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Hoffnungsschimmer für Honeywell

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Protest am Bahnübergang: In Wilhelmsbad versammelten sich die Honeywell-Mitarbeiter, um auf die Wichtigkeit ihrer Arbeit hinzuweisen. (Fotos: Kalle)
Protest am Bahnübergang: In Wilhelmsbad versammelten sich die Honeywell-Mitarbeiter, um auf die Wichtigkeit ihrer Arbeit hinzuweisen. (Fotos: Kalle)

Maintal. Der Kampf um den Standort in Dörnigheim und den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma Honeywell geht in die nächste Runde. Gestern verhandelten die Gewerkschaft IG Metall Hanau-Fulda und der Betriebsrat sowie die Geschäftsleitung um die Zukunft.

Von David Scheck

Der Kampf um den Standort in Dörnigheim und den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma Honeywell geht in die nächste Runde. Am 19. Oktober verhandelten die Gewerkschaft IG Metall Hanau-Fulda und der Betriebsrat sowie die Geschäftsleitung um die Zukunft. Dabei zeichnet sich ein möglicher Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten in Maintal ab, wie Robert Weißenbrunner, erster Bevollmächtigter der IG Metall, gegenüber unserer Zeitung mitteilte.

Möglicherweise bleibt Teil des Standorts erhalten

Ergebnis der Verhandlungen vom 19. Oktober sei, dass unter Umständen ein Teil des Dörnigheimer Standorts erhalten bleiben könnte. Dies sei allerdings abhängig von den Rahmenbedingungen, die in weiteren Runden nun ausgehandelt werden müssten. Konkret geht es um jene 26 Mitarbeiter, für die eine Option geboten wurde, an den Honeywell-Standort in Raunheim zu wechseln (wir berichteten).

Wie Weißenbrunner unserer Zeitung bereits vor den gestrigen Verhandlungen mitteilte, hätten die betreffenden Angestellten dieses Angebot jedoch abgelehnt. Stattdessen habe die Geschäftsleitung nun ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, den Mitarbeitern eine Perspektive in Maintal zu schaffen. Gleichzeitig wolle die Firmenführung auch noch einmal über das gesamte Konzept für den Dörnigheimer Standort nachdenken, so Weißenbrunner, der die Hoffnung durchblicken lässt, dass eventuell noch mehr als die genannten 26 Arbeitsplätze (von derzeit noch 106) erhalten werden könnten.

Keine Stellungnahme von Honeywell

Natürlich hätte unsere Zeitung auch gerne die Geschäftsleitung von Honeywell zum Ergebnis der Verhandlungen befragt, diese war gestern für eine Stellungnahme allerdings nicht zu erreichen. Die Verhandlungen gingen einher mit einer weiteren Protestaktion: Nach dem Zusammentreffen vor dem Hauptgebäude der Honeywell im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim startete ein Autokorso als sichtbares Zeichen des Widerstands in Richtung Hanau. Ziel war der Bahnübergang in Wilhelmsbad. Der Ort war nicht zufällig gewählt, denn an der dortigen Schranke ist ein sogenannter Radarscanner installiert – hergestellt von Honeywell in Dörnigheim. Damit sollte deutlich gemacht werden, welch hohe Bedeutung die Firma Honeywell und ihre Mitarbeiter am Standort in Dörnigheim haben, so Weißenbrunner. Die Gewerkschaft hatte zu der Aktion auch Vertreter der lokalen Politik aufgerufen. Gekommen war letztlich nur der Landtagsabgeordnete Christoph Degen (SPD), der auch zu den Versammelten sprach. Ebenso hielt Michael Zeiske, Betriebsratsvorsitzender Honeywell Offenbach und Konzernbetriebsratsmitglied, , eine Rede.

Im Notfall wird gestreikt

Für den Fall, dass es zu keiner Einigung mit der Konzernleitung kommt, hatte Weißenbrunner gegenüber unserer Zeitung vom „Aufbau ökonomischen Drucks“ gesprochen – also Streik. So war angedacht, im Rahmen einer Protestaktion gemeinsam an den Genfersee zufahren, dort befindet sich die Konzernzentrale von Honeywell. Die nächsten Gespräche sind auf den 8. November terminiert.

Im Vorfeld hatte auch der Magistrat der Stadt Maintal in einer schriftliche Mitteilung seine Solidarität mit der Belegschaft von Honeywell betont. „Wir bedauern eine Schließung des Honeywell-Standortes sehr, sehen aber leider seitens des Magistrats keine Möglichkeit der Einflussnahme“, heißt es darin.

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