Erich Fischer vor einem Plakat, das mit der Basilika die berühmteste Sehenswürdigkeit Esztergoms zeigt. Etwas Herzhaftes hält er derweil in den Händen: den ungarischen Kräuterlikör Unicum. Foto: Gerth

Maintal

Maintal feiert 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Esztergom

Maintal. Auf stolze 25 Jahre kann Maintals Städtepartnerschaft mit dem ungarischen Esztergom in diesem Jahr zurückblicken. Die Jubiläumsfeier dazu findet zwar erst im Oktober in Esztergom statt, doch bereits ab diesem Freitag findet im Dörnigheimer Hotel-Restaurant „Zur Mainlust“ die bereits 22. Ungarische Woche statt.

Von Lars-Erik Gerth

Die soziale Komponente steht bei der Städtepartnerschaft mit Esztergom seit vielen Jahren im Mittelpunkt. Das wird im Gespräch mit Erich Fischer, dem langjährigen Vorsitzenden des Arbeitskreises (AK) Maintal-Esztergom, schnell deutlich.

„Ich war erst vor wenigen Tagen wieder in unserer Partnerstadt, habe einen Transport mit Kleidung und Schuhen hingebracht, die Menschen aus Maintal und der Region gespendet hatten. Und auch diesmal war ich fasziniert davon, mit welch großer Dankbarkeit unsere ungarischen Freunde diese Unterstützung entgegengenommen haben“, berichtet Fischer, der auch Inhaber der „Mainlust“ ist, von seiner Fahrt nach Esztergom.

Hilfe für EsztergomEinmal im Jahr findet dieser Hilfstransport statt. Unter anderem unterstützt der AK Maintal-Esztergom in der Partnerstadt das Rote Kreuz, ein Mädchen-, ein Waisen- und ein Seniorenheim. Und auch die Ungarische Woche ist ein wichtiger Bestandteil der Maintaler Hilfe für die Menschen in Esztergom. Von jedem Essen, das Erich Fischer und sein Team zwischen dem 2. und 11. März servieren, fließt ein Euro in die Hilfe für soziale Einrichtungen und Menschen in Ungarn.

In den nun 25 Jahren der Verschwisterung mit Esztergom sind nicht zuletzt zahlreiche persönliche Freundschaften entstanden, welche die Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen. „Immer wenn wir nach Esztergom kommen, werden wir mit offenen Armen empfangen. Diese Herzlichkeit der Menschen dort ist immer wieder überwältigend“, schwärmt Fischer geradezu von der Partnerschaft, die er seit vielen Jahren als AK-Vorsitzender pflegt.

1993 wurde die Partnerschaft besiegeltEr vergisst aber ebenfalls nicht, dem Dörnigheimer Friedrich Raab zu danken. Dieser war der Initiator der Städtepartnerschaft. Bereits lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs reiste Raab immer wieder nach Esztergom und knüpfte dort Kontakte. So wurde die Städtepartnerschaft bereits im April 1989 – also noch vor dem Fall der Mauer – vorbereitet, als Raab mit dem damaligen Ersten Stadtrat Karl-Heinz Schreiber zu Gesprächen nach Esztergom fuhr. Offiziell besiegelt wurde die Städtepartnerschaft dann 1993.

„Zu der Feier des 25-jährigen Bestehens wird der Arbeitskreis im Oktober mit einem Bus nach Esztergom reisen. Wir freuen uns bereits sehr darauf“, berichtet Fischer. Regelmäßig organisiert der Arbeitskreis Reisen in die Partnerstadt. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft war im März 2013 eine Delegation aus Esztergom zu Gast in Maintal und wurde der runde Geburtstag mit einem Empfang im Rathaus in Hochstadt gefeiert. Die akademische Feier zum 25-Jährigen soll nun im historischen Ambiente der Burg in Esztergom stattfinden. Laut Fischer werden auch Bürgermeisterin Monika Böttcher und Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser an den Feierlichkeiten in der Partnerstadt im kommenden Oktober teilnehmen.

Bereits mehrere Fahrten nach UngarnDie zwischenmenschliche Komponente bei dieser Städtepartnerschaft liegt Fischer besonders am Herzen. So organisierte er vor Jahren eine Fahrt für die ungarischen Freunde an die Mosel und vor drei Jahren gab es eine Kreuzfahrt ins westliche Mittelmeer, an der auch über 20 Ungarn zu günstigen Konditionen teilnehmen konnten. Eine enge Verbindung gibt es auch zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Edith Stein und Esztergom. Pfarrer i. R. Rainer Durstewitz hat in der Vergangenheit bereits eine Reihe von Fahrten in die Partnerstadt organisiert und wird laut Fischer auch bei der Reise im Oktober mit dabei sein.

Diese gelebte Freundschaft wird nun auch wieder bei der Ungarischen Woche sichtbar, zu der gute alte Bekannte aus Esztergom wie Peter Aknai oder Gabriella Marosi kommen werden. Und eine „Zigeunerkapelle“, die mit ungarischen Weisen aufwartet, darf selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Erstmals wird während der Ungarischen Woche außerdem mit György Müller ein seit Jahrzehnten in Deutschland lebender Ungar seine geschnitzten künstlerischen Werke in der „Mainlust“ präsentieren. Nicht zu vergessen natürlich die vielfältigen kulinarischen Spezialitäten aus dem Land der Magyaren.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums findet die Fahrt vom 16. bis 23. Oktober statt. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, kann sich gerne bei Fischer unter Telefon 0 61 81/9 49 30 melden.

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