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Wie Maintal von der Kreisfreiheit Hanaus profitieren könnte

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Wenn Hanau den Main-Kinzig-Kreis verlässt, wird Maintal – hier mit Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen – die größte Stadt des Kreises. Foto: Häsler
Wenn Hanau den Main-Kinzig-Kreis verlässt, wird Maintal – hier mit Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen – die größte Stadt des Kreises. Foto: Häsler

Maintal. Wenn die große Schwester auszieht, dann hat das für die kleinere den Charme, dass sie noch einmal viel stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerät. Entsprechend könnte auch Maintal davon profitieren, wenn die Nachbarstadt Hanau den Main-Kinzig-Kreis verlässt.

Von Martina Faust

Als „Chance“ für die Städte und Kommunen im Westen wertet die Kreisspitze die mit der Auskreisung Hanaus verbundenen Verlagerungen von Verwaltungsbereichen des Landkreises. Es geht um jene Einheiten, die derzeit noch in Hanau angesiedelt sind, aber im Sinne der Bürgernähe in einer dann kreisfreien Stadt keinen Sinn mehr ergeben und idealerweise im westlichen Main-Kinzig-Kreis neu verortet werden.

Es ist eine Chance, die sich Maintal nicht entgehen lassen möchte. Entsprechend bestätigt die städtische Pressestelle auf Nachfrage, dass es bereits Gespräche zwischen Maintal und dem Kreis gegeben hat. Nähere Auskünfte, an welchen Verwaltungseinheiten man besonders interessiert ist, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht. „Das hängt insbesondere von den Flächen- und Raumansprüchen des Kreises ab. Sobald zu den Flächen- und Raumansprüchen detaillierte Informationen vorliegen, können wir prüfen, inwieweit wir Maintaler Flächen oder Immobilien anbieten können“, heißt es aus dem Rathaus.

"Maintal wird an Bedeutung gewinnen"

Konkret sucht die Kreisspitze neue Standorte für die Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA), das Kommunale Center für Arbeit (KCA), die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) sowie das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, außerdem Teile der Zulassungs- und Führerscheinstelle. Die Kommunen können hierzu ihre Vorschläge einreichen, die im kommenden Jahr geprüft und bewertet werden sollen.

Tatsächlich verspricht sich Maintal einiges davon, wenn Hanau 2021 den Kreis verlässt. „Maintal wird als künftig größte Kommune im Main-Kinzig-Kreis an Bedeutung gewinnen. Aufgrund seiner Lage – als unmittelbare Nachbarstadt zu Frankfurt – kann Maintal besondere Funktionen übernehmen, wie beispielsweise als Standort für das Gründerzentrum MKK, für das wir bereits Interesse bekundet haben“, erklärt Pressesprecherin Nicole Bilz.

Eigene Auskreisung ist keine Option

So sehr aus Maintaler Sicht die Entscheidung der Brüder-Grimm-Stadt für eine Auskreisung nachvollziehbar ist, so wenig stehen Überlegungen im Raum, es der Nachbarkommune gleich zu tun. „Für Maintal besteht dazu weder Anlass noch eine Notwendigkeit“, heißt es auf Nachfrage. Kein Wunder, schließlich kann und möchte Maintal als neues „Schwergewicht“ im Kreis richtig punkten und vom „Auszug der großen Schwester“ nun so richtig profitieren.

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