Gegen Pläne wie den Green Tower in Dörnigheim positioniert sich die FDP. Sie pocht auf das Stadtentwicklungskonzept, laut dem keine neuen Häuser gebaut werden sollen, die mehr als vier Vollgeschosse haben. Visualisierung: ideeplan

Maintal

FDP lehnt Wohnhochhaus-Pläne zum Wohl des Stadtbildes ab

Maintal. Der Eigentümer der Michel-Hotel-Kette, Ido Michel, will neben seiner Liegenschaft im Dörnigheimer Westend ein Hochhaus mit 60 Wohnungen bauen, das Projekt Green Tower stellte er kürzlich der Presse sowie den Fraktionen vor. Nicht dabei waren Vertreter der FDP. Diese äußert sich nun zu dem Vorhaben – und zwar ablehnend.

Regelung gegen neue Hochbauten

„Wir müssen das Stadtentwicklungskonzept ernst nehmen“, fordert der FDP-Ortsvorsitzende Klaus Gerhard in einer Mitteilung die Maintaler Stadtverordneten und den Magistrat auf, sich an die mit breiter Mehrheit getroffenen Beschlüsse zu halten. Dies bedeute für ihn, dass die Regelung Bestand haben müsse, dass in der Regel keine neuen Häuser gebaut werden sollen, die mehr als vier Vollgeschosse haben.

„Die Diskussion um aktuelle Investorenprojekte lassen in mir Zweifel aufkommen, ob sich noch alle in Maintal daran erinnern, was wir beschlossen haben“, zeigt sich der Freie Demokrat besorgt, dass Bestrebungen zum Bau neuer Hochhäuser im politischen Raum Anklang finden.

Qualität geht vor Quantität

„Wir haben uns in Maintal dazu bekannt, ein Qualitätswachstum zu schaffen“, erinnert der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer in der Mitteilung an den politischen Konsens, der beim Beschluss des Stadtentwicklungskonzepts gefunden wurde. Weiter führt er aus: „Es geht darum, mehr Wohnraum zu schaffen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum. Dies darf aber nicht um den Preis der Verschandelung des mittelstädtischen Stadtbilds passieren.“

Maintal leide nach Auffassung der FDP darunter, dass schon jetzt einige Bereiche in der Stadt an Trabantenstädte erinnerten. Dies solle nicht weiter ausgedehnt werden. Es gebe in der Stadt genügend Flächen, die mit Geschosswohnungsbau vertretbar bebaut werden könnten, ohne gleich in die Höhe schießen zu müssen.

Initiative für das Entwicklungskonzept

„Hochhäuser sind kein Beitrag zu einer gesunden Durchmischung der Stadtbevölkerung“, vertritt Gerhard die Auffassung, dass derartige Bauten eher zu einer vorsätzlichen Entmischung der Bevölkerung beitrügen und somit großes soziales Konfliktpotenzial mit sich brächten. Gerade dies wollte die Maintaler Politik aber mit ihrem Stadtentwicklungskonzept verhindern. „Wir werden deshalb eine Initiative starten, dies in Erinnerung zu rufen“, kündigt Schäfer einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung an. Es müsse jedem Investor klar sein, was in Maintal geht und was nicht, bevor er sich in kostspielige Planungen stürzt.

Trotz der unbestrittenen Wohnraumknappheit und dem Bedarf nach günstigen Wohnungen dürfe eine Stadt mit der Lebensqualität Maintals nicht alles zulassen, sondern müsse auch künftig das Stadtbild mit Umsicht weiterentwickeln. „Es darf nicht dazu kommen, dass uns der Druck auf den Wohnraum wieder dazu verleitet, Bausünden wie im vorigen Jahrhundert zuzulassen“, betonen die beiden FDP-Stadtverordneten. das

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