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Maintal: Gefährliches Verkehrschaos vor dem Schulzentrum

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Sorgenvoller Blick: Schulleiter Claus Wörn macht auch das Verhalten vieler Schüler zu schaffen. Sie rücken in den Bussen nicht auf, sondern bleiben im vorderen Bereich stehen.
Sorgenvoller Blick: Schulleiter Claus Wörn macht auch das Verhalten vieler Schüler zu schaffen. Sie rücken in den Bussen nicht auf, sondern bleiben im vorderen Bereich stehen.

Maintal. Das Verkehrs-Chaos vor den Schulen nimmt zu. Vor allem vor der Einstein-Schule in Maintal. Rücksichtslose Elterntaxis, zu schnell fahrende Busse, dazwischen Schüler, Lehrer, Eltern. Der  Leiter der Einsteinschule spricht von Glück, dass noch nichts passiert ist.

Von David Scheck

Es ist 13.15 Uhr. Die sechste Stunde ist vorbei, vor der Albert-Einstein-Schule beginnt der tägliche Wahnsinn: Hunderte Schüler strömen vom Schulgelände in Richtung Bushaltestellen an der Goethestraße. Dort warten bereits die vom Stadtverkehr Maintal (SVM) bestellten Verstärkerbusse, aber auch zahlreiche der sogenannten Elterntaxis, zum Teil mitten auf der Straße. Lehrer versuchen als Lotsen, das Chaos in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken.

Mehrere "Baustellen"

Bei zwei Terminen vor Ort hat sich die Redaktion des MAINTAL TAGESANZEIGER ein Bild von der Situation gemacht. Mit dabei ist auch Claus Wörn. Der Leiter des Einsteingymnasiums sorgt dafür, dass die Kinder, die in die Busse einsteigen, auch bis hinten durchlaufen, um keinen Rückstau zu verursachen. Die Anspannung dabei merkt man Wörn an. „Wir haben im Grunde genommen riesiges Glück, dass hier noch nichts passiert ist“, sagt der Schulleiter eindringlich.

Was Wörn zu schaffen macht, sind gleich mehrere „Baustellen“. Da seien zunächst einmal die Schüler selbst. Viele, die nur noch Platz in den Gängen der Busse finden, würden nicht aufrücken. Daher stünden sie dann im Gang im vorderen Bereich, was gefährlich werden könne, wenn der Bus abbremsen müsse. Womit wir bei Problem Nummer zwei wären. „Einige der Busfahrer fahren einfach zu schnell“, hat der Schulleiter beobachtet. „Hier sollten eigentlich nur zehn Stundenkilometer erlaubt sein.“ Gefahren werden dürfen am Schulzentrum an der Goethestraße 30 Stundenkilometer.

Erlterntaxis gefährden den Verkehr

Der eine oder andere Schnellfahrer, der Begriff Raser wäre wohl eher unangebracht, findet sich auch unter der Elternschaft – Problem Nummer drei. Viele Schüler werden nach dem Unterricht von ihren Eltern abgeholt. Diese stellen sich mit ihren Autos teilweise auf den Parkplatz des Schulzentrums – was nicht erlaubt ist, wie Wörn anmahnt. Allerdings ist dieses Verhalten immer noch rücksichtsvoller als jenes, das andere an den Tag legen: Sie halten einfach auf der Straße, um ihre Sprösslinge einzuladen. In dem Durcheinander mit nachfolgendem Pkw-Verkehr, ankommenden und abfahrenden Bussen sowie Schülern, die über die Straße laufen, ein gefährliches Verhalten. Und das, so Wörn, obwohl es nur wenige Meter weiter in nördlicher Richtung zahlreiche Parkplätze entlang der Goethestraße gebe.

Die Schulleitung versucht es mit Kommunikation. Die als Lotsen eingesetzten Lehrer weisen die Eltern auf ihr falsches Verhalten hin. „Aber dann werde ich regelrecht beschimpft“, sagt einer der Lotsen, der seinen Namen nicht nennen will, beim ersten Vor-Ort-Termin. Dennoch soll weiter an die Erziehungsberechtigten appelliert werden. Man werde wohl nochmals den Weg über den Elternbeirat suchen, sagt Wörn.

Es fehlt eine Haltestelle

Auch mit dem Stadtverkehr gibt es einen Austausch. Es gibt jeweils einen sogenannten Busbeauftragten in der Lehrer- sowie in der Elternschaft. Beim zweiten Gespräch vor Ort ist auch Martina Sadat, Betriebsleiterin beim SVM, dabei. Mit ihr bespricht Wörn die Situation an den Bushaltestellen – Problem Nummer vier: An der erst vor wenigen Jahren gebauten Haltestelle gibt es drei Buchten für wartende Busse. Kommt der reguläre Linienbus hinzu, hält dessen Fahrer oft in der zweiten Reihe, also auf der Straße. „Es fehlt eine Haltestelle“, so das Fazit des SVM und der Schulleitung.

Die Suche nach Lösungsansätzen

Eigentlich habe man sich seitens des SVM einen richtigen Busbahnhof gewünscht, so Sadat. Doch die Stadt – diese baut die Haltestellen – habe andere Pläne umgesetzt. Vielleicht ließe sich die Haltestelle für den Linienbus in südlicher Richtung, hinter den Fußgängerüberweg mit Ampel, verlegen, kommt während des Gesprächs ein Lösungsansatz für eines der Probleme auf.

Was die Geschwindigkeitsüberschreitungen angeht, so kontrolliere die Ordnungsbehörde der Stadt Maintal dort regelmäßig den Verkehr. Mit vier mobilen Geschwindigkeitskontrollen sei laut einer Mitteilung der Stadt an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Uhrzeiten schon vor den Sommerferien geprüft worden, ob sich die Autofahrer an das Tempolimit halten. Und auch nach den Sommerferien seien die Ordnungshüter vor Ort gewesen, um Eltern über ihr rechtswidriges Anhalten oder ihre riskante Wendemanöver aufzuklären.

Doch so lange die Situation so ist, wie sie ist, wird sich Schulleiter Wörn sicher noch oft um 13.15 Uhr vor das Bischofsheimer Schulzentrum stellen und die Sicherheit im Blick haben. Immerhin ein Gutes hat die Sache wirklich: Bis jetzt ist noch nichts passiert.

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