berichtet die engagierte Dörnigheimerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Da der 26. Mai schulfrei ist und die Eltern der im vergangenen Jahr beteiligten Kinder nahezu alle ihr Einverständnis zu der Fahrt gaben, war die Haupthürde für die Teilnahme genommen.

Für alle Beteiligten wird dieser Freitag nach Christi Himmelfahrt ein ausgesprochen langer Tag werden, denn die Expedition „'Apocaluther' in Magdeburg“ wird an diesem Maitag um 6.30 Uhr von Dörnigheim aus starten. Die Aufführung im Großen Saal der Stadthalle der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt findet dann um 14.30 Uhr statt. Nach der knapp zweistündigen Vorstellung geht es auch gleich wieder zurück nach Dörnigheim, wo die kleinen und großen Teilnehmer dann am späten Abend zurückerwartet werden.

Andere Raumverhältnisse„Es wird für uns alle eine besondere Herausforderung sein, da wir in Magdeburg auch eine doppelt so große Bühne wie im EGZ zur Verfügung haben. Das sind völlig andere Raumverhältnisse, gerade die Kinder müssen schnell lernen, damit richtig umzugehen“, weist Streck-Plath auf die größte Aufgabe bei dem Unterfangen hin, die Dörnigheimer Produktion in einer für alle fremden Örtlichkeit aufzuführen.

Die Anreise am Tag der Aufführung führt auch dazu, dass in der Magdeburger Stadthalle aus Zeitgründen nicht viel geprobt werden kann. Die Generalprobe, die bei freiem Eintritt für alle Interessierten öffentlich sein wird, findet entsprechend am Sonntag, 21. Mai, um 15 Uhr im Dörnigheimer Gemeindezentrum statt. Mit Nachdruck betont Streck-Plath, dass es sich bei „Apocaluther“ keineswegs um ein Stück allein für Kinder, sondern um eines für alle Generationen handele. Mit ihrem Musiktheater möchte sie verdeutlichen, dass es heute weltweit nicht viel besser aussehe als zu Luthers Zeit.

Furcht vor dem Fremden„Die Menschen fürchten sich vor allen möglichen Dingen, vor fremden Menschen, kurz vor apocalyptischen Zuständen“, führte sie bereits zur Premiere ihres Stücks aus. Deshalb kommt der Reformator wieder zurück auf die Erde und wendet sich gerade an die Kinder, da diese im Gegensatz zu den Erwachsenen ein offenes Ohr für ihn und seine Thesen haben. Und so verbreitet er mit ihnen gemeinsam seine fünf neuen Thesen über die Heilkraft der bedingungslosen Liebe Gottes in der Welt.

Die Mächtigen beäugen Luther hingegen in „Apocaluther“ ähnlich argwöhnisch wie die klerikalen und weltlichen Machthaber vor 500 Jahren. Folgerichtig stellen sie ihn auch diesmal wieder vor ein Tribunal. Und dann sind es just die Kinder, die für den Reformator Partei ergreifen und seine Thesen verteidigen.

Premiere von „Apocaluther“ Es ist nun die spannende Aufgabe für alle Beteiligten, die Produktion für die Aufführung beim „Kirchentag auf dem Weg“ aufzufrischen, um dann das Publikum in Magdeburg ähnlich in den Bann zu ziehen wie bei der Premiere 2016 in Maintal.

Wer möchte, kann sich die Premiere von „Apocaluther“ auf Youtube anschauen:

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