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Maintal

Kommentar Mainfähre: Öffentliche Kontrolle aus der Hand gegeben

Maintal. Es ist gut, wenn die Landkreise und Kommunen auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen. So ist es an sich positiv, dass man sich zusammengerauft hat, um die Mainfähre wieder flott zu machen und den Fährbetrieb zu gewähren. Doch die Bedingungen sind fragwürdig.

Jan Max Gepperth

Der Teufel steckt hier im Detail. Nicht nur, dass man hier direkt in den Wettbewerb eingreift und die Konkurrenz zu einem unabhängigen Mittelstandsunternehmen, nämlich der Rumpenheimer Fähre, subventioniert. Auch die Art und Weise ist fraglich.

Wenn man über die Ausschreibung nachdenkt, der der neue Fährbetreiber Kolbüken gefolgt ist, so ist es kein Wunder, dass er der einzige Bewerber war, der sich daraufhin gemeldet hat. Der Kreis Offenbach hat es nämlich sehr clever gemacht: Indem er das Geld in die Technik gesteckt hat, zog er sich aus der Verantwortung. Man hat nur in die Fähre investiert, um sich danach nicht mehr damit auseinander setzen zu müssen. Das Risiko liegt bei Kolbüken.

Es ist bedenklich, wenn es der öffentlichen Hand gleichgültig ist, ob die Fähre einen guten und qualifizierten Betreiber bekommt. Man sollte Herrn Kolbüken nicht seine Kompetenzen absprechen, aber es ist sehr fragwürdig, dass man sich in Offenbach nicht einmal über das Vorhandensein der notwendigen Patente erkundigt hat.

Wenn man vom schlimmsten Fall ausgeht, dass unqualifizierte Personen das Boot gesteuert haben, so würde der Kreis hiermit fahrlässig in Kauf nehmen, dass ein solches Unglück geschieht. Theoretisch gesehen könnte jeder die Fähre betreiben und fahren, solange er sich nur vertraglich dazu verpflichtet, die Konsequenzen zu übernehmen.Rechtlich scheint der Kreis Offenbach auf der sicheren Seite. Doch moralisch ist dieses Vorgehen mehr als fragwürdig.

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