Der „Neue“ an der Spitze der Maintaler FDP: Vor einer Woche wurde der „Wahl-Maintaler“ zum Ortsvorsitzenden gewählt.
+
Der „Neue“ an der Spitze der Maintaler FDP: Vor einer Woche wurde der „Wahl-Maintaler“ zum Ortsvorsitzenden gewählt.

Politik

Leo Hoffmann ist neuer Ortsvorsitzender der FDP Maintal - „Wir müssen klarere Worte finden“

  • Carolin-Christin Czichowski
    vonCarolin-Christin Czichowski
    schließen

Maintal – Es ist ein strammer Durchmarsch, den Leo Hoffmann in der Maintaler FDP hingelegt hat: Vor sechs Jahren ist er der Partei beigetreten, ein Jahr später wurde er Vorstandsmitglied, danach Stadtverordneter und stellvertretender Ortsvorsitzender hinter Klaus Gerhard – und vor einigen Tagen wählte ihn seine Partei schließlich mit 89 Prozent der Stimmen zu dessen Nachfolger.

„Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir meine Partei ausgesprochen hat“, erklärt der 37-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Politische Karriere beginnt in Maintal

Schon immer war Hoffmann politisch interessiert, und schon immer fühlte er sich am meisten der FDP verbunden. „Die Partei steht für Freiheit, und das hat mir am meisten entsprochen.“ Politisch aktiv wurde der 37-Jährige aber erst, als er nach Studium und Referendariat schließlich sesshaft wurde – und zwar in Maintal.

„Meine Frau und ich kommen aus Nordhessen, und fürs Studium und die Arbeit hat es uns dann vor einigen Jahren ins Rhein-Main-Gebiet gezogen“, erklärt Hoffmann, der als Berufsschullehrer in Frankfurt unter anderem Politik, Wirtschaft, Deutsch und Mathe unterrichtet.

FDP-Ortsvorsitzender fühlt sich in Wahlheimat Maintal pudelwohl

Zunächst haben er und seine Frau Sabrina Hoffmann in Offenbach gelebt, ehe sie in Bischofsheim eine Eigentumswohnung fanden. „Wir haben uns hier auf Anhieb wohlgefühlt“, sagt der 37-Jährige über seine Wahlheimat. „An Maintal mag ich, dass es eine Stadt ist mit allem, was man zum Leben braucht. Aber man ist auch schnell in der Natur. Und natürlich habe ich auch die Menschen hier ins Herz geschlossen“, sagt er und lacht.

Für diese Menschen wollte sich Hoffmann schließlich auch politisch einsetzen. „Ich bin der Auffassung, dass ich Änderungsvorschlage machen und mit anpacken muss, wenn mir etwas nicht passt. Nur meckern können viele, aber das ist nicht genug“, sagt der 37-Jährige. Seit seinem Beitritt vor sechs Jahren habe sich die Mitgliederzahl der FDP Maintal nahezu verdoppelt. „Kommunalpolitik ist ein zeitintensives Hobby und es ist viel Arbeit“, sagt er. „Aber es ist auch ein so positiver Spirit, den ich daraus ziehe. Es macht einfach Spaß.“

FDP: Leo Hoffmann will Arbeit seines Vorgängers fortsetzen

Inhaltlich will Hoffmann als neuer Ortsvorsitzender an die Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. „Klaus Gerhard hat hervorragende Arbeit geleistet. Und erfolgreiche Politik sollte man nicht ändern“, sagt er. Außerdem würden die Inhalte bei der Maintaler FDP ohnehin immer gemeinsam entwickelt. „Alles wird diskutiert. Und natürlich gibt es Themen, bei denen wir nicht einer Meinung sind. Aber dabei versuchen wir dann, den bestmöglichen Kompromiss zu finden.“

Dennoch hat auch Hoffmann klare Vorstellungen, wie es in Maintal und in der FDP weitergehen soll. „Ich glaube, wir müssen einige Dinge künftig klarer formulieren. Klarere Worte finden, auch wenn das manchen vielleicht nicht passt.“ Politisch stehen für den 37-Jährigen die Finanzen der Stadt besonders im Fokus. „Als ich Stadtverordneter wurde, war die Stadt mit etwa 50 Millionen Euro verschuldet. Bis heute haben sich die Schulden mehr als verdoppelt. Und das ist in meinen Augen schon eine kritische Summe.“

FDP in Maintal will Thema Verkehrswende in den Vordergrund rücken

Ein weiteres Thema, das Hoffmann mit seiner Partei angehen will, ist die Verkehrswende. „Aber wir stellen uns das ein bisschen anders vor als die anderen Parteien“, sagt er. „Natürlich braucht es gut ausgebaute Fahrradwege und einen ordentlichen Nahverkehr. Aber auch das Auto sollte und darf man nicht verteufeln. Denn wenn ich abends um 23 Uhr in Wachenbuchen bin und zum Beispiel nach Frankfurt fahren will, dann bleibt mir dafür nur das Auto.“

Auch bei der Kinderbetreuung sieht Hoffmann noch Potenzial: „Unsere Kitas haben einen hohen Standard. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern müssen kontinuierlich daran weiter arbeiten.“ Schließlich würden Kinder die Zukunft der Kommune sichern, umso wichtiger sei Bildung auch schon in jungen Jahren.

Insgesamt sieht Hoffmann die Stadt auf einem guten Weg, an dem er nun als Ortsvorsitzender der FDP mitarbeiten möchte. „Und ich würde mich sehr freuen, wenn sich noch mehr Menschen ehrenamtlich politisch engagieren würden“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema