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Kapazitätserweiterung: Maintal könnte Hanaus Biomüll aufnehmen

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10 000 Tonnen Bio- und Grünabfälle kann die Kompostierungsanlage in Dörnigheim pro Jahr verarbeiten. Die Auslastung liegt bereits in diesem Bereich. Eine Erhöhung der Kapazität ist möglich, soll aber erst erfolgen, wenn ein entsprechender Bedarf gegeben ist. Fotos: Kalle
10 000 Tonnen Bio- und Grünabfälle kann die Kompostierungsanlage in Dörnigheim pro Jahr verarbeiten. Die Auslastung liegt bereits in diesem Bereich. Eine Erhöhung der Kapazität ist möglich, soll aber erst erfolgen, wenn ein entsprechender Bedarf gegeben ist. Fotos: Kalle

Maintal. Der Großteil des Biomülls aus dem Main-Kinzig-Kreis wird im thüringischen Otzbach entsorgt. Maintal hat hingegen seine eigene Kompostierungsanlage. Die liegt deutlich näher als jene in Otzbach, findet Hanaus Stadtrat Andreas Kowol (Grüne), der die Grünabfälle der Brüder-Grimm-Stadt daher gerne dort entsorgen würde.

Von David Scheck

In der vergangenen Woche hatte unsere Zeitung bereits über das Ansinnen von Kowol berichtet. Wie die Pressestelle der Stadt Maintal auf Anfrage zu diesem Thema berichtet, hätten Kowol und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) sich am Rande einer Sitzung der Fluglärmkommission, in der beide Städte vertreten sind, über eine mögliche Kooperation in Sachen Biomüllverwertung ausgetauscht.

Die Kompostierungsanlage an der Otto-Hahn-Straße im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim wird im Rahmen des Zweckverbands Bioabfallentsorgung Maintal–Bad Vilbel betrieben. Deren Auslastung liegt bei rund 10 000 Tonnen Bio- und Grünabfällen pro Jahr und hat damit die derzeitige Kapazitätsgrenze erreicht. Diese könnte jedoch erhöht werden, laut Stadt nämlich dann, wenn ein Bedarf für die Verarbeitung weiterer Mengen gegeben sei. Der Main-Kinzig-Kreis hatte in einer Mitteilung zuvor geschrieben, dass eine Erhöhung der Kapazitäten auf 15 000 Tonnen im Jahr bereits vorgesehen sei.

Chancen gegen Billiganbieter?Nun wird die Stadt Hanau nicht so ohne Weiteres ihre Grünabfälle in nächster Zeit nach Dörnigheim transportieren können. Denn die Verträge mit dem Unternehmen Veolia laufen noch, frühestens zu Beginn des Jahres 2019 werde der Main-Kinzig-Kreis die Verwertung seines Bioabfalls neu regeln, teilte dieser selbst mit. Und die Neuausschreibung muss gemäß EU-Richtlinien europaweit erfolgen. Diese europaweite Ausschreibung bereite der Kreis zur Zeit vor. Ob die Maintaler Anlage Chancen hätte gegen potenzielle Billiganbieter?

Zumindest, so bestätigen beide, gebe es Gespräche zwischen dem Zweckverband und dem Kreis über mögliche Kooperationsformen. Klar ist, dass die Kompostierungsanlage in Dörnigheim nur einen Teil der rund 48 000 jährlich im Kreis produzierten Tonnen an Bio- und Grünabfälle würde verarbeiten können.

Geplante ErweiterungskapazitätenEine Zusammenarbeit mache für den Zweckverband auf jeden Fall Sinn: Die direkt an der Stadtgrenze zu Hanau betriebene Biokompostierungsanlage arbeite sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sehr erfolgreich und die Bioabfallmengen aus Hanau würden genau die geplanten Erweiterungskapazitäten füllen. Daher liege es im wahrsten Sinne des Wortes nahe, diese auch gemeinsam mit Hanau zu nutzen.

„Auf kürzestem Wege wird so aus Bioabfall wertvoller Kompost, der mittlerer Weile auch in der Landwirtschaft dem Einsatz von Kunstdünger vorgezogen wird. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, vor allem für die Umwelt“, heißt es dazu aus dem Maintaler Rathaus.

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