Louisa Arndt aus Wachenbuchen nimmt bereits zum wiederholten Male an der Hochstädter Lyriknacht teil und wird dort am 25. August ihre Gedichte präsentieren. Foto: Gepperth

Maintal

Junge Wachenbucherin Louisa Arndt ist Stammgast bei Lyriknacht

Maintal. Lyrische Texte, begleitet von Orgel und Saxophon. Das verspricht die siebte Hochstädter Lyriknacht, die am Freitag, 25. August, in der evangelischen Kirche in Hochstadt stattfinden wird. Bei der Veranstaltung, die erneut von der Horst-Bingel-Stiftung und der Bürgerstiftung getragen wird, sind neben bekannteren Lyrikern auch einige Debütanten oder etwas unbekanntere Gesichter vertreten.

Von J. Max Gepperth

Mit dabei ist auch die junge Wachenbucherin Louisa Arndt. Sie mag zwar noch nicht, wie einige ihrer Kollegen, mit Preisen überhäuft worden sein, ist bei der Hochstädter Lyriknacht aber schon ein „alter Hase“. „Ich bin mir nicht ganz sicher“, überlegt die 18-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung, „aber ich glaube, dass ich zum vierten oder fünften Mal dabei sein werde.“ Zumeist präsentiert sie dabei Gedichte, die sie speziell für die Lyriknacht verfasst hat.

Es käme aber auch vor, dass sie Werke vorstelle, die im Jahr zuvor entstanden sind. Thematisch hat sich die Abiturientin, die im Alter von neun Monaten aus Vietnam adoptiert wurde, nicht festgelegt. „Ich schreibe über das, was mich gerade beschäftigt. Wenn ich über etwas nicht schreiben will oder mich zu einem Thema zwinge, wird es auch nicht gut. Es wird am besten, wenn es mich interessiert“, erklärt sie.Inspiration holt sich Louisa Arndt im Alltag oder während einer ihrer zahlreichen Nebenaktivitäten. Neben der Lyrik beschäftigt sich die frisch gebackene Abiturientin nämlich unter anderem auch mit Musik. So spielt sie sehr gerne Klarinette. Dabei bevorzugt sie Jazz, Blues oder Soul. Zusätzlich macht sie noch Eskrima, eine Art philippinische Kampfsportart.

Workshop mit Safiye Can als Initialzündung

Zur Lyrik kam die heute 18-Jährige im Jahr 2012, als sie in die siebte Klasse der Albert-Einstein-Schule ging. Sie besuchte damals die Reihe „Literatur im Gespräch“, die jedes Jahr im Herbst in der Bischofsheimer Schule stattfindet. Eine der Autorinnen, die Lyrikerin Safiye Can, bot dann zusätzlich noch einen Workshop an. Schon damals mochte Louisa Arndt Gedichte, doch erst Safiye Can entfachte ihre Begeisterung. „Mir ist damals bewusst geworden, dass Gedichte schreiben mehr ist als stumpfes Reimen“, erinnert sich die junge Frau, die gerade ihre Ausbildung zur Steuerfachangestellten begonnen hat.

In dem Workshop wurden verschiedene Formen von Gedichten behandelt, was ihr erst vor Augen geführt habe, wie vielseitig diese Form der Kunst ist: „Lyrik ist die einfachste und zugleich gewählteste Form des Schreibens. Man muss die Grammatik und den Satzbau kaum beachten und kann mit ihnen etwas spielen. Man kann Worte benutzen, die nicht im Duden stehen, und sehr viel mit Klängen arbeiten. Für mich ist die Lyrik daher eine Mischung aus Kunst, Musik und dem Schreiben“, fasst Louisa Arndt ihre Gedanken zusammen.

In den vergangenen Jahren hat sich die junge Lyrikerin nach ihrem Empfinden auch weiterentwickelt. Sie habe neue Erfahrungen gemacht und viel von den anderen Künstlern bei der Lyriknacht lernen können. Dort habe sie auch ihre Mentorin Safiye Can, welche die Begeisterung erst entfacht hatte, wiedergetroffen. „Wir haben uns gleich wiedererkannt und auch viel ausgetauscht“, erinnert sich Arndt.

Alltag als Inspiration

Jedes Jahr nimmt sich die junge Frau eine Zeitspanne von drei bis fünf Minuten als Orientierung für ihren Vortrag. Dann rezitiert sie drei bis zehn Gedichte. Das käme in dem Fall auf die Länge ihrer Werke an. Auch in diesem Jahr hat sie wieder neue lyrische Arbeiten vorbereitet, welche sie der Öffentlichkeit bei der Hochstädter Lyriknacht präsentieren möchte. Ihr neustes Werk behandelt ihre Erfahrungen seit dem Beginn ihrer Ausbildung: „Ich habe mich dabei mit meinen neuen Erfahrungen auseinandergesetzt. Neue Umgebung, neue Eindrücke“, erläutert sie.

Nun freut sie sich bereits auf den kommenden Freitag, wenn sie bei der Hochstädter Lyriknacht 2017 den Besuchern in der evangelischen Kirche ihre Gedichte präsentieren wird. Vielleicht kann sie ja dafür sorgen, dass sich mancher in ihren Werken wiedererkennt.

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