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In Reihen pflanzt das Team rund um Revierförster Heinrich Koch die Setzlinge. So wird dafür gesorgt, dass die jungen Bäume in die Höhe und nicht in die Breite wachsen.

Wald wird für die Zukunft fit gemacht

Im Maintaler Stadtwald werden 20 000 junge Bäume gepflanzt

  • Carolin-Christin Czichowski
    vonCarolin-Christin Czichowski
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„Vorher standen hier vor allem Kiefern und Fichten“, sagt Revierförster Heinrich Koch und zeigt auf ein freies Gelände mitten im Bischofsheimer Wald. Die Bäume sind dem Klimawandel zum Opfer gefallen und mussten von Koch und seinem Team entfernt werden.

Doch seit Ende März sind die Holzeinschlagsmaßnahmen zur Beseitigung der klimabedingten Waldschäden erst einmal gestoppt und die Motorsäge wurde gegen den Pflanzspaten getauscht. 20 000 Setzlinge werden derzeit im Bischofsheimer Wald gepflanzt. „Vornehmlich Eiche, auf den größeren Lichtungen“, sagt Koch.

Wald wird für die Zukunft klimastabil gemacht

In die Lücken, die durch die Fällungen von abgestorbenen Bäumen entstanden sind, kommen aber auch Mischbaumarten wie Hainbuchen, Linden, Kirschen und Spitzahorn in den Boden. Auf kleineren Flächen werden außerdem auch Weißtannen und vereinzelt Douglasien gepflanzt.

„Damit sorgen wir für den klimastabilen Wald der Zukunft“, ist der Revierförster sicher. „Die Setzlinge werden in Reihen gepflanzt“, sagt Gienek Frackowiak. Er und sein sechsköpfiges Team sind derzeit im Maintaler Stadtwald unterwegs und pflanzen beinah im Akkord. Frackowiak organisiert schon seit gut 15 Jahren die Baumpflanzaktionen, die in Maintal jedes Frühjahr stattfinden

Bäume sind nach 20 Jahren etwa acht Meter hoch

 „Ich arbeite gerne mit Revierförster Koch zusammen“, sagt er, während er einen Setzling in den Boden gibt und vorsichtig mit Erde bedeckt. Der gebürtige Pole und sein Team sind im März und April in zahlreichen hessischen Wäldern unterwegs. „Das ist die typische Zeit, um neue Bäume zu pflanzen“, sagt er.

Arbeiten seit 15 Jahren zusammen für den Maintaler Wald: Revierförster Heinrich Koch (rechts) und Gienek Frackowiak.

Dass aus den kleinen, kniehohen Bäumchen irgendwann große Eichen entstehen, ist für den Laien kaum vorstellbar. „20 Jahre dauert es, dann sind die Bäume etwa acht Meter hoch“, weiß Koch aus Erfahrung. Damit die Pflanzaktion auch dauerhaft erfolgreich ist, braucht es jetzt nur eines: „Wasser, Wasser, Wasser“, sagt der Revierförster. 

Hoffen auf den Regen

„Hoffentlich spielt diesmal das Wetter mit. Wir brauchen unbedingt ergiebigen Regen.“ Zwar hätten die Setzlinge eine Flüssigkeitsreserve. „Aber die ist schnell aufgebraucht“, so Koch. Hinzukomme, dass es in Maintals Wald größtenteils Sandböden gebe, die Wasser schlecht speichern würden.

Durch den Klimawandel müssen die hiesigen Förster immer wieder Versuche starten, um Bamarten zu finden, die möglichst gut wachsen und lange stehen bleiben können. „Bei der Eiche sind wir uns sicher, dass es hier der richtige Standort ist“, sagt Revierförster Koch. „Die Tanne hingegen ist ein Versuch.“

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