Bild/Grafik: Bender/HA

Maintal

Kommentar: Richtig gehandelt

Unser Redakteur David Scheck setzt sich in seinem Kommentar mit dem Beschluss des Stadtparlaments zur Mainfähre auseinander.

Es war eine teils emotionale Diskussion, doch am Ende hat Maintals Stadtparlament sachlich nüchtern entschieden. Und es hat richtig gehandelt: Mit dem Beschluss, beim Landkreis Offenbach vorstellig zu werden, um von dort bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 30. April einen konkreten Zeitplan zu erhalten, wird der Druck auf die Verantwortlichen im Landratsamt in Dietzenbach erhöht. Denn diese hatten in den vergangenen Monaten mehr als deutlich gemacht, dass sie an einem Weiterbetrieb der Fähre wie bisher, also in ausschließlicher Verantwortung des Kreises Offenbach, kein Interesse mehr haben. Und die kritischen Stimmen, die dem Kreis vorwerfen, bloß auf Zeit zu spielen und die Fähre langsam sterben zu lassen, sind lauter geworden.

Keine GefühlsduseleiDer Beschluss des Maintaler Stadtparlaments war deshalb richtig, weil das Thema Fähre eben keine „Gefühlsduselei“ ist. Es geht um eine für Pendler wichtige Verbindung. Die Alternativen, die diese Pendler derzeit nutzen müssen, sind keine: entweder große Umwege über die Brücken in Fechenheim und Hanau oder ein Ausweichen auf die Rumpenheimer Fähre.

Doch auch diese, das ist klar, kann nicht die kompletten Pendlerströme der stillgelegten Mühlheimer Fähre aufnehmen. Und die CDU ignoriert mit ihrer Forderung nach einer Brücke zwischen Maintal und Mühlheim nicht nur den Naturschutz, sondern auch die wirtschaftliche Existenz des Betreibers der Rumpenheimer Fähre. Denn deren Ende wäre nach dem Bau einer festen Querung besiegelt.

Das Prinzip lautet: „nicht unser Problem“Es mag nachvollziehbar sein, dass einige Politiker nördlich des Mains in Sachen Finanzierung nicht zu vorschnell in die Bresche springen wollen, gerade vor dem Hintergrund, dass der Kreis Offenbach wahrscheinlich genau darauf spekuliert. Aber sich um die Verantwortung zu drücken nach dem Prinzip „nicht unser Problem“, wird der Aufgabe, für die Bürger da zu sein und ihnen eine gute Verkehrsinfrastruktur – deren Bestandteil die Fähre ist – zu bieten, nicht gerecht.

Deswegen: Ja, Maintal und der Main-Kinzig-Kreis werden sich wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden müssen, sich am Unterhalt der Fähre zu beteiligen. Dieses Angebot sollte man natürlich nicht ohne Gegenforderung machen: Beteiligung an den Einnahmen sowie Mitspracherecht dabei, wer den Auftrag zum Betrieb der Fähre erhält, dabei, an wie vielen Tagen in der Woche die Fähre fahren soll und dabei, ob und wann das über 50 Jahre alte Gefährt durch ein neues ersetzt wird. Zweifelsohne zusätzliche Kosten, aber auch einige Optionen, Einfluss zu haben auf eine der wichtigsten Pendlerverbindungen Maintals.

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