Der Festplatz in Wachenbuchen bleibt auch in diesem Jahr verwaist. Zum zweiten Mal in Folge muss die Kerb wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Gleiches gilt für das Straßenfest in Bischofsheim.
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Der Festplatz in Wachenbuchen bleibt auch in diesem Jahr verwaist. Zum zweiten Mal in Folge muss die Kerb wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Gleiches gilt für das Straßenfest in Bischofsheim.

Keine Feierstimmung im August

Maintal: Kerb Wachenbuchen und Bischofsheimer Straßenfest offiziell abgesagt

  • Michael Bellack
    vonMichael Bellack
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Bereits im zweiten Jahr in Folge fallen zwei Maintaler Traditionsveranstaltungen im August aus. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde am Wochenende die Wachenbucher Kerb offiziell abgesagt. Und auch das Bischofsheimer Straßenfest wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Maintal – „Wir haben uns das so lange wie möglich offen gehalten und immer gehofft, dass das was werden kann“, sagt Klaus Karber vom Kerb-Team der Kewa Wachenbuchen. Aufgrund der aktuell verhängten Corona-Notbremse rückte die Kerb im August jedoch noch einmal in weite Ferne. „Wir kommen jetzt in die Phase, in der Gelder in die Hand genommen werden müssen. Gelder, die man wahrscheinlich nicht wieder zurückkriegt“, erklärt Karber. Das finanzielle Risiko könne man nicht eingehen, da war sich das Team einig.

Absage der Kerb so lange wie möglich hinausgezögert

Für Kewa Wachenbuchen ist der Ausfall besonders bitter. Schließlich feiert der Fußballverein in diesem Jahr sein 110-jähriges Bestehen. Und das bisher ohne jegliche Veranstaltungen. Daher habe man mit der Absage der Kerb auch lange gewartet. Das sei möglich, weil man mit den Künstlern und Lieferanten schon lange zusammenarbeite, sagt Karber. „Die Kerb genießt einen hohen Stellenwert. Einige Künstler haben schon gefragt, ob die Kerb stattfindet, weil sie sonst andere Termine annehmen würden“, sagt Karber.

Um jetzt Klarheit zu schaffen, wurden die vielen ehrenamtlichen Helfer befragt. Die Meinung war eindeutig: „Eine Kerb, wie wir sie uns vorstellen, kann man nicht machen“, so Karber. Auflagen in Sachen Hygiene und Abstand hätten der Kerb auch ihren besonderen Reiz genommen, ist er sich sicher. „Abstand halten beim Frühschoppen, das macht wohl keinem Spaß. Und wir wollen auch keine Kerb, mit der keiner so richtig glücklich ist.“

Kewa Wachenbuchen hofft auf eine Jubliäumsfeier

Die Kewa hofft nun, dass in diesem Jahr zumindest in irgendeiner Form das Jubiläum gefeiert werden kann. Wie das aussehen könnte und vor allem wann, das steht noch in den Sternen. Im kommenden Jahr ist die Kewa wieder als organisierender Verein eingeplant, dann zum 111-Jährigen.

„Wir hatten für diese und die nächste Kerb einen Generationswechsel geplant, da auch viele Junge an der Organisation beteiligt sind. Jetzt hoffen wir stark, dass wir das nächstes Jahr auf die Beine stellen können.“

Vereinsring sagt Bischofsheimer Straßenfest ab

Neben der Wachenbucher Kerb wurde am Wochenende auch das Bischofsheimer Straßenfest offiziell abgesagt. „Der Vorstand hat lange mit sich gerungen und nach Möglichkeiten gesucht“, sagt Andreas Derflinger, Vorsitzender des Bischofsheimer Vereinsrings. „Jetzt sieht man aber, dass alle Feste in diesem Zeitraum abgesagt werden müssen.“ Geplant war das Straßenfest für das dritte Augustwochenende, also eine Woche nach der Kerb.

Auch in Bischofsheim hatte man die Hoffnung, dass möglicherweise ein Konzept mit Schnelltests ein Fest ermöglicht. Diese Idee musste aber verworfen werden. „Es gibt so viele Eingänge, die kann man nicht alle absperren. Da muss man nur an die ganzen Hauseingänge entlang der Straßen denken. Da etwas zu kontrollieren, ist einfach unmöglich“, erklärt Derflinger. Bei gutem Wetter und mit Blick auf die vielen ausgefallenen Veranstaltungen hätten die Bischofsheimer zudem mit einem viel größeren Besucherandrang fertig werden müssen.

Vereine verlieren wichtige Einnahmen

„Wir machen das alles ehrenamtlich, das fließt viel Herzblut rein. Natürlich tut das weh“, sagt Derflinger. „Für die Vereine sind das wichtige Einnahmen und sie haben die Möglichkeit, sich hier zu repräsentieren und Mitglieder zu gewinnen, das ist natürlich hart.“

Und auch Derflinger weiß, dass selbst ein Straßenfest unter Einhaltung der strengen Hygiene- und Abstandsregeln ein anderes gewesen wäre. „Abends sind die Hinterhöfe und Zelte voll, das macht es ja aus. Schunkeln mit Mindestabstand wird schwierig.“ Der Blick geht jetzt bereits in die Vorweihnachtszeit. Dann soll der traditionelle Weihnachtsmarkt stattfinden, der vom Vereinsring organisiert wird.

Von Michael Bellack

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