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Hohe Erträge bei Zuckerrübenernte in Maintal erwartet

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Maintal. Auch in Maintal hat die Ernte der Zuckerrüben begonnen. Zwar haben di Rüben dieses Jahr einen geringeren Zuckergehalt, jedoch könnte dies mit den enormen Erträgen ausgeglichen werden.

Von David Scheck

Die Zuckerrübenkampagne ist auch in Maintal im vollen Gange. Aufgrund der hohen Erträge rechnen die Landwirte in diesem Jahr mit einer Erntezeit bis Weihnachten. Erwartet würden in diesem Jahr hohe Erträge von 85 bis 90 Tonnen Rüben pro Hektar, teilt der Wachenbucher Landwirt Ludwig Stein unserer Zeitung mit. Allerdings sei der Zuckergehalt bei der aktuellen Ernte um 17 Prozent gesunken, werde aber ausgeglichen durch die erwarteten Erträge.

Neue Verordnung bestimmt die Zukunft der BauernIn Maintal gibt es laut Stein noch vier Anbauer. Ob diese weiterhin Zuckerrübenanbau betreiben, hänge stark von der Entwicklung der EU-Zuckerrübenmarktordnung ab, die am 1. Oktober in Kraft getreten ist. Ob Zuckerrüben auch zur alternativen Energiegewinnung verwendet werden, sei sehr stark vom Preis abhängig, der dafür bezahlt werde, es gebe noch keine verlässlichen Voraussetzungen.

Die Ernte selbst, in Verbindung mit dem Abtransport zur Fabrik, sei logistisch hervorragend gelöst, berichtet der Wachenbucher. Ein sechsreihiger Rübenroder schafft je nach Schlaggröße bis zu sechs Hektar am Tag. Die danach am Feldrand angelagerten Rüben werden anschließend je nach Abfuhrzeitraum mit Lkw in die Fabrik befördert.

Die „Maus“ ist das Herzstück der Verladetechnik von der Rübenmiete auf den Lkw. Wie von einem anderen Stern wirke dieses Gerät aus der Ferne, mit dem ein Laster in rund zwölf Minuten mit 24 Tonnen beladen wird. Die ganze Transportarbeit wird bis in die tiefe Nacht durchgeführt und selbst am Wochenende gibt es keinen Stillstand.

Gewicht und Zuckergehalt bestimmen den PreisIn der Fabrik angekommen, werden Proben von den Rüben über Erdanhang, lose Erde und Kopfanteilen ermittelt und in Abzug gebracht. Am Ende spricht man dann von reinen Rüben. Das festgestellte Gesamtgewicht wird dann in Verbindung mit dem Zuckergehalt als Preis an den Landwirt bezahlt. Die Anbauer sind beteiligt an der Südzucker AG und sollte es ein kurzes Geschäftsjahr geben, gibt es noch einen kleinen Nachschlag, erläutert Stein.

Das eigentliche Leben der Zuckerrübe beginnt mit der Aussaat Mitte März. Der einkeimig pillierte, zu Kügelchen gerollte Samen wird mit rund 100 Samenkörnern pro Hektar ausgebracht. Aus jedem Samenkorn entsteht eine Zuckerrübenpflanze. Je nach Auflaufvoraussetzung auf dem Acker, in Verbindung mit dem Wetter, werden dann zwischen 80 000 und 90 000 Hektar angestrebt. Auch bei der Düngung mit Stickstoff werde mit möglichst kleinen Mengen umgegangen, damit der Zucker in den Rüben in der Fabrik auf hohem Niveau herauskristallisiert werden kann. Dieser wird dann anschließend als Flüssigzucker für Großabnehmer hergestellt oder in der bekannten Ein-Kilo-Packung dem Verbraucher durch den Handel angeboten.

Stein rechnet vor: Sein erwarteter Ertrag von 900 Doppelzentnern (dz) pro Hektar ergibt eine Gesamtmenge von rund 5400 dz. Bei einem zurzeit durchschnittlichen Zuckerverbrauch von rund 35 Kilogramm Zucker pro Kopf im Jahr könnten damit 2700 Personen bedient werden.

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