Im Juli 2019 wird der Fährbetrieb wieder aufgenommen. Nur Stunden später havariert sie und muss geborgen werden. Nun ist der Betrieb der Mainfähre erneut Thema im Kreistag in Offenbach. Archivfotos: Jan Max Gepperth/Kalle

Maintal

Linke bringen Mainfähre im Kreis Offenbach wieder ins Gespräch

Dietzenbach/Maintal. Die Fraktion der Linken im Kreis Offenbach möchte in der heutigen Kreistagssitzung die Möglichkeit prüfen, die Fähre in Eigenbetrieb wieder fahren zu lassen. Die Sitzung findet im Kreistag in Dietzenbach ab 9 Uhr statt.

Von Jan Max GepperthHierbei müsse unter anderem geprüft werden, ob die angrenzenden und beteiligten Akteure überhaupt an einer solchen Lösung interessiert seien, heißt es in dem Antrag. Außerdem möchte die Linke, dass die anfallenden Kosten erhoben werden. Diese beinhalten die Gründung des Eigen- sowie die Aufnahme des Fährbetriebs. Zudem wolle man die Möglichkeit eines Investionskredits ausloten.

„Das Thema Mühlheimer Fähre hat mittlerweile den Status einer kreispolitischen Posse längst überschritten“, heißt es in der Begründung der Linken zu ihrem Beschlussantrag.

Bürgerinitiative sieht Vorlage positiv

Mit diesem Antrag bläst die Linke in das selbe Horn wie die Bürgerinitiative (BI) Mainfähre. Diese hatte sich nach der Einstellung des Fährbetriebs gegründet und kämpft seither für die Wiederaufnahme des Fährverkehrs. In einem offenen Brief hatte die BI die Gründung eines Zweckverbandes angeregt. Klaus Seibert, Mitglied der Bürgerinitiative und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der WAM im Maintaler Stadtparlament sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Insgesamt sehen wir das sehr positiv. Aber ich glaube nicht, dass der Antrag erfolgreich sein wird, da er von den Linken kommt.“

Auch das Ziel, die Fähre weiter in öffentlicher Hand zu halten, teile die BI, so Seibert. „Allerdings wird dieser Vorschlag vom Kreistag Offenbach abgelehnt werden, wie dies durch die Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD im vorberatenden Bauausschuss schon geschehen ist“, konstatiert Seibert.

Fähre stand fast zwei Jahre still

Der Betrieb der Fähre war zum 11. Oktober 2017 vorläufig eingestellt worden. Der Grund hierfür waren erhebliche Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Der Kreis Offenbach, der als Eigentümer der Fähre auch das Haftungsrisiko für die Fahrgäste trägt, hatte damals den Vertrag mit dem Betreiber fristlos gekündigt.

Anschließend stand die Fähre fast zwei Jahre still. Sowohl der Main-Kinzig-Kreis und der Landkreis Offenbach als auch die Kommunen Mühlheim und Maintal hatten sich in dieser Zeit zusammengetan und versucht den Fährbetrieb wieder auf den Weg zu bringen. Der Kreis Offenbach investierte 90 000 Euro in die Instandsetzung der MS Dörnigheim, wovon der Main-Kinzig-Kreis 25 000 Euro übernahm. Zudem sicherten Maintal und Mühlheim einen Betriebskostenzuschuss von je 25 000 Euro pro Jahr für die ersten drei Jahre des Wiederbetriebs zu.

Zweifel an der Kompetenz der Fährleute

Beim anschließenden Ausschreibungsverfahren, fand sich lediglich ein Interessent, der auch den Zuschlag erhielt.Doch bereits wenige Stunden nachdem der Fährbetrieb am 8. Juli wieder aufgenommen wurde, kam es zum Unglück. Durch einen mutmaßlichen Fahrfehler rissen die Stabilisatoren des Gierseils. Dies führte dazu, dass die Fähre manövrierunfähig auf dem Main trieb und geborgen werden musste.

Nach dem Unglück kamen Zweifel an der Kompetenz der Fährleute auf. Angeblich soll zur Zeit der Havarie kein Fährmann mit einer gültigen Lizenz an Bord gewesen sein.

Erneute Ausschreibung im November

Noch vor Ende der behördlichen Untersuchung kündigte der Kreis Offenbach fristlos den Vertrag mit dem Betreiber. Der ganze Prozess wurde mit einem Vergleich beendet, dessen Inhalt nicht veröffentlicht wurde.

Im Anschluss habe man versucht möglichst schnell eine erneute Wiederaufnahme des Fährbetriebs zu gewährleisten, wie der Kreis Offenbach damals bereits klarstellte. Diese Versuche gipfelten im November in einer erneuten Ausschreibung für die Betreibung der Fähre, die mittlerweile im Frankfurter Osthafen untergebracht ist. Diese neue Ausschreibung blieb leider erfolglos. Zwar hatte sich ein Interessent gemeldet, dieser war jedoch vom Kreis Offenbach als ungeeignet eingestuft worden.

WAM will eine Anfrage in Maintal einbringen

Auch in Maintal steht die Fähre weiter auf der politischen Tagesordnung. Zu der Stadtverordnetensitzung am 9. März will die WAM-Fraktion eine Anfrage zu diesem Thema einbringen. Unter anderem will die WAM Auskunft erhalten über den Stand der Gespräche zwischen Kreis Offenbach, Maintal und weiteren beteiligten Gremien.

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