Viel Geld: Die Stadt Maintal investiert knapp eine Millionen in die Straßenbeleuchtung.  
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Viel Geld: Die Stadt Maintal investiert knapp eine Millionen in die Straßenbeleuchtung. Symbol

Knapp eine Million Euro bis 2025

Mehr Geld für weniger Strom: Maintal investiert in Straßenbeleuchtung

  • vonRainer Habermann
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Gut 3 000 Straßenlampen leuchten im Stadtgebiet von Maintal. Seit dem 1. Januar 2016 tun sie dies unter der Regie der Maintal Werke GmbH (MWG). Soweit, so bekannt, und auch die jährlichen Betriebskosten der Straßenbeleuchtung, für die die Stadt rund 545 000 Euro per Annum an die MWG überweist, haben sich seitdem nicht verändert; zumindest, was die Pauschale betrifft. Laut Kaufvertrag ist eine Anpassung dieser Zahlungen frühestens nach fünf Jahren möglich.

Maintal – Nun ist es soweit: Kürzlich befassten sich der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss (Ausschuss für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Klimaschutz) in einer Sondersitzung zum Haushalt per Videokonferenz mit dem Thema. Zunächst das Erfreuliche: Wie Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) berichtete, konnte der Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung durch die Umstellung auf LED-Technik massiv gesenkt werden. Und zwar um nahezu die Hälfte. Waren es im Jahr 2015 noch rund 1,16 Millionen Kilowattstunden (kW/h) an Strom, der als Licht aus den Masten floss, so sank dieser Verbrauch auf rund 628 000 kW/h im Jahr 2019; Tendenz weiter fallend (2018 noch rund 862 000 kW/h jährlich).

Und dies bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Anzahl einzelner Lichtpunkte (Straßenleuchten) von rund 3 000 (Stand 1. Januar 2016) auf rund 3 140 am 1. September dieses Jahres. Dass die Umstellung auf LED-Technik, die Unterhaltung der Leuchten, der Austausch und die Reparatur alter oder defekter Masten sowie die Einrichtung neuer, teilweise zusätzlicher Lichtpunkte aber auch Geld kostet und nicht nur durch Energieeinsparung Ausgaben verhindert - zumindest mittelfristig, wurde an der Magistratsvorlage deutlich, welche die Ausschüsse zur Kenntnis nahmen.

Bessere Ausleuchtung am Bahnhof Maintal-Ost

Demnach will die Stadt bis zum Jahr 2025 geschätzte 950 000 Euro in insgesamt 20 Projekte investieren. Hierzu zählen unter anderem die Beleuchtung des Radwegs zwischen Hochstadt und Wachenbuchen, zahlreiche Fußgängerüberwege im gesamten Stadtgebiet, die besser ausgeleuchtet werden sollen, einzelne Straßenbereiche wie etwa die Dörnigheimer Kennedystraße in zwei Bauabschnitten, oder die Hochstädter Ringstraße Nord und die Gutenbergstraße in Bischofsheim.

Außerdem stehen im Rahmen der Sicherheitsinitiative „Kompass“ der Bischofsheimer Flugzeugspielplatz, die Ausleuchtung der Nordseite des Bahnhofs Maintal-Ost und die Zuwegung zum Brüder-Schönfeld-Haus (beide Dörnigheim) auf der Licht-Agenda des Magistrats. Gründe für diese Maßnahmen liegen laut Erstem Stadtrat Karl-Heinz Kaiser (SPD) in der allfälligen Verkehrssicherungspflicht, beruhen teilweise auf bereits gefassten Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, und beziehen sich auch auf Neuplanungen und Erfordernisse, die sich aus der etwas engeren Lichtverteilung der LED-Leuchten gegenüber konventionellen Straßenlaternen ergeben. Als durchschnittliche Kosten pro Maßnahme schätzt die MWG grob rund 47 500 Euro, sodass daraus eine Gesamtkostenschätzung von eben 950 000 Euro resultiert.

Erhöhung der Planansätze

Im Haushaltsentwurf für 2021 und die Folgejahre bis 2025 schlägt der Magistrat eine Summe von 650000 Euro jährlich für den Posten „Aufwendungen für Instandhaltung und Erneuerung der Straßenbeleuchtung“ vor. Dies bedeutet eine Anpassung der Planansätze um 102 000 Euro pro Jahr und eine Erhöhung des Ansatzes für die Betriebsführung der MWG auf 752 000 Euro per Annum bis 2025. Wann sich die Ausgaben insgesamt durch die Energieeinsparung amortisiert haben werden: So lautete die Frage eines FDP-Stadtverordneten. Doch diese Kalkulation blieb der Magistrat schuldig; zumindest am Abend der Präsentation. (Von Rainer Habermann)

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