Parkverbot: Lkw sollen nicht länger auf dem Platz neben dem Maintalbad abgestellt werden, fordert die WAM.
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Parkverbot: Lkw sollen nicht länger auf dem Platz neben dem Maintalbad abgestellt werden, fordert die WAM.

Stadt reagiert

Kein Platz mehr für Lkw: Fläche am Maintalbad wird von Baufirmen als Ablage- und Parkfläche genutzt

  • vonBettina Merkelbach
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Derzeit ist das Maintalbad zwar geschlossen, aber wer vor Corona an einem heißen Sommertag mit dem Auto ins Freibad wollte, konnte hier schon bei der Parkplatzsuche ins Schwitzen kommen – erst recht, wenn wie so oft zahlreiche Lkw neben dem Schwimmbad-Parkplatz standen.

Maintal – Um mehr Platz für die Schwimmbadgäste zu schaffen, hatte die Stadtverordnetenversammlung 2019 beschlossen, dass während der Öffnungszeiten des Schwimmbads auf der Fläche nördlich des Maintalbads keine Lastwagen abgestellt werden dürfen. „Wir hatten uns damals schon dafür ausgesprochen, dieses Verbot nicht nur auf die Freibadsaison zu begrenzen“, sagt Christian Wolf, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Wahlalternative Maintal – Soziale Gerechtigkeit (WAM). Dass auf der Fläche, die direkt an ein Biotop angrenzt, überhaupt Lkw parken und Firmen Baumaterial und Abfall lagern, stößt bei der Wählergemeinschaft auf Kritik.

Sie hat daher in die Stadtverordnetensitzung im Dezember den Antrag eingebracht, die Lkw-Parkfläche zu schließen, Baumaterial und Abfall zu entfernen und die Fläche zum Schutz des Biotops zu renaturieren, konnte mit diesem Antrag aber weder den zuständigen Bauausschuss noch das Stadtparlament überzeugen. „Dass unser Antrag, diesen Missstand zu beheben, von den anderen Fraktionen nicht mitgetragen wurde, verstehen wir nicht“, sagt Antragsteller Wolf. „Vor allem, dass die Grünen der nicht genehmigten Nutzung von Flächen für Lkw, Baumaterialien und -schutt einen höheren Stellenwert eingeräumt haben, als der unmittelbaren Gefährdung eines Biotops durch den Eintrag von Schadstoffen entgegenzuwirken, erstaunt mich sehr.“

Stadt Maintal will schnellstmöglich eine Fläche bereitstellen

Die WAM fragte beim Magistrat nach, ob die Vergrößerung der Lkw-Parkfläche in den benachbarten Acker und die dauerhafte Lagerung von Bau- und Abfallmaterial genehmigt worden seien. Der Magistrat verneinte: Die Fläche sei von einer von der Stadt beauftragten Kanal- und Straßenbaufirma eigenmächtig vergrößert worden.

Der temporären Lagerung von Baumaterial habe die Stadt zugestimmt – bis sie dafür eine andere Fläche bereitstellen kann. Dann erst könne die Firma sich auch wie genehmigt auf die eigentliche Stellplatzfläche beschränken.

Das soll, erklärt die Stadt auf Nachfrage, schnellstmöglich umgesetzt werden. Konkret, so die Pressestelle, sei im Haushalt 2021 vorgesehen, „dass westlich der Feuerwehr in Hochstadt eine geeignete Fläche hergestellt wird, um Baufirmen, die für die Stadt Maintal tätig sind, die temporäre Lagerung von Baumaterial zu ermöglichen“.

Areal soll renaturiert werdeb

Bereits nach der Stadtverordnetenversammlung habe der Erste Stadtrat Karl-Heinz Kaiser angekündigt, die Beschilderung, die das Abstellen von Lkw von 22 bis 6 Uhr erlaubte, entfernen zu lassen, so Wolf. „Wir begrüßen es sehr, dass er sich dieses Problems angenommen hat“, sagt Wolf. „Dass die Fläche jetzt allerdings als Abstellort für den Austausch von Altglas-Containern genutzt wird, ist nicht in unserem Sinn.“

Dies soll allerdings nur bis Mitte Januar andauern. Danach plant die Stadt, das Areal zu renaturieren. Dafür soll der Schotter abgetragen und als Wall aufgeschüttet werden, um zu verhindern, dass „die Fläche wieder von in der Hauptsache auswärtigen Unternehmen als Abstellfläche genutzt wird“. (Von Bettina Merkelbach)

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