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„Keiner will es machen“

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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Anfang des Jahres legte der Vorstand (von links: Rainer Brüggemann, Gerald Götz , Brigitte Braun-Witzel, Anneliese Haag, Ute Römer) des VdK Bischofsheim seine Ämter nieder. Seitdem ruhen die Aktivitäten.  Archivfoto: Kalle
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Anfang des Jahres legte der Vorstand (von links: Rainer Brüggemann, Gerald Götz , Brigitte Braun-Witzel, Anneliese Haag, Ute Römer) des VdK Bischofsheim seine Ämter nieder. Seitdem ruhen die Aktivitäten. Archivfoto: Kalle

Maintal. „Für mich ist Feierabend“, sagte Ute Römer im Januar. Damals legte die Erste Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Bischofsheim ihr Amt nieder, ebenso wie der Rest des fünfköpfigen Gesamtvorstands. Seitdem ist in Bischofsheim nichts passiert – zum Unmut vieler Mitglieder.

Von Martina Faust

Rat und Hilfe in allen sozialrechtlichen Fragen, aber auch – und das ist für die vorwiegend älteren Mitglieder fast noch wichtiger – Geselligkeit in Form von Ausflügen oder Kaffeenachmittagen, das bietet der Sozialverband VdK. Dafür entrichten die Mitglieder jährlich einen Beitrag von 54 Euro. Auch die Bischofsheimer zahlen diesen Beitrag, aber das gesellige Leben im Ortsverband ruht. „Bei mir melden sich immer wieder Mitglieder und fragen, wie es weitergeht oder sie direkt zu uns und nehmen an unseren Aktivitäten teil“, sagt Jürgen Malbrich, Vorsitzender des VdK Dörnigheim. Und auch die Maintaler Behindertenbeauftragte Monika Klein-Lehmann erhält Anrufe von Ratsuchenden. „Das kann so nicht weitergehen, nicht nach fast einem Jahr“, sagt sie.

Es soll auch nicht so weitergehen. Nachdem der Vorstand zurückgetreten ist, hat der Kreisverband Hanau die Betreuung des VdK Bischofsheim übernommen und versucht seitdem Kandidaten für die vakanten Vorstandsämter zu finden. Eine Mammutaufgabe, wie die Schilderungen des Kreisverbandsvorsitzenden Erwin Quanz deutlich machen. „Ursprünglich wollten wir den Ortsverband nahtlos weiterführen. Aber das ist leider nicht gelungen, nachdem zwei aussichtsreiche Kandidaten für den Vorstand abgesprungen sind“, berichtet er. Seitdem gestaltet sich die Suche nach neuen Bewerbern schwierig. „Wir haben alle Mitglieder persönlich angeschrieben und auch in der Verbandszeitung inseriert, aber keiner will den ersten Vorsitz machen“, berichtet er.

Eine Auflösung oder Integration des Bischofsheimer in den Dörnigheimer Ortsverband ist aus Sicht von Quanz derzeit keine Option. „Bischofsheim hat über 400 Mitglieder, da ist es sinnvoll, einen eigenständigen Ortsverband zu erhalten“, unterstreicht der Kreisverbands-chef. Anders sei die Situation in Ronneburg, wo die derzeit 78 Mitglieder in den Langenselbolder Ortsverband integriert würden.

Aufgeben möchte Erwin Quanz daher noch nicht. Er führt weiter Sondierungsgespräche und wird dabei vom langjährigen ehemaligen Vorsitzenden Karl-Werner Fuhrmann unterstützt, der ihm die Kontakte potenzieller Vorstandskandidaten vermittelt.

Zwei Personen hat Quanz derzeit ins Auge gefasst. „Wenn wir nur zwei oder drei Mitglieder hätten, die bereit wären, sich zu engagieren, würden wir auf der Mitgliederversammlung vielleicht weitere Interessenten gewinnen“, mutmaßt Quanz. Bereits in den nächsten Wochen möchte er die Einladungen für eine Jahreshauptversammlung im Januar verschicken, um dann hoffentlich einen neuen Vorstand krönen zu können. „Zeitlich sind das vielleicht drei bis vier Stunden pro Woche, die auf den Vorstand zukommen. Die Sozialberatung kann weiterhin der Kreisverband übernehmen, der den neuen Vorstand natürlich unterstützen würde“, relativiert er den Aufwand und hofft, dass sich der eine oder andere vielleicht meldet – entweder bei ihm unter 01 74/2 00 12 76 oder der Ehrenamtskoordinatorin Andrea Richter unter Telefon 0 69/43 08 86 31.

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