Unter Hundehaltern sehr beliebt: Der Fußgängerweg an der Bischofsheimer Zimmerseestraße ist eine gefragte Gassi-Route. Dass der ein oder andere den Hundekot auf dem Gehweg liegen lässt, ist für viele ein großes Ärgernis und für Kinder und Immungeschwächte ein Gesundheitsrisiko. Foto: Jasmin Jakob

Maintal

Mit Hundekot übersäte Gehwege sorgen in Bischofsheim für Ärger

Maintal. Die Stadt Hanau hat kürzlich die Erhöhungen ihres Bußgeldkatalogs bekanntgegeben: 120 Euro soll es kosten, wenn man Hundekot nicht beseitigt. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die auch in Maintal für Ärger sorgt. Wird hier der Verursacher auf frischer Tat ertappt, droht ein Verwarngeld von 50 Euro.

Von Jasmin Jakob

Am Bischofsheimer Ortsrand mündet die Zimmerseestraße nämlich in eine Sackgasse und geht in einen Fußgängerweg ins Grüne über. Somit ist sie als Gassi-Route unter Hundehaltern sehr beliebt, was vor Ort unschwer zu erkennen ist: Der Fußweg ist am Freitagvormittag regelrecht von Hundekot übersät. Mehrere Haufen sind bereits plattgetreten. Links und rechts vom Weg liegen vereinzelt zugeknotete Kotbeutel im Gebüsch oder im hohen Gras. Diese Umweltverschmutzung stört Flaneure und Anwohner gleichermaßen.

Hunde machen einfach auf den Gehweg

„Im Frühjahr können Sie hier nicht mehr laufen, weil es so stinkt, dass einem die Luft wegbleibt“, sagt Stefan Rudolf, der mit seinen zwei Hunden dort häufig spazieren geht. „Die Leute lassen die Hunde teilweise auf den Weg kacken.“ Auch andere Fußgänger fühlen sich dadurch stark gestört, wie eine Frau, die ihren Mops dort täglich ausführt: „Manchmal ist das schon schlimm auf den Gehwegen. Hier muss man immer aufpassen, wo man geht.“

Einem stinkt das jetzt besonders: Andreas Schmitz, der Hausmeister der angrenzenden Wohnanlage, ärgert sich täglich über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner und meldete sich deshalb beim TAGESANZEIGER. Denn dort, wo der Eigenbetrieb der Stadt nicht für die Reinigung zuständig ist, sind neben den Verursachern nach der Straßenreinigungssatzung die Eigentümer oder Anwohner in der Pflicht, die Gehwege, Böschungen, Stützmauern und Ähnliches sauber zu halten. So ist auch Schmitz für das offene Privatgrundstück und die angrenzenden Gehwege verantwortlich.

Hausmeister hat die Nase voll

Täglich habe er Hundehaufen beseitigt und die Halter daraufhin angesprochen. „Aber jetzt weigere ich mich“, sagt der 54-Jährige vehement. Seit 28 Jahren arbeite er jetzt schon dort, aber in den letzten zwei bis drei Jahren habe das Problem extrem zugenommen.

Ihm stinkt es besonders: Hausmeister Andreas Schmitz muss die Gehwege sauber halten. Foto: Jasmin Jakob

Laut Martina Faust, Pressesprecherin der Stadt Maintal, spiegele sich das jedoch nicht in einer steigenden Anzahl an Beschwerden wider. „Betroffen sind vor allem die Ortsrandlagen in allen vier Stadtteilen“, teilte sie auf Anfrage des TAGESANZEIGER mit. „Schwerpunkte gibt es an den Mainwiesen, entlang der Ringmauer Nord, der Verbindungswege zwischen Hochstadt und Wachenbuchen, entlang der Festplätze in Hochstadt und Wachenbuchen sowie in Richtung Berger Hang.“

Mülleimer sind nur 70 Meter entfernt

Auch bei dem Fußweg an der Zimmerseestraße handelt es sich um eine dieser Ortsrandlagen, die von Hundebesitzern stark genutzt werden. In knapp zwei Minuten erreicht man von der Sackgasse aus einen Rasen-Bolzplatz mit zwei Fußballtoren. Dort befinden sich eine Hundekot-Beutel-Station und ein Mülleimer. 70 bis 100 Meter müsse man laut Schmitz also höchstens mit den vollen Beuteln bis zu den nächsten Mülleimern laufen.

Doch einigen sei das dann zu weit. „95 Prozent“, schätzt Schmitz, „halten sich daran, den Hundekot zu entsorgen.“ Aber es komme immer wieder vor, dass einige ihn einfach liegen ließen, wenn niemand gucken würde. Andere wiederum würden ihn eintüten und dann auf die Wiesen oder ins Gebüsch werfen. Vor allem für die Kinder, die dort unter anderem zum Fußballspielen entlanglaufen würden, berge der Hundekot durch zahlreiche Keime, etwaige Viren oder Würmer daher eine Gesundheitsgefahr.

Ordnungsamt kontrolliert mit Stichproben

Jeder Hundehalter steht in der Pflicht, die Hinterlassenschaften seiner Vierbeiner zu entsorgen und entsprechende Tüten auch mit sich zu führen. Das werde auf regelmäßigen Streifenfahrten vom Ordnungsamt stichprobenartig überprüft. Vor allem im Frühjahr müssten Hundehalter in Maintal mit Kontrollen rechnen, so Faust. Sollten die Spaziergänger mit Hund dann keinen Kotbeutel mit sich führen, droht in Maintal ein Verwarngeld von 30 Euro.

Fehlen Mülleimer? Auch am Wegesrand hängt eingetüteter Hundekot in den Ästen von Sträuchern oder im hohen Gras. Foto: Jasmin Jakob

Zur Vermeidung der Verschmutzung habe die Stadt insgesamt 21 Hundekotbeutelstationen in den vier Stadtteilen aufgestellt. Darin sehen Schmitz und einzelne Fußgänger nicht das Problem: „Die Beutelboxen sind immer voll“, sagt eine Frau, die mit ihrem Mops dort täglich spazieren geht. Aber die Entsorgungsmöglichkeiten würden dafür fehlen. „Vielleicht würde es helfen, einen Mülleimer an den Anfang des Weges zu stellen“, schlägt sie vor.

Das wünschen sich auch ein paar andere Hundehalter, die ein paar Minuten später an der stark verunreinigten Stelle vorbeigehen. Eine andere Frau sei einen Rundweg gegangen, zeigt den vollen Hundekotbeutel in ihrer Hand und sagt: „Den habe ich jetzt die ganze Zeit mit mir rumgetragen.“

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