Wahlalternative Maintal
+
Wahlalternative Maintal

„Die Politik muss weiblicher werden“

Frauen in der Maintaler Politik: Jana Freund kandidiert für die WAM

  • vonBettina Merkelbach
    schließen

Als junge Frau ist sie eine Minderheit in der Maintaler Lokalpolitik. Doch in ihrer Familie hat politisches Engagement Tradition. Vor vier Jahren ist Jana Freund, die ihrem Vater in die Wahlalternative Maintal – Soziale Gerechtigkeit (WAM) gefolgt ist, als Nachrückerin ins Stadtparlament eingezogen. Nun tritt sie für die Wählergemeinschaft auf dem zweiten Listenplatz zur Kommunalwahl am 14. März 2021 an.

Maintal – „Die Politik muss dringend weiblicher werden“, sagt die 30-Jährige. „Aber wir haben nicht nur ein Frauen-, sondern auch ein Nachwuchsproblem.“ Dabei fehle es der jüngeren Generation an politischer Motivation nicht, sagt sie mit Blick auf die Fridays-for-Future-Bewegung. „Das Problem ist, dass man als Parteilose oft mehr erreicht, weil man keine Partei- oder Fraktionslinie vertreten muss“, sagt Jana Freund. „Mich würde es nicht wundern, wenn aus Fridays for Future eine neue politische Strömung entsteht.“

Als Wählergemeinschaft bietet die WAM politisch Engagierten jeglicher Colour eine Heimat. „Mit einer Ausnahme: Wir nehmen keine Rechtsextremen. Davon abgesehen haben wir aber ein offenes Ohr für alle, was sich unter anderem auch in unseren öffentlichen Fraktionssitzungen widerspiegelt“, erklärt sie das Konzept. Dafür sei eine Wählergemeinschaft auf die Kommunalpolitik beschränkt. „Und dafür ist es eben tatsächlich sehr viel Arbeit.“ Und die wird, da ist sie sicher, durch die Nominierung auf den zweiten Listenplatz noch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

„Ganz unverdient stehe ich da nicht drauf“, stellt die Stadtverordnete klar, die Mitglied im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur ist und ihren Schwerpunkt in der internen und interfraktionellen Arbeit sieht. In den vergangenen Jahren hat sie, auch gegen Widerstand, einiges erreicht. „Was musste ich mich vor zwei Haushalten in meiner Fraktion dafür durchsetzen, dass wir in unseren Büchereien freies WLAN einrichten“, sagt sie und blickt ebenso stolz auf den Erhalt des Wildtierfreunde-Vereins und die Gründung der Maintaler Immobiliengesellschaft zurück.

„Unsere größte Errungenschaft ist aber sicherlich die Einrichtung der bürgerschaftlichen Beauftragten für Soziales, die auch durch Corona stark gefordert wird“, so Jana Freund. Die bürgerschaftliche Beauftragte der Stadt, Stefanie Parczyk, ist Ansprechpartnerin für alle, die Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden haben, unterstützt zum Beispiel bei der Antragstellung für Sozialleistungen und begleitet Behördengänge.

Jana Freund steht auf Listenplatz 2 für die kommende Kommunalwahl.

Jana Freund selbst hat die Mitarbeit in städtischen Ausschüssen und Gremien ihres Vaters von klein auf miterlebt. „Ich selbst bin da ja auch mehr oder weniger hineingerutscht“, sagt sie rückblickend. Dem Klischee der Quotenfrau tritt sie vehement und mit Kompetenz entgegen. „Als Nachwuchs wurde ich von Anfang an von Kolleginnen und Kollegen aus allen Fraktionen an die Hand genommen – wofür ich sehr dankbar bin –, und das obwohl die WAM lange Zeit das Image hatte, gegen alles und jeden zu sein.“

Ihr Ziel ist es, die Kommunikation innerhalb ihrer und mit den anderen Fraktionen zu verbessern. „Vor allem in den Ausschusssitzungen geht es häufig schon sehr rau zu“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Sie vermutet, dass durch die Live-Übertragungen des Stadtparlamentsfernsehens viele Kolleginnen vor der Kamera nicht so taff sind, wohingegen die männlichen Parlamentsmitglieder gerade dann aus sich herausgehen. „Ich weiß nicht immer, was davon Schaudebatte und was ehrliche Empörung ist.“

Für Maintal hofft sie persönlich, dass es gelinge, die AfD nicht zum Zug kommen zu lassen. „Im Vergleich zu ähnlich großen Nachbarkommunen haben wir hier wenig Probleme“, sagt sie und nimmt dies als Bestätigung ihres politischen Kurses, die Belange der Bürger ernst zu nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren