Der Diplom-Politologe Andreas Bühner möchte die Stadtverordneten überzeugen. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal

Kandidat Nummer vier: Andreas Bühner will Erster Stadtrat werden

Maintal. Der nächste Kandidat im Rennen um die Stelle als Erster Stadtrat hat sich nun öffentlich geäußert. Andreas Bühner, 51 Jahre alt, wohnt derzeit in Kesselstadt – ist aber eng mit Maintal verbunden.

Von Carolin-Christin Czichowski

„Ich hänge an Maintal, oder sagen wir genauer – an Dörnigheim. Hier sind meine Kinder groß geworden, hier gibt es Vereine, in denen ich meine Freizeit verbringe und überhaupt ist alles sehr überschaubar und man ist schnell im Grünen. Ich habe hier Wurzeln geschlagen, wie man so sagt“. Der gebürtige Schwabe lebte von 1998 bis 2009 mit seiner Familie in Dörnigheim, ehe er nach Hanau zog. „Ich wäre aber lieber in Maintal geblieben“, sagt er.

"Bin ein Macher"

„Ich bin ein politisch denkender Mensch und ein Macher“, sagt Bühner und möchte unter anderem damit die Stadtverordneten überzeugen. 2005 hat er in Dörnigheim ein Ingenieurbüro als Startup gegründet – und es bis zum Verkauf Ende 2018 samt 85 Mitarbeitern geführt. Vor seiner Zeit als Unternehmer war er als Personalleiter bei einem mittelständischen Unternehmen sowie Niederlassungsleiter bei einem Personaldienstleister. „Ich bin Personaler durch und durch“, sagt er.

Der Verkauf seiner Firma an einen französischen Aktienkonzern sei für ihn keine leichte Entscheidung gewesen. „Es war für mich eine Bedingung, dass ausnahmslos alle Mitarbeiter vom Käufer übernommen wurden. In den 14 Jahren als Inhaber und Geschäftsführer habe ich gelernt, dass man mit dem Kopf durch die Wand nichts erreicht“, sagt Bühner. Diese Erfahrung möchte er auch im Amt als Stadtrat einbringen: „Ich würde versuchen, das Machbare, den gemeinsamen Nenner zwischen den Fraktionen zu finden und umzusetzen. Dafür braucht es einen vertrauensvollen, freundschaftlichen Umgang mit allen Beteiligten.“

Ein Freund von Bürgerversammlungen

Bürgerversammlungen zu den wichtigen kommunalen Handlungsfeldern sind seiner Meinung nach ein hervorragendes Mittel, auch die Maintaler einzubinden. „Ich wage die Prognose, dass im direkten Bürgerkontakt sich schnell zeigen würde, dass scheinbare Differenzen zwischen den Fraktionen sehr wohl überbrückbar sind“, sagt er.

Bühner hat kein Parteibuch und tut sich nach eigener Aussage auch schwer, sich politisch einzuordnen. „Ich verstehe nicht, welchen Sinn ein Parteibuch für die Arbeit als Erster Stadtrat haben soll. Ganz im Gegenteil, ich denke, dass eine Parteizugehörigkeit bei den anderen Fraktionen eher auf Widerstand stoßen wird.“

Schulden kommen nicht in Frage

Als Erster Stadtrat würde Bühner vor allem kaufmännischen Vorsicht walten lassen. Es könne nicht sein, Schulden zu machen, die später bei einer schwächelnden Konjunktur zu hektischen Sparmaßnahmen und Personalentlassungen führen würden. „Ich würde den städtischen Haushalt auf Sicherheit bauen. Da bin ich durchaus konservativ“, sagt er. Neue Unternehmen in Maintal und mehr Wohnraum seien für ihn die Basis von Mehreinnahmen für die Stadt.

Sinnvolle Stadtentwicklung sei laut Bühner aber nur möglich, wenn die Stadt Baugebiete selbst entwickelt und auch vermarktet. „Das kostet natürlich Geld, aber es wird sich auszahlen. Stadtentwicklung funktioniert halt immer noch am besten, wenn man es in Eigenregie macht“, sagt er. In diesem Zusammenhang biete die angedachte Umgestaltung des Gebiets zwischen dem Bahnhof Maintal Ost und der Eichenheege die Chance, einen zentralen Ort der Erholung für alle Dörnigheimer hinzubekommen. Großen Handlungsbedarf sieht er außerdem beim Gebiet rund um das Opel-Eck.

Entwicklungszentrum ist der Traum

Ein weiteres Anliegen ist es ihm, innovative Unternehmen nach Maintal zu holen. „Ein Traum wäre die Realisierung eines 'Unternehmenscampus', einem Ort für kleine und auch größere Unternehmen.“ Ein Entwicklungszentrum also, ein modernes Bürogebäude, energieeffizient und eingebettet in das Stadtgebiet. „Kein Zweckbau, der auf der grünen Wiese errichtet wird, sondern eine Art Forum, das auch öffentliche oder gastronomische Leistungen anbietet.“

„Wirklich ärgerlich ist außerdem, dass Maintal quasi keine hochwertigen Gewerbe- und Büroflächen für moderne Unternehmen anbieten kann“, so Bühner. Während seiner Unternehmerzeit habe er ein Studio für 3D Visualisierung mit zirka 20 Mitarbeitern in Ludwigsburg aufbauen müssen, weil es in Maintal schlichtweg keine passenden Gewerbeflächen gegeben habe. „Das ist vor allem auch deshalb ärgerlich, weil der Stadt so Gewerbesteuereinnahmen entgehen.“

Bisher drei Konkurrenten

Bühner ist der Vierte, der seine Kandidatur um den Posten öffentlich gemacht hat. Voraussichtlich in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 3. Februar, muss er sich gegen den Maintaler Unternehmer Ahmet Cetiner, die Bauingenieurin und derzeitige Leiterin der Stadtwerke Mörfelden-Walldorf, Sabine Freter, und FDP-Kandidatin Anahit Schäfer durchsetzen – sollten diese Kandidaten vom Wahlvorbereitungsausschuss ins Rennen geschickt werden.

Wer sich wie angekündigt aus den Reihen der SPD zur Wahl stellt, steht noch nicht fest. „Ich würde mir wünschen, dass es ein Wettstreit der Ideen und Konzepte wird und die Stadtverordneten auf der Sachebene entscheiden“, sagt Bühner.

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