Appell an Hundebesitzer: Hundekot auf Gehwegen, Grünanlagen und Spielplätzen ist in Maintal ein wiederkehrendes Ärgernis. Das Ordnungsamt führt deshalb regelmäßig Kontrollen durch. Foto: Matthias Stöbener / pixelio.de

Maintal

Hundekot auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen sorgt für Verdruss

Maintal. Es ist ein Ärgernis, das buchstäblich zum Himmel stinkt. Vor allem an heißen Sommertagen. Dabei ist Maintal bei Weitem nicht die einzige Kommune, die gebetsmühlenartig an Hundehalter appelliert, die Extremente ihrer Tiere zu entsorgen.

Von Martina FaustMittlerweile ist das Mitführen von Hundetüten sogar Pflicht und wird vom Ordnungsamt kontrolliert. Insgesamt 21 Spender gibt es im Stadtgebiet, an denen sich die schwarzen Beutel kostenlos entnehmen lassen. Trotzdem findet sich auf und entlang von Gehwegen oder auf Grünstreifen und -anlagen regelmäßig Hundekot. Manchmal zwar ordentlich eingetütet, aber dann einfach im Gras liegen gelassen oder in das nächstbeste Gebüsch geworfen. Einzelne Straßenabschnitte tragen bereits wenig rühmliche Beinamen.

„Es gibt einige Bereiche, in denen häufiger Hundekot zu finden ist, beispielsweise im Heinrich-Heine-Weg, im Stichweg Spessartstraße/Fechenheimer Weg, am Waldrand nahe der Wilhelmsbader Straße, entlang der Ringmauer Nord, in Käthe-Kollwitz- und Westendstraße sowie entlang des Stichwegs Goethestraße zum Feld hin“, listet Maintals Pressesprecherin Nicole Bilz auf Anfrage auf.

Keine Zivilstreife geplant

Auf frischer Tat ertappen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nie einen Hundebesitzer. Niemand lässt den Haufen liegen, wenn eine Streife in Sichtweite ist. Eine Kontrolle in Zivil ist für die Stadt keine Option. „Aus unserer Sicht soll sich die Ordnungspolizei in Uniform zu erkennen geben. Zivilstreifen könnten von der Bevölkerung als nachspionieren und somit negativ wahrgenommen werden. Das sollte nicht unser Anspruch sein“, unterstreicht Bilz.

Auf der Suche nach Lösungen ist eine DNA-Datenbank für Hunde eine mögliche Option. Diese erlaubt, den Hundekot dem jeweiligen Tier und damit seinem Halter zuzuordnen. Allerdings ist die Angelegenheit für die Kommunen nicht preisgünstig. Für das Anlegen der Datenbank rechnen Experten mit Kosten von etwa 70 Euro pro Hund. Hinzu kommt die Registrierung durch Speicheltests mit rund 40 Euro. Und schlussendlich können Halter nicht gezwungen werden, eine DNA-Probe abzugeben.

DNA-Datenbank ist finanziell nicht realisierbar

Maintal hat über diese Möglichkeit bereits nachgedacht. „Es ist aus unserer Sicht aber organisatorisch und finanziell nicht realisierbar. Wenn diese Möglichkeit umgesetzt werden sollte, dann müsste das eine hessenweit einheitliche Lösung sein“, so die Stellungnahme aus dem Rathaus.

Auch von einer Erhöhung des Bußgeldes hält man in der Verwaltung nichts. „Das Verwarngeld von zurzeit 30 Euro ist aus unserer Sicht angemessen“, heißt es dazu.

Stadt appeliert an die Vernunft der Halter

Stattdessen setzt man auf die Vernunft der Besitzer. Schließlich sind die Tretminen im öffentlichen Raum nicht nur ein stinkendes Ärgernis, sondern enthalten auch zahlreiche Erreger und Würmer, die vor allem bei kleinen Kindern oder Immungeschwächten schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen können.

Insgesamt rund 1850 Hunde sind in Maintal steuerlich registriert. Die Einnahmen aus der Hundesteuer liegen jährlich bei 190 000 Euro, wobei die Mittel nicht zweckgebunden – etwa für die Beseitigung von Hundekot – verwendet werden, sondern wie alle weiteren Steuern der Finanzierung des Haushalts dienen.

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