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Kita-Gebühren steigen nicht

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Kita-Gebühren rauf, Erzieherstellen runter. Das empfiehlt der Landesrechnungshof, damit der Betrieb der städtischen Betreuungseinrichtungen wirtschaftlicher wird. Die Maintaler Stadtverordneten lehnen dies kategorisch ab (Symbolbild).
Kita-Gebühren rauf, Erzieherstellen runter. Das empfiehlt der Landesrechnungshof, damit der Betrieb der städtischen Betreuungseinrichtungen wirtschaftlicher wird. Die Maintaler Stadtverordneten lehnen dies kategorisch ab (Symbolbild).

Maintal. Weniger Erzieher, höhere Kita-Gebühren und keine Ermäßigungen bei den monatlichen Beiträgen. Diese Empfehlung spricht der hessische Landesrechnungshof der Stadt Maintal aus. Auf diese Weise soll der Etat der Stadt um rund 1,2 Millionen Euro entlastet werden. Die Stadt spricht sich jedoch dagegen aus.

Von Martina Faust

In einem Schreiben von Ende Oktober unterstützt auch der Landrat des Main-Kinzig-Kreises als zuständige Kommunalaufsicht diesen Vorschlag. „Ich bitte, genannte Prüfungsfeststellung zu beachten und die eigenen Kindertageseinrichtungen dauernd auf ihre Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung der gesetzlich empfohlenen Standards hin zu überprüfen“, heißt es dort.Die Einhaltung dieser gesetzlichen Standards würde mit Blick auf Maintal bedeuten, dass etwa 27 Vollzeitstellen bei den Erziehern gestrichen und die Gebühren für die Eltern fast verdoppelt werden müssten.Finanzielle Belastung der Eltern vermeidenDie Maintaler Stadtverordneten lehnen dies strikt ab. Sie befürchten, dass die Vorschläge des Landesrechnungshofs zulasten der Betreuungsqualität in den städtischen Einrichtungen gehen. Außerdem möchten sie eine stärkere finanzielle Belastung der Eltern vermeiden.„Bei der Kinderbetreuung in Maintal ist es das Ziel, einen hohen qualitativen Standard zu setzen. Dies bedingt, dass im Vergleich höhere Kosten entstehen und die Eltern auch unterproportional an diesen Kosten beteiligt werden“, lautete der mehrheitliche Tenor im Stadtparlament, als die Ergebnisse im September zur Debatte standen.

Elternanteil im Schnitt bei 17 ProzentDerzeit beträgt der Elternanteil durch Gebühren für die Kinderbetreuung in einer städtischen Einrichtung durchschnittlich 17 Prozent. Der Landesrechnungshof empfiehlt hingegen eine Drittelbeteiligung der Eltern, also 33 Prozent. Diese Forderung erfüllen aber auch Vergleichskommunen nicht. Der höchste Anteil von Eltern an den Betreuungskosten lag bei 27 Prozent.Um an anderer Stelle der Empfehlung der Prüfstelle nach Einsparungen im Bereich der Kinderbetreuung nachzukommen, forderten die Fraktionsvertreter den Magistrat auf, alternativ Vorschläge zu unterbreiten, inwieweit der allgemeine Verwaltungsaufwand reduziert werden könne.Stellenreduzierung nicht möglichAus Sicht des Magistrats ist dies jedoch nicht möglich. Eine Auflistung der Stellen, die innerhalb der Verwaltung der Kinderbetreuung zugeordnet sind, mündet in dem Fazit, dass Maintal deutlich unterhalb des Mittelwerts der Vergleichskommunen liegt und eine Stellenreduzierung nicht möglich ist.Die Wirtschaftlichkeit ist für die Stadtverordneten daher das eine Argument, das aber nicht allein gültig ist, sondern bei der Kinderbetreuung in Relation zu eigenen Qualitätsstandards gesetzt wird. Den Beschluss über das Prüfergebnis nahmen die Parlamentarier daher als Anlass, „ein klares Statement zu unserer Zielrichtung“ abzugeben, wie es in der beschlossenen Vorlage heißt, also die derzeitige Betreuungsqualität beizubehalten. Schlussendlich fällt aber auch das Fazit des Landesrechnungshofs positiv aus, wird der Stadt doch attestiert, dass sie „sachgerecht und wirtschaftlich“ gehandelt habe.

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