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Wird der Maintal Markt zum Schandfleck? Keine neuen Pläne für Neubau

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Von: Michael Bellack

Abstellplatz für Fahrzeuge und Müll: Der ehemalige Maintal Markt fristet ein kümmerliches Dasein. So schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern. Der Stadt sind die Hände gebunden.
Abstellplatz für Fahrzeuge und Müll: Der ehemalige Maintal Markt fristet ein kümmerliches Dasein. So schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern. Der Stadt sind die Hände gebunden. © Krisitna Bräutigam

Die Zukunft eines ehemaligen Supermarktes in Maintal bei Hanau ist schon seit Jahren ungewiss. Die bisherige Entwicklung des Grundstücks bereitet der Politik Sorgen.

Maintal – Der Jägerzaun fällt in sich zusammen, dahinter türmt sich ein Berg aus Müll. Autos unterschiedlicher Preisklassen stehen auf dem Gelände, sogar ein Boot wurde auf einem Anhänger abgestellt. Der frühere Maintal Markt steht leer. Das Gelände an der Westendstraße 63A in Dörnigheim macht wahrlich keinen gepflegten Eindruck.

Das ist auch dem Stadtverordneten der Wahlalternative Maintal (WAM), Dieter Winterstein, ein Dorn im Auge. In einem Leserbrief hat er sich an unsere Redaktion gewendet. Der jetzige Besitzer lasse das Gelände verkommen. „Wenn ich mir das Gelände Westendstraße 63A heute betrachte, ist es zu einem richtigen Schandfleck geworden. Hier wachsen die Büsche auf den Gehweg, das Laub der umliegenden Bäume bedeckt den Bürgersteig. Das Gelände dient als Auto-Abstellplatz, Müllhalde für Hausmüll, Elektromüll und Sperrmüll“, schreibt Winterstein, der die Stadt zum Handeln auffordert.

Schlechter Zustand des Grundstücks am Maintal Markt

Wie die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, sei der schlechte Zustand des Grundstücks der Stadt zwar bekannt, viel tun könne man jedoch nicht. „Da es sich um ein privates Gelände handelt, sind die städtischen Maßnahmen begrenzt. Sie beschränken sich aktuell auf schriftliche Aufforderungen an den Grundstückseigentümer“, so die städtische Pressestelle.

Rechtliche Möglichkeiten, auf das Erscheinungsbild des Grundstücks einzuwirken, habe man ebenfalls nicht, da keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vom Grundstück ausgehe. Eingreifen könne die Stadt erst, wenn der Bewuchs auf dem Grundstück öffentliche Verkehrsflächen beeinträchtigt oder die Vorgaben zur Straßenreinigungssatzung nicht eingehalten werden. Sprich, wenn beispielsweise Bäume oder Büsche auf die Gehwege wachsen.

Laut Dieter Winterstein sei die Stadt in solchen Fällen beispielsweise bei Privateigentümern bereits eingeschritten. „Hier wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen“, findet er.

Maintal bei Hanau: Zukunft vom Marktgelände sorgt Politik

Die Sorge, dass sich das Gelände immer mehr zum Schandfleck entwickeln könnte, erscheint durchaus berechtigt. Zumal sich seit der Schließung des Maintal Marktes nichts getan hat. Die Planungen des Investors für das Gelände waren zwar durchaus konkret, entsprachen aber nicht den Vorstellungen der Stadtverordnetenversammlung. Ursprünglich hatte der Investor geplant, ein mehrstückiges Wohngebäude mit 18 Wohneinheiten zu errichten.

Kritik gab es insbesondere von der WAM daran, dass der Lebensmittelmarkt dann wegfallen würde und die Nahversorgung für rund 3500 Maintaler in dem Quartier nicht mehr gegeben sei. Ein von der Stadt beauftragtes Gutachten dagegen zeigte auf, dass die Nahversorgung im Quartier auch nach dem Wegfall des Maintal Marktes gegeben sei. Entsprechende Märkte müssen fußläufig in einem Umkreis von 700 bis 1000 Metern erreichbar sein.

Unsicherheit über Pläne am Maintal Markt

„Eine Interessenbekundung relevanter Lebensmitteleinzelhändler liegt, mit Blick auf fehlende Marktpotenziale und Entwicklungsflächen am genannten Standort, nicht vor“, sagt die Stadt. Problem an der Westendstraße: Für Nahversorger-Ketten ist die Fläche von 500 Quadratmetern zu klein und damit nicht attraktiv. Die Idee, das Wohngebäude mit einer Bäckerei oder einem Backwarenverkauf zu kombinieren, wurde abgelehnt. Stattdessen beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass der Grundstückseigentümer Planungen vorstellen soll, die einen Nahversorger in der bisherigen Größe beinhaltet – das war im Dezember 2020.

Seitdem hat sich jedoch nichts getan. Neue Planungen wurden vom Grundstückseigentümer, der übrigens ein zweistöckiges Gebäude jederzeit ohne Beschluss bauen könnte, nicht vorgelegt. Einen aktuelleren Stand als den von 2020 konnte die Stadt, die im Austausch mit dem Eigentümer sei, daher nicht präsentieren. (Michael Bellack)

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