Archivfoto/Grafik: Bender/HA

Maintal

Kommentar: Weniger Stellplätze sind noch keine Verkehrswende

Martina Faust kommentiert die Reduzierung von Stellplätzen für das geplante Neubaugebiet an der Eichenheege.

Der Klimawandel lässt sich nicht wegdiskutieren. Um den CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren, ist die aktuell diskutierte Verkehrswende einer von mehreren Wegen, die zeitnah eingeschlagen werden müssen – auf allen Ebenen. Die bloße Reduzierung von Stellplätzen, wie es für das geplante Neubaugebiet an der Eichenheege vorgesehen ist, ist allerdings kein geeigneter Weg, um in Maintal diese Verkehrswende einzuleiten.

Der Motorisierungsgrad steigt. Das ist statistisch belegt und offenbart sich tagtäglich mit Blick auf die Straßen. Auch in Maintal macht sich seit Jahren ein zunehmender Druck auf den öffentlichen Parkraum bemerkbar. In einzelnen Straßen ist mitunter kaum noch ein freier Parkplatz zu erhalten. Nun in der Planung eines neuen Wohngebiets mit rund 140 Wohneinheiten bei den Stellplätzen den Rotstift anzusetzen und es als „autoarm“ zu deklarieren, führt allerdings zu keiner Lösung, sondern lediglich zu einer Verlagerung des Problems.

Die künftigen Bewohner werden kaum auf einen Pkw verzichten, weil es an einem zweiten Parkplatz für die Wohneinheit mangelt. Stattdessen dürfte sich die ohnehin angespannte Situation in den umliegenden Straßen weiter zuspitzen. Dann werden zusätzliche Runden gedreht, um das Kfz irgendwie irgendwo abzustellen. Das ist weder ökologisch sinnvoll noch trägt es zum sozialen Frieden in der Nachbarschaft bei.

In einem Facebook-Kommentar schrieb Bürgermeisterin Monika Böttcher Anfang April, dass jenen „Verkehrskonzepten die Zukunft (gehört), die Nahmobilität, also zu Fuß und per Fahrrad, mit ÖPNV und E-Carsharing intelligent kombinieren.“ Daran arbeite man, kündigte die Bürgermeisterin an.

Das darf aber nicht bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Zunächst braucht es ein ausgearbeitetes und alltagserprobtes Konzept, also einen besseren Ausbau des ÖPNV mit einer entsprechenden Taktung, aufeinander abgestimmte Verbindungen und attraktiven Konditionen. Dann verzichten sicher mehr Bürger ganz oder teilweise auf ihre Fahrzeuge. Alles andere ist zu kurz gedacht, ist zu einfach gedacht.

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