Ulrike Bienau (von links), Roland Hahn und Hayriye Rupin von der Stadtleitbildgruppe haben die Kunstaktion Uferkunst lange geplant und vorbereitet. Jetzt können sie das Treiben rund ums Künstlerdorf genießen. Foto: Grziwa

Dörnigheim

Kunstprojekt am Dörnigheimer Mainufer

Maintal. Schon von weitem hören Spaziergänger und Fahrradfahrer Kettensägen und Gehämmer. Es ist laut an diesen Tagen am Mainufer in Maintal-Dörnigheim, denn zurzeit arbeiten fünf Künstler an Holzskulpturen, die das Mainufer verschönern sollen.

Von Nicole Grziwa

„Das Mainufer soll eine Begegnungsstätte werden“, sagt Hayriye Rupin, ein Mitglied der Stadtleitbildgruppe Mainufer. Sie, Ulrike Bienau und Roland Hahn haben das Projekt initiiert, um fünf Kunstwerke für das Mainufer zu ermöglichen.

Generell setzt sich die Gruppe für ein nutzerfreundliches Mainufer ein. Barrierefreiheit, eine gute Toilettenanlage, Erneuerung der Sitzmöglichkeiten und bessere Zugangswege sind die Verbesserungen, die sich die drei, aber auch Maintals Bürger am Mainufer wünschen. Obwohl sich die Stadtleitbildgruppe Mainufer schon seit Anfang letzten Jahres für die Punkte vor der Stadt Maintal einsetzt, gibt es noch keinen Beschluss. Umso mehr freut es die Gruppe, dass nun durch die Kunstwerke, die gerade am entstehen sind, das Ufer lebendiger wird.

„Schon von Anfang an herrschte hier eine gute Stimmung.“Rupin, Bienau und Hahn sind bei einer Ortsbegehung auf das Atelier von Reinhold Mehling gestoßen. Er war begeistert von dem Projekt und animierte vier weitere Künstler. Bianca Thater, Hagga Bühler, Heribert Heeg und Lothar Steckenreiter kannten sich vor dem Projekt nicht. Doch es hat auf Anhieb gepasst. „Schon von Anfang an herrschte hier eine gute Stimmung. Die Künstler verstehen sich sehr gut und helfen einander“, beobachtet Rupin.

Unter dem Thema Begegnung stellen alle fünf Künstler noch bis zum Donnerstag, 21. Juni, Holzskulpturen auf dem Sportplatz unterhalb der Gaststätte „Zu den Mainterrassen“ her, die westlich davon aufgestellt werden sollen. „Ich habe schon mal an so einem Projekt teilgenommen. Jetzt bin ich so etwas wie der Mitorganisator. Das ist toll und macht Spaß“, so Mehling, der sein Atelier am Mainufer in Hanau-Steinheim hat.

Schon jetzt kann man erkennen, wie die Figuren aussehen sollen. Der Künstler Heribert Heeg aus Aschaffenberg arbeitet beispielsweise an einer Bank, in die auch das Wappen der Stadt Maintal eingearbeitet werden soll. Auf dieser Bank können Spaziergänger Platz nehmen, um sich die anderen Kunstwerke von dort aus zu betrachten.

Ein Ort der BegegnungDie Skulptur von Lothar Steckenreiter ist etwas abstrakter. Es sieht aus wie Bauklötze, die aufeinander gestapelt sind. Einige Löcher sind eingearbeitet, so dass man durch die Skulptur durchsehen kann. „In der Skulptur ist überall Begegnung, wenn man so will. Mehrere Teile aufeinander, die in Begegnung treten und durch die Löcher können sich die Betrachter durch Blickkontakt begegnen“, so Steckenreiter, der in Rodgau wohnt, an der Zeichenakademie eine Ausbildung zum Goldschmied absolvierte sowie am Städel ein Studium der Malerei und Bildhauerei.

Obwohl die Holzskulpturen der Künstler noch nicht fertig sind, sind die Passanten schon jetzt neugierig oder sogar begeistert. Ein Passant ist selbst Bildhauer und empfindet die Arbeit als inspirierend. Kindergartengruppen spielen auf der Wiese und manche Bürger kommen jeden Tag, um selbst an ihren eigenen Kunstwerken zu arbeiten. Wenn man vorbeischaut, dann wird man von der Stadtleitbildgruppe Mainufer herzlich begrüßt und herumgeführt.

Maintal verbindenAuch die Künstler nehmen sich die Zeit und legen ihr Werkzeug beiseite, um mit den Besuchern zu reden. „Ich finde, dass wir hier in Maintal vier Ortsteile haben, die nicht viel miteinander zu tun haben. Wir wollen einen Ort schaffen, der alle Maintaler dazu einlädt sich zu begegnen“, so Rupin.

Täglich sind die fünf Künstler am Mainufer am Werken. Zwischen 10 und 13 Uhr, sowie von 14 bis circa 18 Uhr sind Besucher willkommen. Die Abschlussveranstaltung findet am Donnerstag, 21. Juni um 18 Uhr mit live Musik von Rafael Lukjanik und Band statt. Dann werden die Kunstwerke offiziell an die Stadt Maintal übergeben. Eingeladen sind auch die Bürgermeisterin Monika Böttcher sowie Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (beide parteilos). Das mobile Café „Timeout“ wird kalte und warme Getränke zu familienfreundlichen Preisen anbieten.

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