Säcke ja, Tonnen nein: Den Maintalern bleibt keine Wahlmöglichkeit in Sachen Plastikmüll.
+
Säcke ja, Tonnen nein: Den Maintalern bleibt keine Wahlmöglichkeit in Sachen Plastikmüll.

Plastikmüll

Maintal: Stadt vermeldet Einigung - Gelbe Tonnen werden wieder geleert

  • Michael Bellack
    vonMichael Bellack
    schließen

Seit Anfang des Jahres wurden in Maintal die Gelben Tonnen nicht mehr geleert, was bei vielen Bürgern für Kritik gesorgt hat. Jetzt hat die Stadt gute Nachrichten.

Maintal – Der Gelbe Sack ist in Maintal Standard für die Entsorgung von Recycling-Abfällen. Dies ist im Vertrag mit dem Dualen System Deutschland (DSD) geregelt. Weil sie eine Gelbe Tonne als Behältnis zur Sammlung der Abfälle bevorzugen, haben einige Maintaler Haushalte in den vergangenen Jahren privat eine Gelbe Tonne angeschafft. Als diese kürzlich nicht mehr geleert wurde, war das Unverständnis groß.

Stadt freut sich über „schnelle und unkomplizierte Lösung“

Wie die Stadt Maintal nun mitteilte, wurde jedoch eine Lösung gefunden. „Schnell und unkompliziert verständigte sich die Stadtverwaltung nun mit der Firma Max Spahn & Sohn KG darauf, dass auch die Tonnen ab sofort wieder geleert werden“, so die Stadt Maintal. Nachdem seit Jahresbeginn aufgrund des deutlich gestiegenen Mehraufwands die Leerung der Gelben Tonnen im Zuge der Einsammlung der Gelben Säcke nicht mehr erfolgte, wurden diese am Mittwoch zum regulären Abholtermin in Bischofsheim wieder durch die Firma Spahn geleert.

Der Maintaler Abfallentsorger ist als Subunternehmer von Remondis, das vom DSD mit der Einsammlung der Gelben Säcke beauftragt ist, für die Einsammlung der Säcke zuständig. Die Leerung der Tonnen erfolgt indessen auf eigene Kulanz und eigene Verantwortung durch Spahn.

Rund 500 Maintaler benutzen Gelbe Tonnen statt Säcke

„Ich freue mich, dass wir in einem intensiven Austausch so schnell und unkompliziert in die Wege leiten konnten, dass auch die Gelben Tonnen bis auf Weiteres durch die Firma Spahn geleert werden“, sagte Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser (SPD) am Mittwoch bei einem Besuch auf dem Firmengelände in Dörnigheim. Dort dankte er Geschäftsführerin Ute Rohn-Bernhard persönlich für das gemeinsame Bestreben, hier zeitnah eine Lösung zu finden.

Etwa 500 Gelbe Tonnen hat Spahn in den vergangenen Jahren ausgegeben. Die Abfallgefäße haben die Haushalte auf eigene Kosten erworben. Denn vorgesehen sind für Maintal lediglich die Gelben Säcke. Diese Regelung hat noch bis mindestens Ende 2022 Bestand. So lange läuft der derzeit gültige Vertrag mit dem DSD. „Wir werden im Zuge der neuen Vertragsverhandlungen darauf hinwirken, dass es in Maintal eine Wahlmöglichkeit zwischen Gelbem Sack und Gelber Tonne gibt“, so Kaiser. Bisher gibt es nur für große Wohnanlagen ab zehn Parteien die Möglichkeit, recycelbare Abfälle in einem gelben Container und damit in einem stabilen Behälter zu sammeln. jmg

Erstmeldung 19.1.2020: In Maintal bleiben die Tonnen seit dem Jahreswechsel stehen. Zumindest die Gelben. Denn diese werden seit dem 1. Januar nicht mehr geleert. Stattdessen müssen alle Maintaler jetzt Gelbe Säcke verwenden. Das sorgt für Kritik.

