Dem Ersparten geht es an den Kragen: Maintal investiert bis 2025 rund 150 Millionen Euro. Mit Hilfe von Rücklagen aus den vergangenen Jahren will man die Haushalte jedoch ausgleichen.
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Dem Ersparten geht es an den Kragen: Maintal investiert bis 2025 rund 150 Millionen Euro. Mit Hilfe von Rücklagen aus den vergangenen Jahren will man die Haushalte jedoch ausgleichen.

Stadt profitiert von Rücklagen

Maintal plündert das Sparschwein: Entwurf für Investitionsprogramm bis 2025 eingebracht

  • Michael Bellack
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In einer außerplanmäßig angesetzten Stadtverordnetenversammlung hat Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) den Haushaltsentwurf für das Jahr 2022 und den Entwurf des Investitionsprogramms für die Jahre 2021 bis 2025 eingebracht. Dabei wurde erneut deutlich, dass Maintal in den kommenden Jahren kräftig investiert – die Stadt sich das aber auch leisten kann.

Maintal – Trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wolle man den „eingeschlagenen Kurs der Investitionen fortsetzen“, erklärte Böttcher. Die geplanten Investitionen in Stadtentwicklung, Infrastruktur, Klimaschutz und Digitalisierung seien kein Problem, sondern ein Teil der Lösung. „Nur dann kann uns eine nachhaltige Entwicklung der Stadt gelingen“, sagte Böttcher. Die öffentliche Hand sei ein starker Impulsgeber für lokale Gewerbetreibende und Unternehmen, perspektivisch würden die Investitionen für einen Anstieg der Steuereinnahmen sorgen.

Maintal will über 150 Millionen Euro investieren

Bis 2025 sollen in Maintal rund 150 Millionen Euro investiert werden. Rund 65 Millionen davon fließen in den Kanal- und Straßenbau. 20 Millionen Euro werden in den Neubau des Maintalbades investiert. Für die Entwicklung von Bauflächen, insbesondere der Gewerbegebiete West und Grüne Mitte sind 19,8 Millionen Euro eingeplant. Der überwiegende Teil werde jedoch durch die Vermarktung der Flächen wieder refinanziert.

11,6 Millionen Euro sind für die Bürgerhäuser eingeplant, der Löwenanteil für den Neubau des Bürgerhauses in Bischofsheim. Auch hier werde der Großteil durch Gelder aus der Hessenkasse finanziert. Hier habe Maintal den Vorteil, dass die Stadt nicht entschuldet werden musste.

Maintal hat in vergangenen Jahren ein Finanzpolster geschaffen

Möglich macht diese Investitionen die Finanzplanung der vergangenen Jahre. Seit 2017 fiel der Haushalt in Maintal immer positiv aus. Die Überschüsse wurden jedoch nicht ausgegeben. Stattdessen wurde ein Finanzpolster von 24,5 Millionen Euro geschaffen. 2020 sorgte die Pandemie zwar für ein negatives Ergebnis, das Minus in Höhe von rund fünf Millionen Euro wurde jedoch durch das Land Hessen ausgeglichen.

In den kommenden Jahren geht es dem Finanzpolster nun an den Kragen. Bis 2025 plant die Stadt, in jedem Jahr mehr auszugeben als einzunehmen. Durch die Rücklagen werde man jedoch immer einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Im Jahr 2025 werden dann vom üppigen Sparkonto nach den aktuellen Planungen nur noch 400 000 Euro übrig sein. Gute Nachricht für die Bürger: Steuererhöhungen wird es nicht geben. Die Hebesätze von Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer sollen gleich bleiben.

Maintal investiert so viel wie noch nie

„Nie zuvor in der Geschichte von Maintal wurde so kräftig in die städtische Infrastruktur investiert“, sagte Böttcher. Mit bezahlbaren Wohnraum, Bildungsorten, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Nahmobilität, sozialem Zusammenhalt und der Digitalisierung besetze man dabei alle strategisch wichtigen Handlungsfelder, mit der sich Kommunen befassen müssen.

„Wir werden die Stadt positiv entwickeln zum Wohle aller. Ein wie ich finde lohnenswertes Ziel“, so Böttcher abschließend. Die Entwürfe des Investitionsprogramms und des Haushalts (siehe Artikel auf dieser Seite) wurden zur Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss übergeben.

Von Michael Bellack

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