„Drei. . . Zwei. . . Eins. . . Meins“: Magnus Dippmann hat vor sieben Jahren einen Fernsehschrank auf Ebay-Kleinanzeigen gesucht und dabei Myriam Harter kennengelernt. Heute treten die beiden vor den Traualtar.
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„Drei. . . Zwei. . . Eins. . . Meins“: Magnus Dippmann hat vor sieben Jahren einen Fernsehschrank auf Ebay-Kleinanzeigen gesucht und dabei Myriam Harter kennengelernt. Heute treten die beiden vor den Traualtar.

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„Drei. Zwei. Eins. . . Meins!“: Magnus Dippmann und Myriam Harter haben sich über Ebay-Kleinanzeigen gefunden

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
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Hätte Magnus Dippmann nicht vor sieben Jahren einen ganz besonderen Fernsehschrank gesucht, hätte er Myriam Harter vielleicht nie kennengelernt. Denn beide wohnten etwa 500 Kilometer voneinander entfernt. Er studierte Jura in Frankfurt, und sie arbeitete als Heilerziehungspflegerin im ostfriesischen Emden.

Maintal – Die ersten Gespräche waren alles andere als romantisch: Um den Fernsehschrank auf Ebay-Kleinanzeigen zu einem guten Preis zu bekommen, hatte der angehende Jurist nämlich hart verhandelt. Auch musste der Schrank irgendwie von der Nordsee nach Hanau kommen. Und obwohl beide nichts Privates von sich geschrieben haben, hatten sie das Gefühl, dass da jemand ganz Besonderes an der anderen Leitung sitzt. Heute heiraten die beiden standesamtlich im Hochstädter Rathaus. Am Wochenende findet ihre kirchliche Trauung in Dörnigheim statt.

Vor sieben Jahren war Magnus gerade dabei, seine erste eigene Wohnung einzurichten. Passend zu seinem kleinen weißen Wohnzimmerschrank suchte er damals nach einem „Lowboard“ der gleichen Marke. Und stieß dabei auf das Angebot von Myriam. „In der Farbe und der Ausführung gab es das online genau einmal. Und wurde auf Ebay-Kleinanzeigen von einer netten Dame angeboten, mit der ich relativ hart verhandeln musste“, sagt der heute 36-Jährige und lacht. „Nach langem Hin und Her habe ich das Lowboard dann für 150 statt 450 Euro gekauft, aber der Umgangston war so nett, dass ich gemerkt habe, dass ich sie irgendwie vermisse.“

Magnus war beeindruckt von Myriams Ausdrucksweise im Ebay-Chat

Dabei hatten sie ein völlig falsches Bild voneinander: „Ich dachte, jemand, der sich so gut ausdrücken kann, das passt nicht in meine Generation. Die Dame ist bestimmt Mitte 50. Das war der Punkt, wo ich eigentlich einen Schlussstrich ziehen wollte und dachte, schade, dass dieser nette Kontakt zu Ende ist.“ Auch der ursprünglich relativ hohe Preis von etwa 450 Euro für das Lowboard habe ihn annehmen lassen, dass die Verkäuferin des Möbelstücks schon etwas weiter im Leben stehe und somit älter sei als er.

Somit war es Myriams Initiative zu verdanken, dass die beiden sich doch kennenlernen durften. „Er war immer höflich und zuvorkommend, obwohl er so hart gehandelt hat“, sagt Myriam. „Noch einige Wochen später war ich in Gedanken so bei dem Kontakt, dass ich dachte, jetzt schau ich einfach mal auf Facebook, ob er aufzufinden ist und nach langem Zögern habe ich ihn dann angeschrieben.“

Anhand des Namens habe Magnus sie sofort erkannt und war überrascht: „An der Stelle habe ich feststellen dürfen, dass sie genau ein Jahr jünger ist als ich und auch noch wunderhübsch.“ Weitere Wochen vergingen, in denen die beiden sich nun privat geschrieben haben, bis sie sich zu ihrem ersten Date verabredeten, wie Myriam erzählt. Ab dem Zeitpunkt sei beiden klar gewesen: „Ohne einander wollen wir nicht mehr sein.“

Beide ziehen zusammen nach Maintal

Nachdem sie knapp ein halbes Jahr lang eine Fernbeziehung geführt haben, sind sie zusammengezogen. Das Lowboard steht seitdem im gemeinsamen Wohnzimmer, ergänzt durch einen Schrank, den Magnus von der gleichen Marke bereits hatte und einen weiteren dazu passenden Schrank, den Myriam von Emden mit in die gemeinsame Wohnung in Maintal Hochstadt gebracht hat.

„Eigentlich hat sie einen ziemlich guten Deal gemacht“, sagt Magnus und lacht. Jedem Single können sie deshalb nur raten, wenn ein Möbelstück fehlt, sich nach einem zur Einrichtung passenden Gegenstück umschauen, vielleicht passt dann auch der Mensch dazu. Und: „Einfach mal dem Impuls folgen, dass jemand interessant sein könnte. Dann findet der Rest seinen Weg“, sagt Magnus.

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