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Maintal hat einen Mietspiegel

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Der jetzt vorgelegte Mietspiegel für Maintal bestätigt, was das Darmstädter IWU-Institut kürzlich anhand der durchschnittlichen Angebotsmietpreise bestätigte: Je näher eine Kommune an Frankfurt liegt, desto höher fallen die dort aufgerufenen Wohnungsmieten aus. Archivfoto: Häsler
Der jetzt vorgelegte Mietspiegel für Maintal bestätigt, was das Darmstädter IWU-Institut kürzlich anhand der durchschnittlichen Angebotsmietpreise bestätigte: Je näher eine Kommune an Frankfurt liegt, desto höher fallen die dort aufgerufenen Wohnungsmieten aus. Archivfoto: Häsler

MAINTAL. Nach jahrelangem Stillstand haben sich die Interessenvertreter von Haus und Grund und Mieterbund auf einen neuen Mietspiegel für Maintal geeinigt. Wenig überraschend ist, dass die ortsüblichen Vergleichsmieten dort fast durchgehend höher als die für Hanau und Umgebung sind.

Von Reinhold Schlitt

Der Maintaler Mietspiegel ist am 2. Oktober in Kraft getreten und gilt bis zum 31. Juli 2019. Der letzte offizielle Mietspiegel für Maintal endete bereits 2013. Seitdem gab es – auch wegen einer seitens Haus und Grund in Hanau befürchteten gesetzlichen Verschärfung der Mietpreisdrosselung – keine neuen Verhandlungen. In der Maintaler Stadtverordnetenversammlung kam es deshalb sogar zu einer einstimmigen Resolution, in der die beteiligten Mietspiegelparteien aufgefordert wurden, sich wieder an einen Tisch zu setzen. Unsere Zeitung berichtete mehrfach ausführlich.

Der jetzt vorgelegte Mietspiegel für Maintal bestätigt, was das Darmstädter IWU-Institut kürzlich anhand der durchschnittlichen Angebotsmietpreise bestätigte: Je näher eine Kommune an Frankfurt liegt, desto höher fallen die dort aufgerufenen Wohnungsmieten aus. Dort lagen 2016 die Angebotsmieten bereits bei 12,46 Euro je Quadratmeter. Kommunalpolitiker, darunter der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky, fordern Frankfurt angesichts immer drastischer steigenden Mieten und ihrer Auswirkungen auf das Umland zum Handeln auf.

Aufgrund historisch gewachsener Strukturen hatte auch der Bergen-Enkheimer „Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer Bergen-Enkheim und Umgebung“ an den Verhandlungen teilgenommen, auch wenn der Mietspiegel in diesem Frankfurter Stadtteil nicht gilt.

Genauso wie für Hanau und seine am Mietspiegel beteiligten Umlandgemeinden gibt es auch im Maintaler Zahlenwerk eine sechsteilige Altersklassifizierung der Gebäude. In allen Altersstufen und bei fast allen Wohnungsgrößen zeigt sich, dass die ortsüblichen Vergleichsmieten in Maintal deutlich über denen im Hanauer Raum liegen. Je nach Ausstattung gibt es noch Zu- und Abschläge. Deutliche Preisunterschiede gibt es auch bei den anderen Wohnraumgrößen. Der Mietspiegel ist in Kürze bei den Verbänden und bei der Stadt Maintal erhältlich.

Hanaus Mieterbundchef Hans Egon Heinz, der auch für Maintal am Verhandlungstisch saß, zeigte sich auf Nachfrage erfreut darüber, dass die Mietspiegelparteien sich nun einigen konnten. Heinz macht für die „immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Mietpreisen und stagnierenden Einkommen“ die Politik verantwortlich. Es sei zu einer deutlichen Fehleinschätzung der Bevölkerungsentwicklung im Ballungsraum Frankfurt gekommen, auf die die Politik sowohl im Bund als auch auf der Landesebene „schneller hätte reagieren müssen“, so Heinz. Fehlerhaftes Verhalten sieht der Mieterbund-Vorsitzende bei der schwarz-grünen Landesregierung besonders auch im Fall Maintal, wo es immer noch keine Mietpreisbremse gibt.

Haus und Grund hatte ebenfalls eine Stellungnahme zum neuen Maintaler Mietspiegel angekündigt, die jedoch bis Redaktionsschluss noch nicht vorlag.

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