1. Startseite
  2. Region
  3. Maintal

Maintal: Hanauer Hardrock-Bands lassen Skatehalle in Dörnigheim beben

Erstellt:

Eine Rockband mit drei Gitarristen sorgt für Stimmung beim Publikum
Zur Musik der Hanauer Band Damage Case ließen die Fans die Haare fliegen. © Bettina Merkelbach

Große Flexibilität beweist der Verein Railway bei der Organisation des diesjährigen Bandcontests „Maintal Rockz“. Eigentlich war der Rockwettbewerb für den vergangenen Samstag geplant. Fünf Bands aus der Region hatten sich aus allen Bewerbungen für den Contest qualifiziert und sollten Open Air vor der Skatehalle an der Bahnstrecke in der Eichenheege gegeneinander antreten.

Maintal – Nach mehrjähriger Corona-Pause und ohnehin auftrittsarmer Zeit, hatten sich sowohl der Veranstalter als auch die eingeladenen Bands auf die Veranstaltung gefreut.

Doch dann trudelte eine Absage nach der anderen ein: Die Band Tengrilay musste passen, weil sich der Gitarrist das Handgelenk gebrochen hatte. Wenige Tage später vermeldete Phonoskope einen Corona-Fall. Und auch The Bumfuzzle fiel wegen einer Corona-Erkrankung aus. „Ich wollte schon alles absagen“, gibt Sebastian Ladwein vom Verein Railway am Samstag zu. „Verletzungen, Corona – das kann natürlich alles passieren, erst recht in dieser Zeit. Aber mich hat das wie mehrere Schläge hintereinander getroffen.“

Die beiden verbliebenen Bands Damage Case und Buried in Smoke – gesund und unverletzt – überzeugten ihn aber, die Veranstaltung nicht komplett abzuschreiben. „Wir haben gesagt: Wir müssen das unbedingt machen“, erzählt Tony Volkov, Frontmann und Sänger der Hanauer Hardrock-Band Buried in Smoke. Von derart großer Spielfreude überzeugt, speckte Railway die Veranstaltung ab und bot Publikum und Bands einen Hardrock-/Heavy-Metal-Nachmittag vom Feinsten.

Druckvoller Hardrock und Metallica-Cover

Volkov stimmte das Publikum bei Bier, Limo und Chili sin Carne mit einem Akustik-Set auf lautere Töne ein. Seine Band Buried in Smoke hatte sogar extra Fans aus weiter Ferne mobilisiert, die sie beim Contest unterstützen sollten. Denn – das wurde beim ersten Act klar – die Konkurrenz ist hart. Damage Case legten mit einer gut einstündigen Metalshow die Messlatte hoch. Die vierköpfige Combo mit zwei Gitarristen, Bass und Drums überzeugte mit perfekt aufeinander abgestimmten Instrumentalsoli und druckvollem Hardrock. Mit eigenen Songs und gelungenen Covers – etwa dem durch die Serie „Stranger Things“ gerade wieder bekannt gewordenen Metallica-Song „Master of Puppets“ – lieferten die vier Hanauer einen energiegeladenen Einstand.

Damage Case und Buried in Smoke (links) rockten am Samstagnachmittag die Dörnigheimer Skatehalle.
Buried in Smoke rockten am Samstagnachmittag die Dörnigheimer Skatehalle. © Bettina Merkelbach

Die Spielfreude sprang aufs Publikum über und übertrug sich auch auf den nachfolgenden Act Buried in Smoke. Denn von Konkurrenz ist am Samstagnachmittag nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die beiden Bands hatten sich am Abend zuvor kennengelernt und spontan einen Straßen-Gig zusammen gespielt. „Wir haben zufällig festgestellt, dass unsere Proberäume direkt nebeneinander liegen“, erzählt Marco Vanic, Sänger von Damage Case.

Publikum geht mit und feiert

Und das Publikum? Dem macht es überhaupt nichts aus, dass es am Samstag zum Konzert statt zum Contest gekommen ist. Der Vorteil, wenn man regionale Bands engagiert: Sie bringen ihren eigenen Fanclub mit. Und so feiern die Fans ihre Bands, bejubeln die Musiker und headbangen direkt vor der Bühne.

Hinterhof-Flair: Den Fans machte es nichts aus, dass sie am Samstag ein Konzert statt den Band-Contest „Maintal Rockz“gespielt bekamen.
Hinterhof-Flair: Den Fans machte es nichts aus, dass sie am Samstag ein Konzert statt den Band-Contest „Maintal Rockz“gespielt bekamen. © Bettina Merkelbach

„Super Musik, super Stimmung“, resümiert Gunnar. „Mir ist der Contest letztendlich egal.“ „Das ist eigentlich nicht meine Musik“, sagt eine andere Zuhörerin. „Aber die Jungs sind alle echt gut an ihren Instrumenten. Ich bin beeindruckt.“ Daher wollen die meisten zum Contest wiederkommen. „Das sollte man viel öfter machen, solche Konzerte, um Newcomer zu unterstützen“, ergänzt Susan. „Das ist genau mein Geschmack“, findet Stefan. „Ich mag dieses Hinterhof-Flair.“

Bandcontest wird nachgeholt

Daher hatte Railway eine Lösung für alle, die statt zum Contest am Samstag da waren, und alle, die zum Contest wiederkommen wollen: Die bereits gekauften Tickets konnten auch für das Konzert am Samstag genutzt werden, inklusive „Entschädigung“ über einen Getränke-Gutschein. Alternativ gelten die Tickets für den Nachholtermin. „Wir wollen das auf jeden Fall noch in diesem Sommer machen“, verrät Sebastian Ladwein. Und darauf können sich alle Maintaler Rock- und Metalfans freuen. Denn die fünf Bands, die dann gegeneinander antreten, spielen alle in der Güteklasse von Damage Case und Buried in Smoke. (Von Bettina Merkelbach)

Auch interessant