Spendenmaterial im Wert von mehr als 15 000 Euro: Zahlreiche für die Flutgebiete gedachte Hilfsmittel verschwanden nach und nach im Lkw der Maintaler Feuerwehr.
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Spendenmaterial im Wert von mehr als 15 000 Euro: Zahlreiche für die Flutgebiete gedachte Hilfsmittel verschwanden nach und nach im Lkw der Maintaler Feuerwehr.

Nidderauer Firma Control Mechatronics sammelt Hilfsgüter

Maintaler Feuerwehr transportiert Sachspenden ins Flutkatastrophengebiet

  • VonRainer Habermann
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Maintal/Nidderau – Das Netzwerk ist gut geknüpft. Während die Aufräumarbeiten nach der verheerenden Flutkatastrophe in den Tälern von Ahr und Erft voranschreiten, unzählige freiwillige Helfer den Menschen in Not dort unter die Arme greifen, THW, Bundeswehr, Feuerwehren, Polizei und private Firmen seit fast zwei Wochen pausenlos im Einsatz sind, bleiben auch heimische Unternehmen nicht untätig.

Patrick Fitz, der aus Maintal-Wachenbuchen stammende Prokurist der Firma Control Mechatronics GmbH (CTMT), einem Betrieb der Automatisierung- und Elektrotechnik in Nidderau-Heldenbergen, hatte die Idee, seine guten Beziehungen zu Lieferanten auszunutzen, um Hilfsgüter fürs Katastrophengebiet einzusammeln.

Nidderauer Firma CTMT packt mit an und sammelt Hilfsgüter

„Die Bereitschaft war riesengroß“, erzählt Fitz. „Nachdem ich auch die Unterstützung unseres Firmenchefs Michael Kopf hatte und über den gemeinnützigen Wachenbuchener Verein Hometown Love auch bei der Maintaler freiwilligen Feuerwehr auf offene Ohren gestoßen bin, stand dem Projekt nichts mehr im Wege.“ So fuhren am Samstagvormittag Feuerwehrkameraden mit einem großen Lkw aufs Gelände der CTMT und luden ihn mit Gitterpaletten voll. Darin Dutzende Besen, Schaufeln, Wasserschieber, andere Hilfsgüter und sogar haltbare Lebensmittel, gespendet von Maintaler Discountern.

Nidderauer und Maintaler Kooperationshilfe hat Warenwert von mehr als 15.000 Euro

„Der Warenwert, den Firmen wie Engelbert-Strauß oder die Wemag Fulda und einige Discounter durch rabattierte Einkaufspreise und Spenden ermöglichten, beläuft sich auf über 15 000 Euro“, erklärt Kopf. Holger Martiker, Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Maintal, schildert die Abläufe. „Die Kameraden aus Wachenbuchen und anderen Stadtteilen fahren mit unserem Wechsellader ins Katastrophengebiet Ahrweiler und liefern dorthin die Hilfsgüter. Wir haben unsererseits noch Schutzkleidung, Stiefel und Industriesauger für die Helfer draufgepackt. Ich war selbst vorige Woche im Katastrophengebiet und habe unser altes Tanklöschfahrzeug hingebracht, das wir vorher noch instandgesetzt hatten und das jetzt zur Frischwasserversorgung dient. Die Lage dort ist dramatisch. Wir stehen mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort in ständiger Verbindung.“

Maintaler Bürgermeister Monika Böttcher ist von der Aktion begeistert

Maintals Bürgermeisterin und oberste Dienstherrin der Blauröcke, Monika Böttcher, findet die Aktion „sehr gelungen“. „Wenn wir Vereine, welche die Idee hatten, unterstützen, und mit der Feuerwehr alles dorthin bringen, ist das eine tolle Kooperation mit der Feuerwehr in Ahrweiler und den anderen Rettungsdiensten vor Ort. Und wenn es auch nur kleinere Hilfen sind, die wir von hier aus leisten können: Ich finde, dass wir auch eine Verpflichtung haben, dort zu helfen. Jeder einzelne Beitrag ist angesichts der enormen Ausmaße dieser Flutkatastrophe wichtig.“

Der Verein Hometown Love Wachenbuchen wurde im Jahr 2019 gegründet und verfolgt den Zweck, das gesellschaftliche und kulturelle Leben im Stadtteil aufrechtzuhalten.

Von Rainer Habermann

Initiator Patrick Fitz im Gespräch mit Bürgermeisterin Monika Böttcher und Firmenchef Michael Kopf (rechts).

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