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Kommentar: Auf Konfrontationskurs

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David Scheck kommentiert die verfahrene Situation im Maintaler Rathaus. (Foto: MTA)
David Scheck kommentiert die verfahrene Situation im Maintaler Rathaus. (Foto: MTA)

Maintal. Monika Böttcher, parteilose Bürgermeisterin in Maintal, kämpft im Stadtparlament anscheinend gegen viele Fronten. Und es scheint, als wären einige der Grabenkämpfe, Ablehnungen und Blockaden, derer sie sich erwehren muss, persönlich motiviert. Ein Kommentar von Redakteur David Scheck.

Von David Scheck

Ein Sprichwort sagt: „Viel Feind, viel Ehr'“. Nun kann man im Fall von Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher nicht unbedingt von Feinden sprechen, aber Freunde hat sie im Stadtparlament ganz sicher keine. Das wurde wiederholt deutlich in der Debatte um den von ihr eingebrachten Nachtragshaushalt.

Die darin aufgeführten zusätzlichen halben Stellen in der Wirtschaftsförderung und in der städtischen Pressestelle hält die Mehrheit des Parlaments für nicht gerechtfertigt. Das mag vielleicht so sein, doch über eines müssen sich Maintals Bürger im Klaren sein: Es geht den Fraktionen, ganz besonders der SPD, bei ihrer Zustimmungsverweigerung zu den zusätzlichen Stellen nicht etwa darum, Steuergelder einzusparen und den Stadtsäckel vor finanziellen Mehrbelastungen zu schonen. Schließlich hätten die Fraktionen kein Problem damit gehabt, den Posten eines – viel kostenintensiveren – zweiten Stadtrats zu installieren. Lediglich die WAM hatte sich von Anfang an vehement gegen eine weitere Stelle im hauptamtlichen Magistrat ausgesprochen.

Persönliche Motive?

Die Motivation liegt einzig und allein darin, die Kandidatin, gegen die der Sozialdemokrat Sebastian Maier 2015 das Rennen um das Bürgermeisteramt verlor, als eine Person darzustellen, die der Aufgabe des Stadtoberhaupts nicht gewachsen, die schlicht unfähig ist. Böttcher als vermeintliche Fehlbesetzung: Dieses Bild versucht Maintals SPD nun schon seit ziemlich genau zwei Jahren zu zeichnen, seit der verlorenen Stichwahl um den Rathauschefsessel. Damit beweisen die Sozialdemokraten Beharrlichkeit und untermauern, dass sie es ernst meinen mit ihrem offensichtlichen Ziel, die Bürgermeisterin bis zum Ende ihrer Amtszeit vor sich her zu treiben.

Tiefer Graben

Doch auch Böttcher bleibt standhaft, getreu dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ hält sie die beiden halben Stellen weiterhin für nötig und hat diese wieder in ihren Haushaltsentwurf für 2018 eingebracht. Und wahrscheinlich werden sie ihr von den Stadtverordneten auch diesmal nicht genehmigt werden. Vielleicht sogar der ganze Haushaltsentwurf nicht, so wie jener für 2017, den das Parlament im vergangenen Dezember geschlossen ablehnte. Die Sitzung am Montag zeigte es, und die anstehenden Haushaltsberatungen werden es zeigen: Es verläuft ein tiefer Graben zwischen Bürgermeisterin und dem Parlament – und beide Seiten scheinen nicht gewillt, diesen Graben zu schließen oder wenigstens eine Brücke darüber zu bauen.

Und die Bürger fragen sich: Ist das alles in meinem Interesse? Nein, ist es nicht.

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