Wichtige Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche: Im Kinderclub und BonisTreff in Dörnigheim ist gerade während der Corona-Pandemie Unterstützung gefragt.
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Wichtige Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche: Im Kinderclub und BonisTreff in Dörnigheim ist gerade während der Corona-Pandemie Unterstützung gefragt.

Corona-Zeit für Renovierung genutzt

„Kinder brauchen diesen Ort“: Abgespecktes Angebot im Kinderclub und BonisTreff in Maintal

  • vonBettina Merkelbach
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Stille, wo vor Corona gespielt, gelacht, gezockt, getanzt, gerappt, gekocht, gelernt, gearbeitet oder einfach nur geredet und gechillt wurde. Die neue Theke, der renovierte Fitnessraum und die neu geordnete Bastelwerkstatt warten auf die Rückkehr der Kinder und Jugendlichen.

Maintal – Derzeit laufen der Kinderclub und BonisTreff im Brüder-Schönfeld-Haus in Dörnigheim auf Sparflamme. Dennoch sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort froh, dass sie nicht wie im Lockdown im Frühjahr ganz schließen müssen. Für Bildungs- und Beratungsangebote nach Absprache in kleinen Gruppen von maximal fünf Personen inklusive Betreuerin oder Betreuer sind die städtischen Jugendzentren seit März geöffnet.

Im Kinderclub Dörnigheim machen davon einige Mädchen und Jungen Gebrauch, wie Mathias Zittlau, einer der fünf hauptamtlichen Mitarbeiter, berichtet: „Das fängt an bei der Frage nach einer Heißklebepistole für ein Bastelprojekt für die Schule und geht bis zur Präsentation für den Realschulabschluss oder einen Stapel an Bewerbungen, die geschrieben und abgeschickt werden müssen.“

Schüler werden beim Homeschooling unterstützt

In der derzeitigen Situation sieht er die Chance, sich mit einigen wenigen Jugendlichen intensiver beschäftigen zu können, als das bei vollem Haus möglich ist. Vor allem der Computerraum sei derzeit zum Homeschooling gefragt. Für Schülerinnen und Schüler, die zu Hause zum Beispiel kein WLAN haben oder Hilfe beim Herunterladen der Arbeitsmaterialien brauchen, stehen die Jugendzentren offen.

„Wir planen eine Zusammenarbeit mit dem ‘Digitale Schulpaten’-Projekt der Freiwilligen-Agentur“, sagt Lisa Hagedorn, Fachdienstleitung der städtischen Jugendarbeit. Mit dem Projekt will die Maintal Aktiv – Freiwilligenagentur engagierte Menschen gewinnen, die Schulkinder digital oder an öffentlichen Lernorten bei der Erarbeitung von Schulstoff im Distanzunterricht unterstützen.

Jugendhaus wurde in der Corona-Zeit renoviert

Die Schließzeit haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt, um das Dörnigheimer Jugendhaus auf Vordermann zu bringen, zu renovieren, Material aufzustocken und neue Konzepte zu entwickeln. So prangen jetzt beispielsweise im Fitnessraum die Konterfeis der sportlichen Idole an den Wänden. Über Instagram habe das Team zudem mit motivierenden Bildern versucht, Kontakt zur Zielgruppe zu halten. „Wir wollen damit vor allem zeigen, dass wir noch da sind“, sagt Mathias Zittlau.

Schließlich haben die Jugendzentren eine große Bedeutung für viele. „Vor Corona gab es Leute, deren zweites Zuhause wir waren“, sagt er. „Sie treffen sich jetzt eben woanders, bei schönem Wetter hauptsächlich draußen.“ Beliebte Treffpunkt seien das Mainufer und das Außengelände des Brüder-Schönfeld-Hauses. „Manchmal klingeln sie, wenn sie sehen, dass wir hier sind.“ Aber die Hürde, vorher anzurufen oder zu klingeln und zu fragen, ob sie hineindürfen, sei für viele zu hoch. „Im Moment gehen diejenigen verloren, die nicht unbedingt zu uns wollen“, bedauert Zittlau. „Schöner ist es auf jeden Fall, die Tür aufzuhaben und ein niederschwelliges Angebot für alle darzustellen.“

Jugendzentren sind für viele feste Anlaufstellen

Dass derzeit Angebote mit Freizeitcharakter generell untersagt sind, sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kritisch. „In der Praxis ist ein Billardspiel oder eine Tasse Tee oft ein Einstieg in ein Gespräch, bei dem man herausfindet, wie es gerade wirklich in der Schule läuft“, sagt Mathias Zittlau. Zudem könnten sie in den Jugendhäusern, anders als bei privaten Treffen, gezielt auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten. „Trotz der verringerten Teilnehmerzahl ist der gemeinsame Umgang wahnsinnig wichtig“, ergänzt Fachdienstleiterin Hagedorn.

Die Jugendzentren seien für viele Kinder und Jugendliche feste Anlaufstellen, die Pädagogen dort oft die ersten Ansprechpartner bei Fragen und Problemen, erst recht bei Themen, über die sie mit ihren Eltern nicht sprechen können oder wollen. „Die Kinder und Jugendlichen brauchen diesen Ort“, erklärt Lisa Hagedorn.

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