Marco Hermanns (links) und Pavel Railean nehmen mit dem Prüfgerät einen Laternenmast in die Zange, um dessen Stabilität zu überprüfen. Foto: Martina Faust

Maintal

Laternen in Maintal bestehen den "Waldi-Test"

Maintal. „Waldi“ ist der Härtetest für jede Laterne. Denn Hunde-Urin ist Gift für den Mast. Die ätzende Wirkung zersetzt das Metall. Nicht heute und auch nicht morgen, aber über die Jahre hinweg. Besonders an beliebten Gassigeh-Strecken. 

Von Martina Faust

Damit die Maintaler nicht befürchten müssen, dass ihnen aus heiterem Himmel die Erleuchtung auf den Kopf fällt, werden die Laternenmasten regelmäßig überprüft. „Alle fünf Jahre“, wie Stefan Schönfelder von der Maintal Werke GmbH (MWG) erläutert.

Deshalb legt Prüftechniker Marco Hermanns nun Hand an bei einem Laternenmast an der Philipp-Reis-Straße. Für die Überprüfung der Standfestigkeit rüttelt er allerdings nicht manuell, sondern überlässt die Aufgabe einer speziellen Maschine. Das Ergebnis fällt positiv aus: Die Laterne hat die Standfestigkeitsprüfung, humorvoll auch „Waldi-Test“ genannt, bestanden.

Bewusste Entscheidung für Methode

Bewusst hat sich die MWG, die seit 2016 Eigentümerin der Straßenbeleuchtung und damit auch verantwortlich für die Masten ist, für diese Methode entschieden. Denn auf dem Markt gibt es verschiedenen Varianten. „Bei der Überprüfung mit einem Bagger kann es allerdings schon mal vorkommen, dass der Mast verbogen oder das Fundament beschädigt wird“, erläutert Schönfelder. Die Überprüfung mittels Ultraschall ist dem MWG-Mitarbeiter ebenfalls zu unsicher. Daher die mechanische Kontrolle der Firma Rei-Lux.

Dabei fahren Hermanns und sein Kollege Pavel Railean das patentierte Prüfgerät dicht an den Mast und befestigen es am Fuß sowie etwa auf Augenhöhe. Außerdem werden zwei Laserpunkte angebracht und eine 3D-Kamera aufgebaut. Hydraulisch wird dann Druck auf den Mast ausgeübt. „Sieben Kilonewton sind es für diesen Bereich. Das ist der Wert für einen viereinhalb Meter hohen Mast in Windzone eins, in der wir uns hier befinden“, erläutert Hermanns. In anderen Regionen oder sobald Schilder mit mehr als einem halben Quadratmeter Fläche an den Masten befestigt sind, wird dieser Druck entsprechend angepasst. 

Die Sensoren zeichnen die Bewegung des Mastes während der Überprüfung auf und bilden sie grafisch ab. Liegen „Hin- und Rückweg“ auf einer Linie, ist alles in Ordnung. „Bei einer Beschädigung würde die Laterne einen anderen Weg gehen“, erklärt der Prüftechniker. Sicherheitshalber erfolgt im Vorfeld noch eine Sichtprüfung. Nicht, dass ein möglicherweiser beschädigter Mast im Zuge der Überprüfung kippt.

Gewährleistung für fünf Jahre

Bei der Laterne, die aktuell „in die Zange“ genommen wird, ist alles in Ordnung. Auch bei den drei folgenden. Damit gibt es eine Gewährleistung für die nächsten fünf Jahre. Bei Mängeln soll der Mast binnen eines halben Jahres getauscht werden. Nur in ganz seltenen Fällen ist ein sofortiger Tausch nötig: „Das war diesmal bei einer Laterne im Luisantring notwendig.“

755 der rund 3200 Leuchtpunkte in Maintal hat Rei-Lux in diesem Intervall überprüft. Stefan Schönfelder richtete seinen Blick dabei nicht nur auf den Mast, sondern auch auf den Leuchtkopf.

„Besonders jetzt wäre es wichtig, dass Anwohner darauf achten, dass der Kopf der Leuchte nicht eingewachsen ist“, sagt er. Sonst kann auch der stabilste und effizienteste Leuchte kein Licht ins Dunkel bringen.

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