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48 Kerzen entzündet: Maintalerinnen erinnern an Krebsopfer

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Zur Erinnerung an die 48 Frauen, die im Durchschnitt täglich in der Bundesrepublik an Brustkrebs sterben, wurden im Rahmen der Aktion „Lucia“ genau so viele Kerzen auf dem Kürbishof der Familie Schäfer in Wachenbuchen entzündet. Foto: Kalle
Zur Erinnerung an die 48 Frauen, die im Durchschnitt täglich in der Bundesrepublik an Brustkrebs sterben, wurden im Rahmen der Aktion „Lucia“ genau so viele Kerzen auf dem Kürbishof der Familie Schäfer in Wachenbuchen entzündet. Foto: Kalle

Maintal. Im Schnitt sterben in der Bundesrepublik täglich 48 Frauen an Brustkrebs. Daran erinnerte die Aktion „Lucia“, an der sich die Gruppe der Maintaler Frauenselbsthilfe nach Krebs beteiligte. Sie entzündete auf dem Kürbishof der Familie Schäfer in Wachenbuchen genau 48 Kerzen.

Von Lars-Erik Gerth

Zahlreiche Frauen aus allen Stadtteilen fanden sich auf dem Hof an der Bachstraße ein, um an der Aktion teilzunehmen, die von der Frauenselbsthilfegruppe in Zusammenarbeit mit dem städtischen Frauenbüro ausgerichtet wurde.Nachdem die Kerzen entzündet waren, sprach Christina Biermann-Müller, langjährige Vertreterin der evangelischen Kirche Buchen im städtischen Frauenbeirat. Sie ging auf die Bedeutung der Aktion ein und strich heraus, dass immer noch täglich im Schnitt 48 Frauen in Deutschland an Brustkrebs sterben, obwohl die Vorsorge immer besser werde.Viele Gedanken spielen eine Rolle„Vor ein paar Tagen war auch ich wieder zum Screening, und jetzt warte ich auf das Ergebnis“, berichtete sie von ihrer eigenen Gefühlen im Umgang mit dem Thema. „Meine Gedanken bewegen sich zwischen 'Es wird schon nicht sein' und 'Wenn doch, was dann?‘. Und selbst, wenn nichts ist, kann ich dann sicher sein? Eine allumfassende Sicherheit gibt es nicht in unserem Leben. Das Leben ist im Fluss. Es bringt Veränderungen – negative und positive und fordert uns heraus, damit klar zu kommen, sie anzunehmen und unser Leben vielleicht neu gestalten zu müssen“, so Biermann-Müller.

Sie ging auch auf die Wichtigkeit von Partnern, Freunden, Freundinnen und Gleichgesinnten an der Seite von an Krebs erkrankten Menschen ein, die in einer solche Situation helfen, die die Veränderungen mitzutragen und zu unterstützen. „Die helfen, ein wenig Licht im Dunklen zu sehen. Die Wärme abgeben und Kälte vertreiben“, so die Wachenbucherin in ihrer bewegenden Rede zur Aktion „Lucia“.„Flashmob“-Tanz gegen BrustkrebsBiermann-Müller betonte ebenso die Bedeutung der Gruppen der Frauenselbsthilfe nach Krebs, die wichtige Anlaufstellen für erkrankte Menschen und ihre Angehörigen seien. Sie wollen „auffangen, informieren und begleiten“, stellte sie heraus.Außerdem berichtete sie von einem „Flashmob“-Tanz gegen Brustkrebs, der in Kassel stattgefunden hat. „Das war das Ende einer Aktion, die 'Pink Ribbon' (Rosa Schleife) gestartet hatte, eine Kampagne für mehr Sensibilität und die Früherkennung von Brustkrebs“, Biermann-Müller. Dazu gehörte auch eine Radtour quer durch Deutschland.Hinschauen ist wichtigVier Teams mit je 26 Teilnehmern in rosa Outfit waren quer durch Deutschland geradelt und warben für mehr Aufmerksamkeit im Kampf gegen Brustkrebs. „Zwölf Tage dauerte die Tour, 3200 Kilometer legten die vorwiegend weiblichen Teilnehmer zurück. Ihre Strecke bildete auf der Landkarte eine Schleife. Das Ziel war dann vergangenen Freitag der Kasseler Königsplatz, wo es auch einen Infostand der Kasseler Brustkrebsgruppe zum Thema 'Brustkrebs' gab“, informierte Biermann-Müller über diese bemerkenswerte Aktion.Abschließend stellte sie fest: „Information, Wissen zum Thema, das Sensibelsein, das Hinschauen, das Aufmerksamsein und das sich öffnen für betroffenen Menschen sind nicht nur beim Thema 'Brustkrebs' wichtig, sondern ebenso bei vielen anderen Themen und damit betroffenen Menschen in unserem Land.“

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