Der Frauenhain am Mainufer in Dörnigheim ist ein Symbol und zugleich Ehrung für engagierte Frauen. Foto: Häsler

Maintal

Zum Internationalen Frauentag: Blick auf Erfolge und Wünsche

Maintal. Am Donnerstag, 8. März, wird weltweit der Internationale Tag der Frauen gefeiert, um auf mehr Gleichberechtigung für Frauen aufmerksam zu machen. Auch in Maintal engagieren sich Frauen für dieses Thema. Manche schon seit Jahrzehnten.

Von Monica Bielesch

Anne Denecke ist seit 26 Jahren Frauenbeauftragte der Stadt Maintal. Am 30. Juni geht sie in Rente und blickt anlässlich des Internationalen Frauentags auf ihre Laufbahn zurück. „Wir haben sehr viel erreicht im Laufe der Zeit“, meint sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber natürlich gebe es in Sachen Gleichberechtigung auf vielen Gebieten noch viel zu tun. Denn immernoch würden viele Frauen 20 Prozent weniger Bruttolohn als Männer erhalten. „Darauf wollen wir mit dem Equal-Pay-Day am 18. März aufmerksam machen.“ Das Armutsrisiko sei bei alleinerziehenden Frauen sehr hoch und Frauen immer noch verstärkt Opfer von sexueller Gewalt.

„Als Frauenbeauftragte versuche ich immer, die Themen auf die kommunale Ebene runterzubrechen“, erzählt sie. Und da hätte Maintal beispielsweise im Bereich Sicherheit in den vergangenen Jahren viele präventive Maßnahmen ergriffen. „Die Bahnhöfe sind immer wieder als unwirtliche Orte ein Thema, schon als ich als Frauenbeauftragte hier angefangen habe.“ Um Frauen, die abends und nachts an den Bahnhöfen in Dörnigheim oder Bischofsheim unterwegs sein müssten, ein Gefühl von mehr Sicherheit zu geben, hat die Stadt an den Parkplätzen in Dörnigheim hellere Lampen sowie eine Notrufsäule installiert. Auch am Bischofsheimer Bahnhof seien Lampen an den Parkplätzen angebracht worden.

Pilotprojekt KompasseAuch im Rahmen des Pilotprojekts Kompass bemühe Maintal sich um Sicherheit für Frauen. In einem Gespräch mit der Polizei habe die Frauenbeauftragte beispielsweise die Beamten zum Thema häusliche Gewalt sensibilisiert.

Was sie sich für die Frauen wünscht? „Die tatsächliche Gleichberechtigung, eine Gleichbezahlung und Anerkennung der Leistung von Frauen“, antwortet Denecke. „Und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Beruf und Pflege.“ Im Laufe der Jahre habe sie gelernt, geduldig zu sein und ergänzt lachend: „Ich denke in Dekaden.“ Denn: „Engagement für Frauenrechte ist ein langsames Bohren von dicken Brettern.“

„Und kaum zwölf Jahre später, sind wir auf dem Weg zur Fairtrade Town“So habe sie 2006 in Maintal eine Veranstaltung zum Thema Fairtrade organisiert, weil hier in der Regel die Frauen für den Einkauf verantwortlich seien und in den Entwicklungsländer viele Frauen von schlechten Arbeitsbedingungen betroffen seien. „Und kaum zwölf Jahre später, sind wir auf dem Weg zur Fairtrade Town“, lacht sie und will weiter voller Elan und Optimismus für die Rechte der Frauen streiten.

Auch Christiane Betz, Leiterin des Stadtteilzentrums in Bischofsheim, engagiert sich für die Rechte von Frauen. „Es ist unser Anliegen, deutlich zu machen, wie bunt, vielfältig, unterschiedlich und damit auch reichhaltig das Miteinander im Stadtteilzentrum ist“, sagt Betz, die seit vier Jahren in Bischofsheim ist und vorher im Westendbüro in Dörnigheim gewirkt hat.

„Die Arbeit im Stadtteilzentrum wird ganz stark von Frauen getragen“Im Stadtteilzentrum treffen sich vornehmlich viele Frauengruppen, wie etwa ein Internationales Frauenfrühstück, eine Deutschgruppe für Migrantinnen, eine Mutter-Kind-Gruppe oder ein Nähkurs. „Die Arbeit im Stadtteilzentrum wird ganz stark von Frauen getragen“, bestätigt Betz. Frauen können Kontakte knüpfen und soziale Netzwerke aufbauen und so ihr Selbstbewusstsein stärken.

Auch sie hat einen Wunsch in Bezug auf Frauenrechte: „Ein entspanntes Miteinander von Frauen und Männern, in gegenseitigem Respekt und Anerkennung.“ Dafür wollen die Frauen des Stadtteilzentrums am Freitag, 9. März, von 9 bis 12 Uhr gemeinsam mit dem VdK Bischofsheim an einem Stand auf dem Bischofsheimer Markt werben.

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