Generell verzichtet die Stadt seit den 1990er-Jahren auf die Gelbe Tonne, stattdessen soll der Gelbe Sack genutzt werden. Die Säcke werden alle 14 Tage abgeholt, Tonnen würden nur einmal im Monat geleert werden. Die Säcke haben zudem aus Sicht der Stadt Vorteile: „Bei den Gelben Säcken kann das Entsorgungsunternehmen schon bei der Abholung erkennen, wenn sie falsch befüllt wurden und sie stehen lassen. Die Verantwortlichen müssen sich dann um eine ordnungsgemäße Entsorgung des Inhalts kümmern.“

Dennoch haben sich einige Maintaler in den vergangenen Jahren privat Gelbe Tonnen angeschafft, die von der beauftragten Firma Spahn auch geleert wurden. Allerdings nur aus Kulanz – und das hat jetzt ein Ende: „Aufgrund der hohen Anzahl und bedingt durch immer mehr Anfragen hat die Firma Spahn entschieden, dass sie diesen Service vom Umfang her nicht mehr leisten kann“, teilt die Stadt mit.

Viele Maintaler haben sich auf eigene Kosten Tonnen angeschafft

Für viele Maintaler ein Ärgernis, zahlreiche Leser haben sich bereits an unsere Zeitung gewandt. Darunter auch Siegfried Görig, der den Gelben Säcken nicht viel abgewinnen kann: „Legt man sie raus und es kommt ein bisschen Wind, dann fliegen sie durch die Gegend, sie reißen auf und der Müll verteilt sich auf Gehweg und Straße“, berichtet der Dörnigheimer. Als Hausbesitzer lagert er seine Säcke am liebsten draußen, dann würden sich jedoch Krähen, Marder oder Igel an ihnen zu schaffen machen.

„Die Tonne ist eine schöne, saubere Sache“, findet Görig. Den Vorschlag der Stadt, die Gelben Säcke bis zur Abholung in der Tonne zu lagern und erst am Tag zuvor auf die Straße zu stellen, findet Görig nur halb durchdacht. In seiner 240-Liter-Tonne, die er sich vor etwas mehr als einem Jahr auf eigene Kosten angeschafft hat, könne er zwei bis drei Säcke lagern. Wirft er den Verpackungsmüll lose in die Tonne, kommt er auf mehr als die doppelte Menge, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Unternehmen hat Tonnen zuvor nur aus Kulanz geleert

Dass die Firma Spahn den Mehraufwand laut Stadt nicht mehr betreiben möchte, kann Görig nachvollziehen. „Das ist schon mehr Arbeit. Die Säcke werden einfach in das fahrende Fahrzeug geschmissen, für die Tonnen muss angehalten werden und das Leeren dauert auch noch“, sagt Görig. Er schlägt einen finanziellen Zuschuss der Stadt für die Tonnenleerung vor.

So wie es aussieht, müssen sich die Bürger jedoch wohl oder übel mit den Gelben Säcken anfreunden. Bereits im Herbst vergangenen Jahres habe die Stadt mit dem Unternehmen Spahn darüber gesprochen, ob die Leerung einer Tonne allen Bürgern auf Anfrage angeboten werden könne. Spahn habe abgelehnt und das mit der möglichen Menge und dem zeitlichen Mehraufwand begründet.

Vereinbarung läuft noch bis Ende 2022

Zudem ist die Firma Spahn in Maintal nur der Sub-Unternehmer, der von der Firma Remondis beauftragt wurde. Entscheider in der Müllfrage wiederum ist nicht Remondis, sondern das Duale System Deutschland (DSD). Über Remondis und DSD ist die Firma Spahn nur dazu verpflichtet, die Gelben Säcke einzusammeln. Erst ab zehn Wohneinheiten kann gegen Gebühr ein gelber Container beantragt werden. Für Privathaushalte keine Option.

Auch der Stadt ist die Problematik bekannt und sie arbeitet daher an einer für alle zufriedenstellenden Lösung. „Die Stadt Maintal ist bestrebt, mit DSD vertragliche Veränderungen herbeizuführen, um eine Wahlmöglichkeit zwischen Gelbem Sack und Gelber Tonne anbieten zu können“, teilt die Pressestelle mit.

Allerdings müssen sich die Maintaler bis zu einer möglichen Änderung noch länger gedulden. Die derzeitige Vereinbarung mit DSD läuft noch bis zum 31. Dezember 2022. Eine mögliche Änderung sei damit frühestens ab Januar 2023 möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema