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Julian Bothe: 15-Jähriger gewinnt Landeswettbewerb

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Der 15-jährige Julian Bothe verbringt viel Zeit an seinem Computer. Der Schüler der Albert-Einstein-Schule hat nun mit einem Film über die Flüchtlingskrise einen Landeswettbewerb gewonnen.  Foto: Gepperth
Der 15-jährige Julian Bothe verbringt viel Zeit an seinem Computer. Der Schüler der Albert-Einstein-Schule hat nun mit einem Film über die Flüchtlingskrise einen Landeswettbewerb gewonnen. Foto: Gepperth

Maintal. Julian Bothe aus Maintal hat den ersten Platz beim landesweiten Schülerwettbewerb „Hessen – das Land und seine Verfassung“ belegt. Bei diesem Wettbewerb waren Schüler aufgerufen, sich auf unterschiedliche Arten mit dem Land und der Verfassung auseinanderzusetzen.

Von Jan Max Gepperth

Von seiner Politik- und-Wirtschaftslehrerin ist Julian Bothe auf den Wettbewerb der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und des Hessischen Landtags aufmerksam gemacht worden. Zu den übergeordneten Themen wie „Gesellschaft im Wandel“ oder „Gründung Hessens“ konnten die teilnehmenden Schüler selbstgewählte Fragestellungen bearbeiten und dazu ihren Wettbewerbsbeitrag einreichen.

Der 15-jährige Julian entschied sich für einen sozialen Schwerpunkt: Flüchtlinge. „Meine Mutter arbeitet in der Flüchtlingshilfe. Da bekommt man schon etwas mit“, erklärt Bothe seine Wahl.

Leichterer Zugang durch persönliches UmfeldWeil ihm die Thematik von zu Hause bekannt war, fiel ihm der Zugang dazu eben leichter. Zu diesem Themenkomplex waren zwei Aufgabenstellungen vorgegeben, die den Jugendlichen interessierten. Zum einen eine Analyse des deutschen Spielfilms „Willkommen bei den Hartmanns“ oder die Frage „Wo kommen die Flüchtlinge her und was sind ihre Motivationen?“

Interviews und GrafikenJulian entschied sich für die zweite Frage. Doch nicht nur die gewählte Fragestellung ist ungewöhnlich für einen 15-Jährigen, sondern auch die von ihm gewählte Darstellungsform. „Man konnte fast frei entscheiden, was man macht. Also habe ich mich entschieden, einen Film zu machen.“ Dazu gab es lediglich die Vorgabe, dass der Film maximal 30 Minuten lang sein dürfe. Julians fertiger Film schließlich verbindet verschiedene Elemente. So zeigt er Landschaftsaufnahmen der Stadt und selbst animierte Grafiken und Interviews, die er mit Flüchtlingen aus Maintal geführt hat.

Seine Mutter habe ihm geholfen, den Kontakt zu den Flüchtlingen herzustellen. „Die ersten Mitwirkenden zu bekommen, war ganz leicht. Aber auf insgesamt fünf Personen zu kommen, die dann mitmachen, war gar nicht so einfach“, berichtet Julian.

Rudern und ComputerDie Grafiken zu dem Film hat er selbst gestaltet. Bereits vor knapp vier Jahren entdeckte er ein 3-D-Animationsprogramm und begann, damit zu experimentieren. So kam er später sogar in Kontakt mit einigen Youtubern, für die er neue Intros entworfen hat. „Mir war die Reichweite egal. Hauptsache, ich habe was gemacht.“ Überhaupt ist der Dörnigheimer sehr computeraffin. So spielt er in seiner Freizeit nicht nur gerne mit 3-D-Animationen, sondern programmiert auch viel. Sofern ihm dafür noch Zeit bleibt. Denn Julian geht fünfmal die Woche ins Ruder-Training. „Insgesamt stehen sechs Trainingseinheiten in der Woche auf dem Plan. In der Saison habe ich dann auch noch fast jedes Wochenende einen Wettkampf. Viel Freizeit außer Sport und Schule bleibt da nicht mehr.“

Wenn ihm dann wirklich mal alles zu viel wird, legt sich Julian auf die Couch, telefoniert mit einer guten Freundin oder schaut einen Film. „Hauptsache, viel Action oder so etwas Krimimäßiges. Wie 'Oceans´s Eleven'.“ Auch wenn Julian jetzt von der Schulleitung der Albert-Einstein-Schule filmische Möglichkeiten bekommt, möchte er sich nicht auf dieses Medium festlegen. Wenn er beim Film jedoch noch etwas machen würde, dann eher am Set als hinter dem Rechner. „Da macht man ja effektiv immer das Gleiche. Das ist mir zu langweilig.“

Lichttechnik als ZukunftsoptionDiese Einstellung zeigt sich auch bei seinen Zukunftsvorstellungen. „Im Berufspraktikum war ich bei einer Agentur für Eventmanagement. Da bin ich mit Lichttechnik in Berührung gekommen. Das fände ich echt spannend. Aber wenn, dann eher auf Konzerten.“ Er kann sich aber auch eine Laufbahn bei der Polizei vorstellen.

Als Preis für seinen Film hat Julian Bothe übrigens eine fünftägige Erlebnisreise nach Berlin gewonnen. Die Preisverleihung findet am 19. April im Hessischen Landtag statt.

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