Entsorgen müssen andere: FÖJ-ler Elias Ruckriegel ist regelmäßig im Einsatz, um den Unrat zu beseitigen.
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Entsorgen müssen andere: FÖJ-ler Elias Ruckriegel ist regelmäßig im Einsatz, um den Unrat zu beseitigen.

Bezahlen muss die Allgemeinheit

Illegale Müllentsorgung in Maintal nimmt zu: Müllsünder kosten hunderttausende Euro

  • Michael Bellack
    VonMichael Bellack
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Es ist ein Ärgernis für Spaziergänger, Naturliebhaber und viele Privatpersonen gleichermaßen: illegal entsorgter Müll in der Natur oder auf privaten Grundstücken. In Maintal wird diese Unart zunehmend zu einem größeren Problem, das der Stadt eine Menge Arbeit bereitet und vor allem viel Geld kostet.

Maintal – In den sozialen Medien sind Bilder von Müllsäcken oder Sperrmüll, der im Wald entsorgt wurde, immer wieder ein Aufregerthema. Auch den TAGESANZEIGER erreichen in den letzten Monaten zahlreiche Nachrichten von Bürgern, die sich über die Müllfrevler echauffieren.

Maintal: Illegale Müllentsorgung nimmt extrem zu

Eine Nachfrage bei der Stadt hat gezeigt, dass die Problematik in Maintal eine neue Dimension annimmt. „In Maintal kommt es von Jahr zu Jahr immer stärker zu illegalen Müllablagerungen“, erklärt die städtische Pressestelle, vor allem in den vergangenen drei Jahren. Die illegale Entsorgung von gewerblichem Müll habe „extrem zugenommen“, so die Stadt.

Ein Grund dafür könnte sein, dass für die Entsorgungen von gewerblichem Müll im Rhein-Main-Gebiet eine Gebühr bei den Entsorgungshöfen fällig sei. „Es hat den Anschein, dass hier auch Betrüger aktiv sind, die sich von Privaten die Entsorgungen von Baustoffresten oder Altreifen bezahlen lassen und den Abfall dann illegal entsorgen“, vermutet die Stadt. Privatpersonen haben in Maintal die Möglichkeit, Sperrmüll unentgeltlich abholen zu lassen.

Hotspots der Müllentsorgung sind der Stadt Maintal bekannt

Einige Schwerpunkte der Müllentsorgung sind der Stadt bekannt. „Es gibt eine Reihe von Plätzen, die für illegale Ablagerungen genutzt werden“, so die Stadt. Auf eine Aufzählung verzichte man jedoch bewusst, um Umweltsündern keine Hinweise für geeignete Plätze zu geben. Betroffen sind, das geht aus den sozialen Medien und auch den Rückmeldungen an den TAGESANZEIGER hervor, vor allem etwas abgelegene Plätze, die dennoch mit dem Auto einfach zu erreichen sind.

Einfach im Wald entsorgt wird auch Hausmüll, der eigentlich in die Tonne gehört.

Der Kewa-Weg in Wachenbuchen etwa, der Eingang zum im Wald gelegenen Sportplatz, scheint ein solcher Schwerpunkt zu sein. Neben gewerblichen Müll wurden dort Anfang Januar auch Müllsäcke mit offensichtlich privatem Unrat und auch Essensresten gefunden.

Müllsünder zu erwischen, ist „beinahe unmöglich“

Der Müllsünder habhaft zu werden, gestaltet sich jedoch schwierig. „Es ist beinahe unmöglich, illegale Entsorger in flagranti zu erwischen“, erklärt die Stadt. Nur dann sei auch eine konsequente Strafverfolgung möglich. Um Nachahmern keinen Anreiz zu bieten, wird der Unrat von der Stadt unmittelbar nach Kenntnis der Ablagerung beseitigt.

TAGESANZEIGER-Leser Peter Dietrich hat uns dieses Bild von illegal entsorgtem Müll in Bischofsheim geschickt.

Der Eigenbetrieb Betriebshof und der Abfallbereich kümmern sich im Stadtgebiet um die Sauberkeit, Mitarbeiter fahren regelmäßig die bekannten neuralgischen Punkte an. Zudem gehen bei der Stadt häufig Meldungen telefonisch, per E-Mail oder über das Anregungs- und Beschwerdemanagement (AEM) ein. Wenn es sich um öffentliche Flächen handelt, kümmert sich dann die Stadt um die Entsorgung. Wenn private Flächen betroffen sind, setzt sich die Stadt mit den jeweiligen Eigentümern in Verbindung, teilt die Pressestelle mit.

Illegale Müllentsorgung kostete mehrere hunderttausend Euro

Die Kosten, die der Stadt durch die illegale Müllentsorgung entstehen, sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Bereits 2019 sind Kosten in Höhe von über 220 000 Euro entstanden. Für das Jahr 2020 rechnet die Stadt mit einer weiteren Steigerung auf 295 000 Euro. Und im Haushalt für 2021 sind bereits 310 000 Euro vorgesehen.

Da die Müllfrevler meist ungeschoren davonkommen, kann man sie auch nicht für die anfallenden Kosten zur Kasse bitten. Ausbaden müssen das daher alle Maintaler. „Die Kosten für die Beseitigung illegaler Abfälle sind von allen Maintaler Gebührenzahlen im Rahmen des Budgets der Abfallwirtschaft zu tragen“, so die Stadt.

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