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Maintal: Letzter Kaffeeklatsch der Bürgerhilfe im Jahr 2022

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Von: Michael Prochnow

Die selbst gebackenen Streuselkuchen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit . . .
Die selbst gebackenen Streuselkuchen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit . . . © Michael Prochnow

„Das Alter“! Über dieses Thema sinnierte schon Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. „Das Alter ist ein höflich’ Mann, einmal übers andre klopft er an, aber nun sagt niemand: Herein!“ Das gilt für Maintal-Dörnigheim so nicht, denn gerade Seniorinnen und Senioren steht der Kaffeeklatsch der Bürgerhilfe offen. Edith Hammer zählt zu jenen Stammgästen, die gerne ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte zum Besten geben.

Maintal – Die Damen sitzen diesmal an H-förmig zusammengestellten Tischen im ersten Stock des Sozialzentrums an der Neckarstraße. Man kennt sich, es sind fast immer dieselben Dörnigheimerinnen, die selbst gebackene Kuchen-Kunstwerke genießen.

An jedem dritten Mittwoch im Monat

„Bis zu 35 Gäste bewirten und unterhalten wir“, berichtet Ursula Aurbek. Die Sprecherin bereitet die Nachmittage an jedem dritten Mittwoch im Monat gemeinsam mit Helga Müller, Brigitte Loewen und Friedel Völker vor, Inge Orth und Brigitte Gorda stehen in der Küche, verteilen die letzten Stücke des Frankfurter Kranzes und des flachen Streuselkuchens.

Ehemann Udo Loewen gehört zu den wenigen männlichen Besuchern in der Runde, mehr noch, er ist der einzige Mann, der einen Kuchen gebacken hat – unter der Regie der Gattin, verrät diese. Auch Winfried Aurbek ist heute dabei, er ist Gründungs- und mittlerweile Ehrenmitglied der Bürgerhilfe. 2001, ein Jahr nach dem Start des Vereins, riefen einige Damen zum Kaffeeklatsch.

Heringsessen und Adventsfeier feste Termine

„Es kommen wenige Jüngere“, bedauert Leiterin Aurbek, auch die lange Corona-Pause habe der Runde zugesetzt. „Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder besser“, hofft sie auf „neue Gesichter“. Jetzt trägt eine der Stammbesucherinnen Zeilen über „Unterschiede zwischen Männer und Frauen“ vor, die an den Tischflügeln ebenfalls Heiterkeit auslösen.

Einige blicken etwas nervös auf ihre Armbanduhren und verabschieden sich dann gemeinsam. „Der Bus kommt!“, erläutert Ursula Aurbek den kollektiven Aufbruch. „Manche kommen aus Bischofsheim“, weiß sie, während die Frauen aus Wachenbuchen wohl nicht mehr zu gewinnen seien.

. . . bei den Besuchern des traditionsreichen Kaffeeklatschs der Maintaler Bürgerhilfe, der regelmäßig in den Räumen an der Neckarstraße stattfindet.
. . . bei den Besuchern des traditionsreichen Kaffeeklatschs der Maintaler Bürgerhilfe, der regelmäßig in den Räumen an der Neckarstraße stattfindet. © Michael Prochnow

Zu den regelmäßigen Teilnehmerinnen der Gruppe zählt die 96-jährige Nora Glück. Doch ausgerechnet die Älteste ist heute nicht da. „Sie recherchiert im Internet und findet immer Anekdoten und amüsante Texte“, erzählt die Ansprechpartnerin „beeindruckt und fasziniert von den älteren Menschen“. Zu den wiederkehrenden, größeren Terminen zählen das Heringsessen nach Fastnacht, ein Nachmittag mit Zwiebelkuchen im Herbst und die Adventsfeier, die am Dienstag, 29. November, ab 15 Uhr steigt.

Dann sind sie deutlich mehr, erläutert die Organisatorin, „früher kamen rund 200 Gäste ins Evangelische Gemeindezentrum an der Berliner Straße, und 45 Kuchen wurden gebacken“. Das gehe schon allein wegen des erfolgten Umbaus des Saals nun nicht mehr, aber viele Maintaler der reiferen Generation „reagieren verhalten oder sind der Gemeinschaft entwöhnt“, hat die Kaffeeklatsch-Leiterin der Bürgerhilfe beobachtet.

Von Michael Prochnow

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