Einfach und kreativ: Mit Hilfe von bunten Projektionen nahm das Junge Theater Wachenbuchen seine Zuschauer mit auf eine Reise voller Abenteuer. Die Premiere des Stückes "Vom Jungen, der durch ein Buch fiel" kam bei Jung und Alt gut an. Foto: Grziwa

Maintal

Junges Theater Wachenbuchen überzeugt mit Kreativität und Witz

Maintal. Am Freitag fand die Premiere des Ensembles des Jungen Theaters Wachenbuchen statt. Die jungen Schauspieler führten im evangelischen Gemeindezentrum das fantasievolle Stück „Vom Jungen, der durch ein Buch fiel“ auf und begeisterten Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Von Nicole Grziwa

Nimmt man ein spannendes Buch zur Hand, ist es als würde man in das bedruckte Papier eintauchen und an der Seite seines Helden Abenteuer erleben. Wie schön wäre es, wirklich mit Peter Pan nach Nimmerland zu fliegen oder mit Harry Potter Lord Voldemort und die Todesser zur Strecke zu bringen.

Für Kevin wird der Traum eines jeden begeisterten Lesers wahr. Bevor er schlafen geht, liest er die Geschichte des Privatdetektivs Slim Rockfist. Er wünscht sich an die Seite des coolen Rockfist, um mit ihm gemeinsam herauszufinden, wer der „Grüne Hai“ ist. Plötzlich fällt der Junge und taucht neben seinem Helden in einem Hochofen wieder auf. Kevin will ihm fortan helfen, das Rätsel um den „Grünen Hai“ zu lösen und damit die Welt zu retten. Doch vorher müssen die beiden durch die Bücher auf Kevins Regal wandern und den Ausgang in das Zimmer des Jungen finden.

Von Schach, Reimen und einem kopflosen MönchKevin heißt eigentlich Karl Ishan Barta und ist Teil des Ensembles des Jungen Theaters Wachenbuchen. Dieses spielte am Wochenende Alan Ayckbourns Theaterstück „Vom Jungen, der in ein Buch fiel“. Karl alias Kevin geht zusammen mit Rockfist auf eine Reise durch sein Bücherregal. So müssen die beiden Helden des Theaterstücks eine Partie Schach innerhalb des Buches „Schach für Anfänger“ gewinnen, Reime erfinden, damit Rotkäppchen und Co sie verstehen, und vor einem kopflosen Mönch in einem Gruselbuch fliehen.

Die wohl lustigste Stelle des Stücks fand im Puddel-Buch statt. Dies ist ein Buch für Leseanfänger und gehört eigentlich Kevins vierjähriger Schwester. Baby-Puddel, Mama-Puddel, Papa-Puddel und alle weiteren Puddel-Personen können nur ein Wort sagen: Puddel. So fiel das Weiterkommen für Kevin und Slim Rockfist natürlich schwerer aus, als in den anderen Büchern.

Publikum wurde mit einbezogenMit fantastischen Projektionen auf eine Bettdecke tauchte der Zuschauer voll und ganz in die Reise von Kevin mit ein und wurde sogar manchmal mit in das Theaterstück einbezogen. So musste ein kleines Mädchen aus dem Publikum das Seil halten, das Slim Rockfist aus dem Hochofen retten sollte. Dennoch wurde vieles sehr minimalistisch gehalten, sodass der böse Wolf beispielsweise nur Pappohren aufhatte und ansonsten aussah wie Rotkäppchens Großmutter.

Die Fantasie der Zuschauer konnte sich also voll und ganz entfalten, wie es auch der Fall ist, wenn man ein gutes Buch vor sich liegen hat. Dabei halfen auch die jungen Schauspieler. Mit der lockeren Sprechart, den witzigen und cleveren Sprüchen und den überzeugenden Rollen hatten sie das Publikum schnell auf ihrer Seite und die Lacher sicher.

Doch nicht immer war es klar, dass die Premiere so gut werden würde. Knapp zwei Jahre hat das Ensemble für das Stück geprobt und musste während dieser Zeit so manche Hürden meistern. Einige Schauspieler mussten während der Vorbereitungen aus zeitlichen Gründen aufhören und kurz vor der Premiere überfiel die Gruppe eine Krankheitswelle. „Ich bin so stolz auf meine Schauspieler. Noch nie hatte ich eine Generalprobe, bei der einer der Jugendlichen gefehlt hat“, so der Regisseur Christoph Goy. Das Stück stand auf der Kippe, fast musste es abgesagt werden, am Freitag standen dann aber alle Schauspieler auf der Bühne, manche sogar noch mit heiserer Stimme. Und dennoch war die Aufführung ein voller Erfolg.

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