Die Bürger haben entschieden: Dieses interaktive Kunstwerk soll vor dem Bürgerhaus Bischofsheim installiert werden. Visualisierung: PM

Maintal

Interaktive Lichtbögen: Erleuchtung für das Bürgerhaus

Maintal. Wie es mit dem Bürgerhaus Bischofsheim weitergeht – ob Sanierung oder Neubau –, darüber haben die Stadtverordneten noch nicht entschieden. Was hingegen auf der Fläche davor passieren soll, darüber haben die Maintaler ein klares Votum abgegeben.

Von Martina Faust

Ein interaktives Kunstwerk aus zwei sich kreuzenden Lichterbögen soll auf dem Vorplatz installiert werden und die Bedeutung des Bürgerhauses als Ort der Kultur und als Stätte der Begegnung unterstreichen. Es ist einer von insgesamt zehn Entwürfen, die im Oktober im Rathaus Hochstadt präsentiert wurden und über die abgestimmt werden durfte. Jeder Maintaler war eingeladen, seine Meinung abzugeben.

Mit dem nun vorliegenden Votum geht für die Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“ die Planungsphase zu Ende. Sie hatte das Projekt im vergangenen Jahr angestoßen und sich damit für die Förderung von Kunst im öffentlichen Raum eingesetzt. Eine Idee, die bei den Stadtverordneten auf Zustimmung stieß, die für das Vorhaben 25 000 Euro zur Verfügung stellten.

Nach der Ausschreibung des Kunstwettbewerbs Anfang des Jahres und einer folgenden Vorauswahl, die eine Jury unter den 70 Einsendungen traf, sowie dem nun erfolgten Votum der Maintaler ist es jetzt erneut an den Stadtverordneten, das Vorhaben endgültig abzusegnen. Dies soll Anfang kommenden Jahres geschehen.

Natürlich hofft die Stadtleitbildgruppe um ihre Patin Gudrun Randt auf eine schnelle Entscheidung. „Unser Wunsch ist natürlich, dass das Kunstwerk bald aufgestellt wird, gerade, weil nicht absehbar ist, wie lange sich die Diskussionen über eine Sanierung oder Neubau des Bürgerhauses noch hinziehen werden. Schließlich haben die Bürger entschieden und möchten nun gerne sehen, dass auch etwas passiert“, sagt sie.

Randt selbst freut sich über das Ergebnis. Nicht nur, weil sie die Skulptur, die schließlich die meisten Stimmen erhalten hat, bei ihrer eigenen Abstimmung ebenfalls auf der Liste stehen hatte, sondern auch wegen des großen Engagements der Künstlerin. „Sie hatte ursprünglich einen Entwurf für ein akustisches Kunstobjekt mit zwei Klangschalen eingereicht und daraufhin die Auflage erhalten, diesen zu überarbeiten. Dass sie darauf eingegangen ist und diese tolle Idee mit dem interaktiven optischen Kunstwerk erarbeitet hat, finde ich wunderbar. Es sieht vielleicht nicht spektakulär aus, ist aber faszinierend“, erzählt die Patin.

Die beiden Bögen werden dem vorgegebenen Ausschreibungs-Motto „Begegnung(en)“ gleich in doppelter Hinsicht gerecht: Denn die beiden sich kreuzenden, sich begegnenden Metallrundbögen können von Personen, die diese berühren und sich dabei an den Händen halten, durch integrierte LEDs zum Leuchten gebracht werden.

Es braucht also Menschen, die gleichzeitig an diesem Ort zusammenkommen und den direkten Kontakt nicht scheuen, um das Kunstwerk zum Strahlen zu bringen. „Vermutlich hat dieser interaktive Gesichtspunkt die 35 Prozent der abstimmenden Personen überzeugt, die dieses Kunstwerk gewählt haben“, vermutet Randt.

Das Kunstobjekt vor dem Bürgerhaus Bischofsheim soll aber erst der Anfang sein. Geht es nach der Stadtleitbildgruppe, soll jeder Stadtteil sein eigenes öffentliches Kunstwerk erhalten. „Wir sind dabei“, antwortet Randt auf die Frage, ob es denn zeitnah auch tatsächlich weitergeht.

In Gesprächen mit der Stadtleitbildgruppe „Ortsmitte Wachenbuchen“ möchten beide Mitglieder ein Konzept für ein Kunstwerk im Bereich des neu gestalteten Areals am Bürgerhaus Wachenbuchen erarbeiten. „Und am Mainufer gibt es dank einer Initiative der Stadtleitbildgruppe Mainufer auch schon ganz wunderbare Skulpturen“, sagt Gudrun Randt, die sich aber noch mehr Kunst im öffentlichen Raum wünscht.

Das könnte Sie auch interessieren