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Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Maintal: Wegen Einsatz die Ehrung verpasst

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Von: Michael Bellack

Als Anerkennung ihrer Leistung konnten in den Reihen der Maintaler Einsatzkräfte zahlreiche Mitglieder geehrt werden.
Als Anerkennung ihrer Leistung konnten in den Reihen der Maintaler Einsatzkräfte zahlreiche Mitglieder geehrt werden. © PM

Maintal – Die Maintaler Feuerwehr ist im vergangenen Jahr zu 407 Einsätzen ausgerückt. Der Großteil davon (238 Einsätze) geht auf Hilfeleistungseinsätze zurück. Hinzu kommen 59 Brandeinsätze, 15 Fehlalarme und 95 Bereitstellungseinsätze, bei denen die Feuerwehr nicht mehr tätig werden musste. Die Zahlen wurden bei der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung vorgestellt.

Die Zahl der Einsätze hat sich in den vergangenen acht Jahren stetig nach oben entwickelt, 2013 waren es noch 270, im Jahr 2016 dann erstmals über 400. In der offiziellen Statistik werden sogar 548 Einsätze gezählt (Vorjahr: 680), da aufgrund der sinkenden Personalstärke oft mehrere Stadtteilwehren zusammenarbeiten müssen. In diesem Fall rückt statistisch gesehen jede Wehr zu einem eigenen Einsatz aus, auch wenn drei Stadtteilwehren zusammen einen Brand löschen. 10,5 Einsätze in der Woche haben die Freiwilligen demnach absolviert.

Hervorzuheben waren im Jahr 2021 laut Stadtbrandinspektor Holger Martiker der Einsatz beim Hochwasser Anfang des Jahres, als Maintal zur Zentrale für die Sandsacklogistik im Kreis wurde. Auch die Hilfslieferung in das Überschwemmungsgebiet im Ahrtal war ein nicht alltäglicher Einsatz. Einer der größten Brände ereignete sich ebenfalls im Januar, als im Marie-Curie-Ring in Dörnigheim Hunderte Plastikstühle in einer Lagerhalle in Flammen aufgingen. In der Nacht zum Heiligabend mussten die Einsatzkräfte zu einem Brand in einem Sportwettengeschäft ausrücken. Hervorzuheben ist auch der Einsatz der Taucher im August 2021, als ein Lkw-Fahrer auf der A66 bei Salmünster die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und von der Brücke in die Kinzig stürzte. Der Fahrer konnte nur noch Tod geborgen werden.

Dass die Feuerwehr immer einsatzbereit ist, stellten die Einsatzkräfte auch am Abend der Versammlung unter Beweis. Mitglieder der Dörnigheimer Feuerwehr mussten zur Unterstützung des Rettungsdienstes ausrücken und verpassten dadurch sogar ihre eigene Ehrung (siehe Kasten). „Wir sind zu jeder Zeit im Einsatz“, betont Martiker daher bewiesenermaßen zu Recht.

Allerdings gibt es immer weniger Menschen, die dieses Engagement beweisen. Die Personalstärke ist im vergangenen Jahr noch einmal gesunken. 151 aktive Einsatzkräfte stehen der Maintaler Feuerwehr zur Verfügung, das sind sieben weniger als im Vorjahr. Damit liegt man unter der Sollstärke von 160 Aktiven. 2016 waren es noch 178 aktive Mitglieder bei der Feuerwehr. 134 der Mitglieder sind männlich, 20 weiblich. Mit jeweils 43 Mitgliedern stellen die Wehren aus Dörnigheim und Bischofsheim das meiste Personal. Es folgen Hochstadt (37) und Wachenbuchen (28).

Der Blick auf die Jahre zuvor bestätigt die negative Entwicklung: Noch 2016 hatte man 178 aktive Mitglieder. Im dritten Jahr in Folge wird damit auch die Sollstärke unterschritten, die 2015 von 170 auf 160 Einsatzkräfte herabgesetzt wurde.

Auch beim Nachwuchs sieht es nicht unbedingt besser aus: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr um 13 gesunken. Einziger Lichtblick im vergangenen Jahr war die Kinderfeuerwehr, hier stehen 20 Eintritte nur sieben Austritten gegenüber.

Viel Werbung konnte die Wehr durch die Corona-Pandemie nicht für sich machen. „Selbst als andere Vereine wieder mit dem Übungsbetrieb starten konnten, ging bei uns nichts. Als Teil der kritischen Infrastruktur mussten wir Infektionsketten natürlich vermeiden“, sagt Martiker. Nahezu alle Veranstaltungen sind in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen. „Da gab es sicher das ein oder andere potenzielle Neumitglied, dass dann woanders hingegangen ist“, so Martiker.

Von Michael Bellack

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