Ein Ass am Saxophon: Der Maintaler Darius Blair ist mit dem Frankfurter Jazzstipendium ausgezeichnet worden. Jetzt will er weiter in seine musikalische Zukunft investieren – zuvor steht jedoch erst mal das Abitur an.
+
Ein Ass am Saxophon: Der Maintaler Darius Blair ist mit dem Frankfurter Jazzstipendium ausgezeichnet worden. Jetzt will er weiter in seine musikalische Zukunft investieren – zuvor steht jedoch erst mal das Abitur an.

Musik im Blut

Maintal: Saxophonist Darius Blair ist jüngster Gewinner des Frankfurter Jazzstipendiums

  • VonBettina Merkelbach
    schließen

Für Vollblutmusiker wie Darius Blair ist die Pandemie und die lange auftritts- und probenlose Zeit eine mehr als außergewöhnliche Belastung. Dass der 18-Jähriger als bislang jüngster Bewerber jetzt das Frankfurter Jazzstipendium gewonnen hat, ist für den Saxophonisten eine großartige Nachricht in dieser schwierigen Zeit.

Maintal – „Ich war sehr überrascht“, sagt das Maintaler Nachwuchstalent. Seine Mutter hatte ihn auf das Stipendium aufmerksam gemacht, und da er ohnehin gerade ein Album mit seiner Band Count Spacey aufgenommen hatte, reichte er zwei Songs ein. Beide Stücke entstammen der Feder der jungen Musiker, die sich im Landesjugendjazzorchester Hessen „Kicks & Sticks“ kennengelernt haben und aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Wie Darius Blair stehen seine Bandkollegen auch vor dem Musikstudium.

Blair spielt Saxophon seit er acht Jahre alt ist

Der Maintaler ist trotz seiner Jugend schon ein ausgebuchter Profi, sein Talent mehrfach ausgezeichnet. Seit er acht Jahre alt ist, spielt er Saxophon. Von 2018 bis 2020 war er Jungstudent an der Musikhochschule Mainz; 2018 gewann er den ersten Preis beim hessischen Solo- und Combowettbewerb „Jugend jazzt“, 2019 den Solistenpreis der WDR-Bigband beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“. Mit verschiedenen Combos trat er vor der Pandemie regelmäßig im Rhein-Main-Gebiet auf. Mit dem Landesjugendjazzorchester war er sogar im Ausland auf Tournee.

Kurz davor durchzustarten, hat die Pandemie dem jungen Musiker allerdings eine quälend lange Zwangspause verordnet. „Ich vermisse es am meisten, mit anderen zusammenzuspielen und projektorientiert zu arbeiten“, sagt er und hofft, seinen Terminkalender jetzt langsam wieder mit Gigs füllen und Projekte wieder aufnehmen zu können. „Gerade bei Jazz passiert so viel im Moment und aus dem Erlebnis mit dem Publikum entstehen ganz neue Ideen“, beschreibt er, was ihm in der auftrittslosen Zeit fehlt. Online-Projekte seien zwar anfangs eine Abwechslung gewesen, aber auf die Dauer auch langweilig geworden.

Maintaler überzeugt Jury mit Technik und Spielfreude

Es ist diese Spielfreude, die Blair live auf der Bühne feiert, mit der der Maintaler die hochkarätig besetzte Jury des Frankfurter Jazzstipendiums überzeugt hat. Das Expertengremium lobt seine „präzise Spieltechnik“, seine „abgeklärte Haltung“ und seine Energie, ohne „sich in juvenilem Sturm und Drang zu verlieren“.

Blair freut sich sehr über diese Auszeichnung, vor allem, weil er sich mit dem Projekt Count Spacey von alten Sounds und Formen gelöst, Neues ausprobiert hat und an seine Grenzen gegangen ist. Das mit 10 000 Euro dotierte Stipendium der Stadt Frankfurt möchte er in sein Studium und seine weitere musikalische Ausbildung investieren. Die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig gratulierte: „Es freut mich sehr, dass wir ihn mit dem Stipendium der Stadt Frankfurt in der weiteren Entfaltung seiner Künstlerpersönlichkeit unterstützen können. Gerne möchte ich Darius Blair darin bestärken, sein Talent und seine Fähigkeiten auszubauen, Neues zu probieren und zu experimentieren.“

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die offizielle Verleihung bereits mehrfach verschoben werden. Das Frankfurter Dezernat Kultur und Wissenschaft kündigte an, dass sie zusammen mit dem Stipendiaten-Konzert sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird.

Blairs Plan: Erst Abitur, dann auf die Musikhochschule

Im Moment steckt Darius Blair gerade noch mitten in seinen Abiturprüfungen, die er an der Albert-Einstein-Schule ablegt. Vor der Pandemie Schule und Musik unter einen Hut zu kriegen, hat für den Schüler problemlos funktioniert. „Ich bin als Musiker mit einem produktiven Mindset unterwegs und ziehe aus der Musik Energie, um alles andere anzugehen“, sagt er. Zum Wintersemester hat er sich an mehreren namhaften Musikhochschulen, unter anderem in Köln, Berlin und Amsterdam beworben.

Jetzt hofft er, dass mit dem Abflachen der Pandemie wieder mehr Auftritte möglich werden. „Bislang sind die Veranstalter noch sehr vorsichtig“, sagt er und hat dennoch schon wieder ein paar Anfragen für den Sommer. Wer den jungen Stipendiaten live erleben möchte, findet die Termine zu den anstehenden Gigs auf seiner Website.

Von Bettina Merkelbach

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema