Verwirrende Schilder: Trotz der deutlich sichtbaren Werbung für Wohneigentum sollen die vertraglich vereinbarten 15 sozial geförderten Wohnungen entstehen. "Diese Verpflichtung nehmen wir ernst", so Investor City 1 auf eine entsprechende Nachfrage unserer Zeitung. Foto: David Scheck

Maintal

Intubau-Areal: Mietwohnungen lassen auf sich warten

Maintal. Rund vier Jahre nach Abschluss des städtebaulichen Vertrags ist das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Gelände der Firma Intubau in der Dörnigheimer Eichenheege so gut wie fertiggestellt. Einzig das im Bauplan Haus A genannte Gebäude am nordwestlichen Rand des Gebiets fehlt noch.

Von David Scheck

Dort sollen die im städtebaulichen Vertrag vereinbarten 15 sozial geförderten Mietwohnungen entstehen – nach Auskunft des Investors soll noch in diesem Jahr mit deren Bau begonnen werden.

Nach reichlich Ärger über Baulärm und Schmutz sowie verunreinigtes Wasser, das illegal abgelassen wurde, ist es ziemlich ruhig geworden um das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Intubau-Areal. Vielleicht etwas zu ruhig. So könnte man zumindest die Anfrage der SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten interpretieren. Denn darin fragen die Sozialdemokraten den Magistrat der Stadt Maintal, wann der Bauträger auf dem Intubau-Gelände mit dem Bau der sozial geförderten Wohnungen beginne.

Der Bauträger, das ist in diesem Fall die City 1 Grundbesitz GmbH, die ihren Sitz in Neu-Isenburg hat. Auf dem Areal am Waldrand von Dörnigheim, zwischen den Straßen Eichenheege und Daimlerstraße, hat City 1 seit 2015 insgesamt 49 Einfamilienhäuser sowie zwei größere Mehrfamilienhäuser errichtet. Im dritten und kleinsten der drei geplanten Mehrfamilienhäuser sollen die vertraglich vereinbarten 15 geförderten Wohnungen entstehen.

Baubeginn ist für Spätsommer terminiert

Doch bislang findet man dort nach wie vor lediglich eine Brachfläche, auf der große Bauschilder stehen mit der Aufschrift: „Hier entstehen für Sie in Kürze Eigentumswohnungen“ sowie auf einem weiteren Aufsteller: „Hier entstehen für Sie in Kürze Einfamilienhäuser“. Ungeachtet dieser Schilder versichert das Immobilienunternehmen, dass der Bau der sozial geförderten Wohnungen realisiert wird. „Gemäß städtebaulichem Vertrag mit der Stadt Maintal haben wir uns verpflichtet, das Haus A im Baugebiet Eichenheege innerhalb von fünf Jahren herzustellen. Diese Verpflichtung nehmen wir ernst und werden wir erfüllen“, teilt City 1 schriftlich auf eine Anfrage unserer Zeitung mit.

Laut Auskunft des Magistrats, entnommen aus der Antwort auf die SPD-Anfrage, hat der Bauträger bis spätestens 31. Oktober 2020 Zeit, das Gebäude fertigzustellen. Auf die Frage unserer Zeitung, warum das für den sozialen Wohnungsbau vorgesehene Haus A bislang noch nicht realisiert wurde, geht City 1 nicht direkt ein, ebenso wenig wie auf eine Nachfrage zu Problemen mit dem nötigen Fördermittelbescheid des Landes Hessen.

Investor City 1 nennt konjunkturelle Gründe für Verzögerung bei der Realisierung

Denn den ersten eingereichten Förderantrag habe die Wirtschafts- und Infrastrukturbank abgelehnt, wie der Magistrat der Stadt Maintal in seiner Antwort auf die SPD-Anfrage schreibt. Derzeit werde ein neuer Antrag erstellt. City 1 begründet gegenüber dem TAGESANZEIGER die Verzögerung mit der konjunkturellen Situation im Baugewerbe. Aufgrund dieser sei „es sehr schwierig geworden, geeignete Bauunternehmen für das relativ kleine Bauvorhaben zu wirtschaftlich vernünftigen Konditionen zu finden und zu beauftragen“. Der voraussichtliche Baubeginn sei für diesen Spätsommer angedacht, so das Neu-Isenburger Unternehmen.

Deutlich schneller werden die Ergebnisse in Sachen Bürgersteige an der Straße Eichenheege und Daimlerstraße zu sehen sein. Auch bezüglich deren Zustand hatte die SPD eine Anfrage an den Magistrat gestellt. Im Zuge der Bauarbeiten waren die Gehwege auf der Ostseite der Eichenheege gänzlich verschwunden und somit praktisch nicht nutzbar. Die Situation wurde von Bürgern auch in der Umfrage des TAGESANZEIGER zum Zustand der Gehwege im Maintaler Stadtgebiet im vorigen Oktober moniert. Seit Ende März wird der Bürgersteig wieder hergestellt. Zur Dauer der Maßnahme teilt uns City 1 mit: „Nachdem wir uns mit den Beteiligten auf die Art der Ausführung einigen konnten, gehen wir davon aus, dass die Arbeiten in etwa sechs bis acht Wochen abgeschlossen werden.“

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