Wollen Menschen mit ihrer Aktion glücklich machen: Erbil und Sabrina Günkut, Svenja Hübner (vorne) sowie Tina Kuhn und Kevin Pfeiffer-Hübner (linkes Bild, hinten). Fotos: Ulrike Pongratz

Maintal

Kreativer Zeitvertreib: Eine Meerjungfrau im Sandkasten

Maintal. „Guck mal Papa, da sind die Leute!“ Solche Sätze hört eine Gruppe befreundeter Eltern aus der Hermann-Löns-Straße immer häufiger. „Die Leute“, das sind vor allem Sabrina und Ebril Günkut, Svenja Hübner und Kevin Pfeiffer-Hübner, Tina Kuhn und Heinz Werner Kupferschmidt.

Von Ulrike Pongratz

Seit etwa drei Wochen haben sie als Gruppe ein gemeinsames Hobby entdeckt, mit dem sie momentan über die Nachbarschaft in Dörnigheim hinaus in Maintal bekannt werden. Kinder und Eltern gestalten große Skulpturen aus Sand, richtige Kunstwerke werden aus dem Spielsand herausge-arbeitet und geformt. „Wir treffen uns immer hier, am Spielplatz in der Hermann-Löns-Straße“, erklärt Kevin Pfeiffer-Hübner. „Wir alle wohnen hier in der Nachbarschaft.“

Tatsächlich ist der Ort wie geschaffen für die kreative Sandkunst. Kürzlich kam fast Urlaubsstimmung auf. Im Halbschatten der großen Baumkronen machten es sich Aktive und Zuschauer auf Campingstühlen bequem, unterhielten sich, betrachteten und kommentierten den Fortgang des Geschehens und bedienten sich aus prall gefüllten Kühltaschen.

Schiff und Schildkröte

Einige Kinder tobten auf dem großzügigen Gelände des Spielplatzes herum, eigene wie fremde halfen eine Zeit lang mit, spielten dann wiederum Fußball oder nutzten die Spiel- und Klettergeräte. „Die Kinder machen gerne mit, aber natürlich nicht stundenlang“, sagen die Eltern. Viele bleiben auch beim „Sandkuchen backen“ am Ende des Sandspielplatzes oder im benachbarten Sandbereich.

Mit kleinen Förmchen und Figuren fing es auch bei Sabrina Günkut, Svenja Hübner und Tina Kuhn an. Die Mütter machten ihren Kleinkindern vor, wie man Sandkuchen backt und fingen schließlich selbst an, freie Figuren im Sand zu formen. „Das war eher spielerisch“, sagen sie, „zuerst formten wir ein kleines Schiff, dann eine kleine Schildkröte“.

Da nicht nur die kreativen Mütter, sondern auch die Väter mit ihrem Nachwuchs zum Spielen rausgehen, fanden auch Kevin Pfeiffer-Hübner und Erbil Günkut Spaß an diesem Zeitvertreib. „Wir machen mal was Größeres“, entschieden sie kurzerhand. Für die erste große Schildkröte hat sich die Elterngruppe noch die gelben und roten Plastikschaufeln der Kinder ausgeliehen. Inzwischen kommen professionelle Werkzeuge wie Spaten, Spachtel, Glättkelle und Pinsel zum Modellieren zum Einsatz. „Für den letzten Schliff haben wir nur den Pinsel kaufen müssen“, sagen die Sandkünstler.

"Aufhören war keine Option"

Einhorn, Krokodil und Wolf haben sie bereits im Spielsand kreiert. „Wir suchen uns Bilder als Vorlagen für unsere Motive. Gerne erfüllen wir auch die Wünsche der Kinder. Figuren von Disney stehen hier gerade hoch im Kurs.“ Kevin Pfeiffer-Hübner, der schon als Junge gerne gezeichnet hat, überträgt das Motiv mit groben Spatenstichen in den Sand. Dann beginnt die Schwerstarbeit, der Sand wird mindestens knietief freigeschaufelt.

Bis zum letzten Feinschliff können schon mal Stunden vergehen. „Bis abends um halb elf haben wir am Wolf gearbeitet“, erzählen die Eltern, „aber einfach Aufhören war keine Option“. Das weit geöffnete Maul des Krokodils wurde beispielsweise mit Pappe unterstützt, Zähne und Zacken aus herumliegenden Zweigen und Blättern gestaltet. „Einige Nachbarn dachten tatsächlich, wir würden hier Äste von den Bäume abreißen“, wundern sich die Aktionskünstler. Das käme ihnen nicht in den Sinn, sie arbeiten mit den Materialien, die sie vorfinden oder zu Hause haben.

Auch Anwohner machen mit

Dennoch gehen sie mit hohen Ansprüchen an ihre Skulpturen und legen dabei eine große Ausdauer an den Tag. Auch wenn die Gruppe weiß, dass nach kurzer Zeit alles wieder eingeebnet ist. „Das ist so in Ordnung“, sagen sie, „es geht uns um den Spaß, um die Aktion mit den Kindern und den Nachbarn“. Denn auch Anwohner und Spielplatzbesucher schauen dem Treiben gerne zu oder machen mit, wie Heinz Werner Kupferschmidt.

Bisher hätten sie noch jedes Kunstwerk vollendet, berichtet die Gruppe, die seit drei Wochen im Sand aktiv ist. Schließlich sollen sich mehr Menschen über ihre Sandfiguren freuen, die alle fotografiert und auf „maintal – united“, der öffentlichen Maintaler Gruppe auf Facebook, gepostet werden.

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