Nicht einverstanden ist Ahmet Cetiner, Ideengeber der Mainkultur, mit der öffentlichen Ausschreibung der Außengastronomie am Mainufer. ArCHIV
+
Nicht einverstanden ist Ahmet Cetiner, Ideengeber der Mainkultur, mit der öffentlichen Ausschreibung der Außengastronomie am Mainufer. ArCHIV

Bewerbung von Wahl abhängig

Mainkultur: Ahmet Cetiner kritisiert Ausschreibung - „Macht keinen Sinn, sich zu bewerben“

  • Michael Bellack
    vonMichael Bellack
    schließen

Die Stadt Maintal schreibt die Verpachtung der Mainkultur zum 1. Januar 2022 neu aus. Der bisherige Pächter Ahmet Cetiner macht eine erneute Bewerbung auch vom Ausgang der Kommunwahl abhängig.

Maintal – „So wie die politische Situation jetzt ist, macht es keinen Sinn, sich zu bewerben“, stellt Cetiner klar. Das macht er zum einen an der Erhöhung der Pacht für die Monate Mai bis September fest. Statt bisher 100 sind nun 400 Euro fällig. „Pro Saison hat man 25 000 Euro Ausgaben für die Fläche, Container, Strom und Wasser“, sagt Cetiner. Zudem sei mit ihm nicht über Dinge wie Umsatzgrößen gesprochen worden. Aus seiner Sicht wurde der Pachtpreis jetzt „künstlich erhöht“.

Hauptsächlich betrieben werden soll die Mainkultur laut Beschluss der Politik von Mai bis September, der Betrieb außerhalb dieser Zeit muss von der Stadt erst genehmigt werden. Für Cetiner ein Unding: „Der April ist der umsatzstärkste Monat. Eigentlich muss man bereits im März öffnen, optional sogar im Februar.“ Minusgerade wie derzeit seien im Februar schließlich selten.

Mainkultur: Cetiner macht Bewerbung vom Ausgang der Kommunalwahl abhängig

Cetiner, der bei der Kommunalwahl selbst auf der Liste der Grünen kandidiert, macht vor allem das Abschneiden der SPD von einer erneuten Bewerbung um die Mainkultur abhängig. „Wenn die SPD an Stärke verliert und vernünftigere Menschen dabei sind, werden wir überlegen, uns zu bewerben“, sagt er. Keinen Hehl macht er daraus, dass er die Maintaler SPD als entscheidenden Faktor gegen sich sieht. „Das Ganze überhaupt auszuschreiben, finde ich ziemlich daneben“, so Cetiner.

Er habe die Idee einer Außengastronomie am Mainufer gehabt und die Mainkultur dahin gebracht, wo sie jetzt stehe. „Die Stadt sagt jetzt: Das ist eine tolle Idee, wir ermöglichen das jetzt jedem“, verdeutlicht Cetiner. Dass es mit ihm als bisherigem Pächter und Ideengeber auch keine vorherigen Gespräche gegeben habe, kann er nicht nachvollziehen.

Trotz Corona: Cetiner ist überzeugt von der Mainkultur

Von der Idee der Mainkultur ist Cetiner nach wie vor überzeugt, auch und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. „Die Menschen brauchen etwas, wo sie draußen sein und gefahrlos ihre Zeit verbringen können. Da führt kein Weg an der Mainkultur vorbei.“

Im vergangenen Jahr konnte die Mainkultur aufgrund der Pandemie erst am 15. Mai, also zwei Monate später als geplant, öffnen. „Wir hatten in dieser Zeit bessere Zahlen als im Vorjahr“, erklärt er. 2020 wollte er die Öffnungszeiten bis in den November hinein verlängern, dann machte ihm jedoch der erneute Lockdown einen Strich durch die Rechnung.

Mainkultur: Cetiner hofft auf baldige Eröffnung trotz Corona

Jetzt hofft Cetiner, schnellstmöglich eröffnen zu können. Am liebsten schon im Laufe des März, auch wenn er das aufgrund der aktuellen Lage nicht unbedingt für realistisch hält. Gewappnet sieht er sich und sein Team auch aufgrund der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr.

„Die Hygienekonzepte haben gezeigt, dass ein Betrieb gefahrlos möglich ist“, erklärt Cetiner. Im Bereich der Mainkultur habe es keine nachgewiesenen Infektionen gegeben. Organisatorisch sei die größe Herausforderung, die Menschen gefahrlos aneinander vorbeizubringen. „Wichtig ist, dass sie nicht eng aufeinander sitzen oder zu eng in der Schlange stehen“, sagt der Unternehmer.

Genug Zeit für eine Entscheidung nach der Wahl hat Cetiner, die Ausschreibung für die Mainkultur soll bis zum 1. Juli laufen. Im September soll den Gremien ein Vorschlag vorliegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema