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Maintal: Beliebter Trampelpfad mit Bäumen versperrt - Baumaschinen beschädigen Radweg

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Von: Michael Bellack

Der Anfang des Trampelpfads wurde bereits mit Baumstämmen blockiert – der Effekt war jedoch nicht von langer Dauer.
Der Anfang des Trampelpfads wurde bereits mit Baumstämmen blockiert – der Effekt war jedoch nicht von langer Dauer. © Michael Bellack

Ein kleiner Trampelpfad zwischen Hochstadt und Bischofsheim sorgt derzeit in Maintal für Gesprächsstoff. Denn die Nutzung soll verhindert werden. Das Ergebnis sind gefällte Bäume, ein kaputter Radweg und Kopfschütteln bei den Bürgern.

Maintal – In einer Kurve am Luisantring, parallel zum Geh- und Radweg an Bischofsheimer Straße und Querstraße, beginnt der kleine Pfad, der steil nach unten führt und direkt auf dem Weg zur Unterführung nach Bischofsheim endet. Wer diesen Trampelpfad nutzt, spart im Vergleich zum befestigten Geh- und Radweg rund um das Waldstück ein paar Minuten ein. Besonders Schüler aus Hochstadt, die die Schulen in Bischofsheim besuchen, nutzen diesen Trampelpfad seit vielen Jahren gerne. Der steile Pfad soll auch von Mountainbike-Fahrern genutzt worden sein. Mittlerweile ist er so ausgetreten, dass er sogar auf den Satellitenbildern von Google Maps zu sehen ist.

Allerdings ist die Nutzung des Pfades illegal und auch nicht erwünscht. Daher wurden in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um den Pfad unpassierbar zu machen. Große Baumstämme sollten den Weg oben zunächst blockieren. Für die Nutzer des Pfades war es jedoch ein leichtes, einfach um die Blockade herumzulaufen. Zusätzlich wurde am unteren Ende eine Leitplanke aufgestellt, über die man nun hinüberklettern muss – zumindest für die Biker war nun Endstation. Doch auch das scheint nur einen Teil der Nutzer des Trampelpfades abgehalten zu haben.

Ungleich drastischer erscheint die Maßnahme, die kürzlich zum wiederholten Mal durchgeführt wurde: Gleich mehrere Bäume wurden gefällt und quer über den Trampelpfad gelegt. Bei den Arbeiten wurde jedoch von den Baumaschinen der Radweg beschädigt – was wiederum zu Unmut bei Anwohnern und Radfahrern führte. Unter anderem meldete sich Peter Schieche, Fahrrad- und Fußgängerbeauftragter der Stadt, in einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden zu Wort und kritisierte die Maßnahmen und deren Folgen. Adressat der Kritik: Die Stadt Maintal.

Unter dem Geäst der abgeholzten Bäume befindet sich der steile Trampelpfad. Vorerst ist er nicht mehr passierbar.
Unter dem Geäst der abgeholzten Bäume befindet sich der steile Trampelpfad. Vorerst ist er nicht mehr passierbar. © Michael Bellack

Diese jedoch ist für die Maßnahmen gar nicht verantwortlich, wie die Pressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. „Der untere Teil dieser Abkürzung sowie die Leitplanke und der gemeinsame Geh- und Radweg befinden sich im Eigentum von Hessen Mobil“, heißt es in der Antwort. Hessen Mobil habe die Stadt Maintal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Trampelpfad um eine illegal genutzte Abkürzung handele, die aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein dürfe.

Die Rodungsarbeiten Mitte Januar dieses Jahres wurden demnach im Rahmen der Verkehrssicherung der Querspange von der Straßenmeisterei Bruchköbel durchgeführt. Dabei wurde der Trampelpfad „bewusst wieder mit Geäst versperrt, um die Nutzung des ungesicherten Weges zu verhindern“, so die Stadt. Die Kosten für die Baumfällarbeiten – auch die für die Erstellung der Leitplanke – trage daher Hessen Mobil. Der beschädigte Geh- und Radweg soll ab Mitte Februar wieder instandgesetzt werden. Auf die Beschädigungen weisen derzeit mehrere Warnbaken hin. „Der Stadt Maintal entstehen hierdurch keine Kosten“, schreibt die Pressestelle.

Kollateralschäden: Bei der Baumfällaktion wurde der Geh- und Radweg schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Kollateralschäden: Bei der Baumfällaktion wurde der Geh- und Radweg schwer in Mitleidenschaft gezogen. © MIchael Bellack

Eine andere Lösung als die Blockierung des Weges ist derzeit nicht in Sicht. „Der gesamte Bereich ist als Schutzwald mit besonderer Bedeutung für den Sicht- und Lärmschutz ausgewiesen und aus der Bewirtschaftung ausgenommen“, so die Stadt. Eine Wegebeziehung zu schaffen, sei nicht sinnvoll, da die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet werden könne. Zudem sieht zumindest die Stadt auch gar nicht die Notwendigkeit, die Nutzung des Trampelpfades mit anderen Maßnahmen zu verhindern. „Unseres Erachtens sind die durchgehende Leitplanke am unteren Ende sowie die gefällten Baumstämme, die den Trampelpfad am oberen Ende versperren, ausreichend“, heißt es.

Von Michael Bellack

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