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Maintal-Werke ab Januar komplett in städtischem Besitz

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In einer Hand: Zum 1. Januar 2017 werden die Maintal-Werke (MWG) zu 100 Prozent in städtischem Besitz beziehungsweise in jenem der Beteiligungs-GmbH (MBG) sein. Dafür zahlt die Stadt Maintal der Energieversorgung Offenbach rund 7,66 Millionen Euro.  Foto: Kalle
In einer Hand: Zum 1. Januar 2017 werden die Maintal-Werke (MWG) zu 100 Prozent in städtischem Besitz beziehungsweise in jenem der Beteiligungs-GmbH (MBG) sein. Dafür zahlt die Stadt Maintal der Energieversorgung Offenbach rund 7,66 Millionen Euro. Foto: Kalle

Maintal. Die Stadt zieht die Call-Option: Zum 1. Januar 2017 gehen auch die 24,9 Prozent der Anteile an der Maintal-Werke GmbH (MWG), die derzeit noch der Energieversorgung Offenbach (EVO) gehören, in städtischen Besitz. Billig wird es allerdings nicht

Von David Scheck

Für den Kauf muss die Stadt Maintal ein Kommunaldarlehen in Höhe von rund 7,66 Millionen Euro aufnehmen. Dennoch, so Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, rechne sich das Geschäft.

Alles begann im Jahr 2012. Die Stadt Maintal erwarb von der EVO rund die Hälfte von deren Anteilen an der MWG von damals 49 Prozent. Als Gegenleistung, so Sachtleber, wollte die EVO als zukünftig nur noch minderbeteiligter Vertragspartner eine Möglichkeit, auszusteigen, die sogenannte Put-Option – für den Fall, dass die Maintaler ihren Energieanbieter in die Pleite reiten.Option vorzeitig gezogenDafür wollte die Stadt Maintal ihrerseits im Vertragswerk das Recht verankert haben, die verbliebenen rund 25 Prozent der EVO zu erwerben. Letztmaliger Zeitpunkt dafür wäre der 31. Dezember 2017 gewesen. Diesen Schritt vollzieht man nun bereits ein Jahr früher.Der im Jahr 2012 vertraglich festgelegte Preis beläuft sich auf rund 7,66 Millionen Euro. Ein dicker Batzen, auch für eine Kommune mit einem aktuellen Haushaltsüberschuss, der daher über einen Kredit finanziert wird. Überzeugt von dem Geschäft, das Ende des vergangenen Jahres vom Stadtparlament beschlossen wurde, waren nicht alle. Sowohl die FDP als auch die CDU hatten jeweils Anträge eingebracht, die Call-Option nicht zu ziehen beziehungsweise deren Laufzeit zu verlängern.Sachtleber sieht Gewinn für MaintalStadtrat Sachtleber jedoch sieht einen Gewinn für Maintal. Denn bei 100-prozentiger Beteiligung fließen logischerweise auch 100 Prozent der Gewinne in den Stadtsäckel, respektive in jenen der Maintal Beteiligungs-GmbH (MBG), in der die städtischen Gesellschaften zusammengeführt sind.

Und Gewinne gibt es, schließlich sind die Maintal-Werke, wenn man so will, das beste Pferd im Stall der Stadt Maintal, mit deren Einnahmen die anderen, defizitären Gesellschaften Maintalbad und Stadtverkehr querfinanziert werden. Und auch in den derzeit niedrigen Zinsen sieht Sachtleber ein gutes Argument, den Kredit aufzunehmen. Dieser soll eine Laufzeit von maximal 20 Jahren haben.Geld bleibt in MaintalDerzeit fließen, dem Anteil entsprechend, knapp 25 Prozent der Gewinne über den Main an die EVO. Die genaue Summe ist abhängig davon, wie hoch der Jahresüberschuss der MWG jeweils ausfällt. Das Finanz-Controlling in der Stadtverwaltung hat basierend auf den vorliegenden und den zu erwartenden Zahlen aus den Jahren 2013 bis 2020 einen Mittelwert von rund 567 000 Euro (Stand: Oktober 2015) errechnet, der jährlich an die Energieversorgung Offenbach abgetreten werden muss.Geld, das zukünftig in Maintal bleiben wird. Geld, das Maintal in den kommenden Jahren auch gut gebrauchen kann. Denn wie berichtet endet unter anderem ab 2019 die jährliche Zahlung des Main-Kinzig-Kreises im Rahmen einer sogenannten Ablösesumme für das Maintalbad in Höhe von 150 000 Euro. Und dass Schwimmbad und Stadtverkehr auch weiterhin defizitär sein werden, liegt in der Natur der Sache.Wie der Erste Stadtrat im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, werde mit dem Ende der Beteiligung der EVO nicht deren Engagement bei der MWG enden. Die sogenannten Betriebsführungsverträge, in deren Rahmen Mitarbeiter der EVO für die Maintal-Werke tätig sind, bleiben von der getroffenen Vereinbarung unberührt.

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