Über 24 Stunden ohne Internet mussten mehrere Hundert Hochstädter auskommen. Foto: Pixabay

Maintal

Kein Telefon und Internet: Baufirma beschädigt Glasfaserkabel

Maintal. Zahlreiche Hochstädter mussten für etwas mehr als einen Tag ohne Telefon und Internet auskommen: Bei Tiefbauarbeiten an der Bahnhofstraße wurden am Mittwoch die Glasfaserkabel der Breitband Main-Kinzig GmbH derart beschädigt, dass der Schaden erst am Donnerstagnachmittag behoben werden konnte.

Von David Scheck

Über Selbstversuche in Sachen Internetverzicht ist ja immer wieder zu lesen. Gänzlich unfreiwillig war jedoch der „Verzicht“ der M-net-Kunden auf Telefon und Internet. Gegen Viertel vor zwölf ging am Mittwoch bei der Breitband Main-Kinzig GmbH die Meldung über eine Störung ein.

Auch M-net kommunizierte über seinen Facebook-Auftritt: „Glasfaserschaden im Bereich Maintal. Entstörung ist bereits im Gange. Eine genaue Zeit können wir aktuell nicht mitteilen.“ Wenig später dann ein Update: „Der Schaden ist so umfangreich, dass erst heute Mittag (gemeint ist der Donnerstag, Anm. d. Red.) mit einer Entstörung erst heute Mittag gerechnet werden kann. Grund für den Ausfall sind Bauarbeiten im Bereich der Bahnhofstraße.“

Eine auf der Facebook-Seite „Maintal united“ geäußerte Verdachtsvermutung bestätigte sich bei den Nachforschungen nicht: Zwar kreuzt die Bahnhofstraße die Hochstädter Südumgehung, die bekanntlich aktuell saniert wird, jedoch waren die Bauarbeiten nicht ursächlich für den Kabelschaden. Derzeit wird auf der Südumgehung die neue Asphaltdecke aufgebracht. Deshalb fänden dort auch gar keine Bohrarbeiten statt, wie Hessen Mobil auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte.

Fataler Schaden

Zunächst hieß es, die Ursache habe in den Arbeiten am Gasversorgungsnetzwerkes, einige Meter weiter nördlich entlang der Bahnhofstraße, im südlichen Ortskern von Hochstadt gelegen. Dort wurden neue Leitungsrohre für die Gasversorgung mit Hilfe des sogenannten Spülrohrverfahrens verlegt. Die Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises korrigierte am Freitag jedoch ihre am Tag zuvor gemachten Äußerungen.

Demnach ist die massive Beschädigung von Glasfaserkabeln in der Bahnhofstraße nicht bei Arbeiten am Gasversorgungsnetz verursacht worden, sondern bei Tiefbauarbeiten, in deren Zuge Leerrohre für andere Zwecke verlegt wurden. Darauf wiesen die Maintal-Werke GmbH (MWG) und die Breitband Main-Kinzig am Freitag gemeinsam hin. Weder die MWG noch die Breitband GmbH sind an diesen Tiefbauarbeiten beteiligt.

Darüber hinaus weist die Stadt Maintal darauf hin, dass Unternehmen für Arbeiten an öffentlichen Straßen und Wegen vorab eine Abbruchgenehmigung einholen müssen. Diese habe die ausführende Tiefbaufirma jedoch nicht beantragt. Zudem sei es nicht richtig, dass die Tiefbaufirma durch die Stadt Maintal Auskünfte dazu erhalten habe, welche Leitungen im betroffenen Bereich liegen.

Mehrere Hundert Haushalte betroffen

„Wir geben bei solchen Anfragen eine Liste heraus mit den Kontakten zu den Versorgern, die in Maintal bereits mit Genehmigung Leitungen verlegt haben. Die Tiefbaufirmen müssen dann bei diesen Versorgern anfragen, ob im vorgesehenen Baustellen-Bereich Leitungen liegen“, so die Stad

Wie der Leiter der Unternehmenskommunikation von M-net, Hannes Lindhuber, gegenüber unserer Zeitung sagte, seien von dem Totalausfall mehrere Hundert Haushalte betroffen gewesen. Auch das Gewerbegebiet Maintal-Mitte südlich der A66 sei laut Kreis-Pressestelle in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Laufe des Donnerstagnachmittags dann die Nachricht: „Es geht wieder.“ Nach und nach seien die Leitungen wiederhergestellt worden, seit halb Vier am Nachmittag sei Hochstadt wieder vollständig „online“.

Das könnte Sie auch interessieren